Preissetzungsmacht und ihre Voraussetzungen
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Voraussetzungen für eine nachhaltige Preissetzungsmacht

Weil die Wirtschaft schwächelt, streben Staaten und Unternehmen nach Preissetzungsmacht. Dass Knappheit und Verknappung allein nicht ausreichen, zeigt das Beispiel Russlands. Vielmehr zählen Innovation, ein guter Ruf, eine solide Bilanz, eine gesunde Nachfrage und gewiss auch der Schutz durch Patente.

Was bedeutet Preissetzungsmacht?

Die Preissetzungsmacht bezeichnet die seltene Fähigkeit einer einzelnen Wirtschaftseinheit, überdurchschnittliche Preise zu erzielen, die eine bessere Kapitalrendite ermöglichen.

Was aber braucht es, um höhere Preise, Margen, Renditen oder Löhne in einem kompetitiven Umfeld zu erzielen? Klar scheint: Je knapper und begehrter ein Gut oder eine Leistung, desto grösser ist die Preissetzungsmacht. Während sich einige Wege als nachhaltig erweisen, ähneln andere einem zweischneidigen Schwert.

1. Künstliche Verknappung 

Wer auf künstliche Verknappung setzt, bewegt sich auf dünnem Eis. In Russlands Fall hat sich das Blatt zu Ungunsten Moskaus gewendet, als Europa in seltener Einigkeit von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik auf russisches Gas zu verzichten begann. Auf den Höhenflug der Preise folgt jetzt der Absturz.

2. Die Kraft der besseren Ideen

Eine nachhaltige Preissetzungsmacht dagegen fusst auf Innovation und starken Marken. So profitieren unter anderem die Anbieter erneuerbarer Energien von den hohen Gaspreisen. Sie sorgen für neue Jobs, Aufträge und zahlen Steuern. 

Was zeichnet Unternehmen mit Preissetzungsmacht aus? 

Laut der «Global Equity Strategy»-Publikation schneiden Unternehmen der Kategorie «Quality» mit starken Markennamen, einem langjährigen Erfolgsausweis, konservativen Bilanzen und Wettbewerbsvorteilen durch Patente und Innovationsführerschaft im aktuellen Umfeld am besten ab.

Dazu zählen Unternehmen im Gesundheitswesen und in der IT-Branche, aber auch Industrieunternehmen und Basiskonsumgüterhersteller. Im Gesundheitswesen ist die Preissetzungsmacht vor allem in den Sektoren Pharma, Biotechnologie und Biowissenschaften seit Jahren stärker ausgeprägt.

Preissetzungsmacht von Schweizer Unternehmen

Stabilität der Margen je nach Branche

Die beige hinterlegten Unternehmen konnten ihre Margen in den letzten zehn Jahren überdurchschnittlich halten oder ausbauen.
Quelle: 30.6.2022
Letzter Datenpunkt: Bloomberg, Credit Suisse

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