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Wie sich digitale Technologien auf den Arbeitsmarkt auswirken

Beim Blick auf neue Technologien wird klar, künstliche Intelligenz wird die Menschen nie ersetzen. Wieso die Sorgen und Ängste der Menschen unbegründet sind und welche Vorteile der Supertrend Technologie dem Arbeitsmarkt bieten kann.

Neue Technologien lösen Unbehagen aus

Wir leben in einer Zeit rasanter technologischer Veränderungen. Bei vielen löst dies Unbehagen aus. So stellt sich oft die Frage, ob denn in der Welt von morgen mit all den neuen Technologien, mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz und Robotern und mit einer verstärkten Digitalisierung der Arbeitswelt überhaupt noch genügend Jobs für die Menschen vorhanden sein werden.

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Der Vormarsch der Roboter

Anzahl an Robotern je 100 Arbeiter in Produktion und Industrie
Quelle: International Federation of Robotics, Internationaler Währungsfonds

Sorgen um die Digitalisierung der Arbeitswelt sind unbegründet

So verständlich die Sorgen um die Digitalisierung der Arbeitswelt sind: In der Vergangenheit haben diese sich meist als völlig unbegründet erwiesen. Die Waschmaschine zog vor 80 Jahren, das Internet vor rund 25 Jahren und das Smartphone vor weniger als 10 Jahren in unser Leben ein. Doch obwohl die Waschmaschine manuelle Arbeit überflüssig machte, trug sie zweifellos dazu bei, unseren Lebensstandard zu erhöhen und den Alltag zu erleichtern. Und wenngleich die Digitalisierung in der Arbeitswelt viele Tätigkeiten überflüssig machte, haben Informationstechnologieunternehmen in den letzten Jahren Millionen neuer Stellen geschaffen. Google (Schweiz) beispielsweise eröffnete 2004 am Zürcher Limmatquai ein Büro mit zwei Mitarbeitern. Heute beschäftigt das Unternehmen in Zürich 5000 Angestellte.

Dass sich neue Technologien rascher verbreiten, wird auch durch die Globalisierung gefördert. Diese erleichtert besonders komplexe oder kapitalintensive Entwicklungen. Knapp 15 Jahre benötigte die Wissenschaft, bis es zum ersten Mal gelang, das menschliche Genom zu entschlüsseln. Dieses Forschungsprojekt verschlang umgerechnet knapp 30 Milliarden Franken. Heute sind Sequenzierungen des gesamten menschlichen Genoms in wenigen Tagen möglich.

Supertrend Technologie beeinflusst die Zukunft der Arbeit

Einige Verallgemeinerungen zur Digitalisierung der Arbeitswelt scheinen an dieser Stelle zulässig.

Erstens: Der positive Einfluss neuer Technologien auf unseren Lebensstandard dürfte auch in Zukunft anhalten. Tatsächlich scheint der wichtigste Einfluss des Supertrends Technologie weniger in der Vernichtung als in der Veränderung von Arbeitsinhalten und -prozessen zu liegen.

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Technologische Innovationen und wirtschaftliche Entwicklungszyklen

Quelle: Internationaler Währungsfonds und Maddison Research Project
Historische Wertentwicklungen und Finanzmarktszenarien sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse.

Zweitens: In der Regel erhöhen technologische Innovationen die Produktivität von Kapital und Arbeit. Nicht zu vergessen ist, dass dies mittelfristig auch Gewinnwachstum, Stellenmarkt und Steuereinkommen fördert.

Drittens: Staaten und Unternehmen können unerwünschte Nebenwirkungen technologischer Übergänge abfedern, indem sie Weiterbildung fördern, Arbeitsverhältnisse flexibilisieren oder wirtschaftliche Anreize setzen. Dies kommt naturgemäss am stärksten den niedrigqualifizierten Arbeitnehmern zugute.

Viertens: In Zukunft zählt weniger das enzyklopädische Wissen des Einzelnen, sondern mehr die Fähigkeit der Menschen zu lebenslangem Lernen und die Bereitschaft, neugierig und flexibel zu sein.

Fünftens: Wenn Technologien, Produkte oder Patente immer kurzlebiger werden, gewinnt der Wert des Beständigen. Worauf es mehr denn je ankommen wird, ist nicht die künstliche Intelligenz von Robotern. Gefragt sind menschliche Kreativität, Empathie und auch die Fähigkeit, ganzheitlich zu denken und zu empfinden. Vor allem diese Kompetenzen und Qualitäten gewinnen in der digitalisierten Arbeitswelt überproportional an Wert.