Private Vorsorge für Altersabsicherung von Frauen
Artikel

Wie sichern sich Frauen bis ins hohe Alter finanziell ab?

Weil Frauen immer länger leben und die 1. und 2. Säule keine finanzielle Absicherung im Alter gewährleisten, ist die private Vorsorge der 3. Säule zentral.

Diese Frage ist für Frauen besonders wichtig. Weil sie in der Regel früher pensioniert werden, im Durchschnitt weniger verdient haben, mit Unterbrüchen erwerbstätig waren und länger leben. Letzteres zeigt auch die höhere Lebenserwartung von Frauen, die gemäss Statistik heute bei 84 Jahren liegt – Tendenz steigend. Und schon jetzt werden einige Menschen deutlich älter.

Was bedeutet das in Zahlen konkret für Frauen?

Momentan gehen Frauen mit 64 Jahren in Rente, Männer ein Jahr später. Lebt ein Mensch in der Phase der Rentenbezüge noch 30 Jahre, stehen dieser Zeit nur rund 40 bis 45 Jahre gegenüber, in denen eingezahlt wurde. Mit anderen Worten: Vorsorgebeiträge aus rund vier Jahrzehnten Erwerbsarbeit müssten genügen, um drei Jahrzehnte davon leben zu können.

Wie viel müsste eine Frau theoretisch ansparen?

Einfach gesagt viel zu viel. In ihrer 40-jährigen Erwerbsphase müsste eine Frau ohne Unterbruch rund 38 Prozent vom Einkommen als Vorsorgekapital sparen, damit ihre Altersvorsorge gesichert ist. Doch kaum jemand erreicht eine derartig hohe Sparrate. Aber auch ohne grosses Sparpotenzial sind die meisten Schweizerinnen und Schweizer im Alter finanziell abgesichert.

Frauen, die im Ruhestand auf ein genügend grosses Finanzpolster zurückgreifen möchten, sollten zusätzlich in die private Vorsorge der 3. Säule investieren.

Wie ist diese finanzielle Absicherung möglich?

Prinzipiell gibt es dafür drei Gründe:

  1. Angespartes Vorsorgekapital wirft Erträge ab, entweder als Zinsen oder durch Wertsteigerungen der Wertpapiermärkte. Je früher man beginnt, Kapital anzusparen, desto länger lassen sich damit Erträge erzielen.
  2. Die Vorsorgesysteme konnten in den vergangenen Jahrzehnten von Zinseszinsen profitieren. Wer zum Beispiel 1’000 Franken spart und einen Zins von 3 Prozent bekommt, hat ein Jahr später 1’030 Franken auf dem Konto. Zwei Jahre danach sind es bereits rund 1’061 Franken, nach 30 Jahren ist das Konto auf 2’427 Franken angewachsen. 527 Franken davon wurden dank dem Zinseszinseffekt erreicht, das entspricht beinahe 28 Prozent des Zuwachses.
  3. Weil Frauen eine höhere Lebenserwartung haben, erben sie häufig mehr als einmal. Einerseits erhalten sie, was ihnen die Eltern vermachen. Andererseits beerben sie oftmals Ihre Ehemänner, die laut Statistik fünf Jahre vor ihren Frauen verscheiden.

Genügen Frauen also die 1. und 2. Säule zur Absicherung?

Frauen, die im Ruhestand auf ein genügend grosses Finanzpolster zurückgreifen möchten, sollten zusätzlich auch in die private Vorsorge, also in die 3. Säule investieren – am besten frühzeitig, regelmässig und diszipliniert. Denn die Leistungen aus dem staatlich verordneten Sparen der Vorsorge in der ersten und zweiten Säule genügen kaum, um den gewohnten Lebensstandard auch im Alter aufrechtzuerhalten. Das ist gerade in Zeiten mit tiefen Zinsen entscheidend, weil sich bis auf Weiteres kein Zinseszinseffekt ergibt. Zurzeit liegen die Zinsen bei fast null Prozent, eine Trendwende ist nicht auszumachen. Frauen sollten also auch vermehrt aufs Sparen setzen, weil bis anhin gewohnte Erträge wegfallen.