Weltwirtschaft nach COVID-19. Das erwartet Anlegerinnen und Anleger.
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Weltwirtschaft nach COVID-19. Das erwartet Anlegerinnen und Anleger.

Wie entwickeln sich die Finanzmärkte im Jahr 2022? Die guten Nachrichten für Anlegerinnen und Anleger vorweg: das Wirtschaftswachstum setzt sich fort. Doch die Weltwirtschaft steht gleichzeitig vor grossen Herausforderungen. Die Konjunkturprognose im Investment Outlook 2022 der Credit Suisse.

Wirtschaftswachstum hält an

Die Pandemie ist noch nicht vorbei, aber die Impfungen haben zumindest ein Stück Normalität zurückgebracht. Der Aufschwung dürfte sich 2022 fortsetzen. Es wird ein starkes Wirtschaftswachstum in Höhe von 4,3 Prozent erwartet. Die Gründe hierfür sind folgende: eine solide Nachfrage, ein günstiges fiskal- und geldpolitisches Umfeld sowie weitere Lockerungsmassnahmen. 

Inflation dürfte Höhepunkt erreichen

Der Inflationsanstieg war eines der zentralen Themen des Jahres 2021 und wird uns auch in Zukunft beschäftigen. Für 2022 wird erwartet, dass die globale Inflationsrate auf einem erhöhten Niveau von 3,7 Prozent verharrt. Die entscheidende Frage ist, wie die Zentralbanken darauf reagieren. Die Expertinnen und Experten der Credit Suisse gehen davon aus, dass viele zunächst die Wertschriftenkäufe reduzieren. Die Zinsen hingegen dürften unverändert bleiben, solange die Inflation gegenüber dem Niveau von 2021 sinkt.

Inflationsrate in den USA dürfte nach 2022 fallen

Inflationsrate in den USA dürfte nach 2022 fallen

Der Wiederanstieg der Preise liegt grösstenteils hinter den USA. Die Basiseffekte lassen nach.

Letzter Datenpunkt: 09.2021
Quelle: BEA, Credit Suisse

Realzinsen dürften 2022 steigen

Aufgrund der etwas geringeren Inflationsraten in Verbindung mit reduzierten Wertschriftenkäufen sowie Zinserhöhungen in bestimmten Ländern könnten die Realzinsen 2022 steigen. Als Folge ist eine Reduktion der Erträge an den Finanzmärkten zu erwarten, insbesondere an den Anleihenmärkten, während die Volatilität zunimmt. Regierungen und privaten Haushalten fällt es dann schwerer, ihre Schulden zu bedienen.

Dienstleistungssektor verzeichnet Aufschwung

Die globale Industrieproduktion dürfte weiter zunehmen und die Lieferengpässe werden voraussichtlich weniger akut sein als noch 2021. Auch der Dienstleistungssektor wurde durch die Konjunkturerholung deutlich belebt. Hielten die Corona-Beschränkungen zunächst die vollständige Erholung des Tourismus und der Gastronomie zurück, könnten weitere Lockerungsmassnahmen den Dienstleistungssektor 2022 sogar schneller wachsen lassen als die Gesamtwirtschaft.

Neue Trends verändern die Weltwirtschaft

Die Expertinnen und Experten der Credit Suisse nehmen an, dass die wichtigsten wirtschaftlichen Veränderungen in den kommenden Jahren wahrscheinlich nichts mit der Pandemie zu tun haben werden. Hierzu zählen: demografischer Wandel, kostspielige Probleme, neue und disruptive Technologien sowie mehr Staatskapitalismus.

Demografischer Wandel

Die Erwerbsbevölkerung in den meisten Teilen der Welt stagniert. Dies dürfte zu einem Arbeitskräftemangel führen, was zunehmendes Lohnwachstum zur Folge haben könnte. Daher dürften die Unternehmen verstärkt in Automatisierung investieren.

Kostspielige Probleme

Die Politik wird sich mit steigenden Gesundheitskosten einer alternden Bevölkerung, dem Übergang zu erneuerbaren Energien, der überfälligen Erneuerung der Infrastruktur sowie Investitionen in disruptive Technologien auseinandersetzen müssen. Neue Vorschriften und Steuern sowie eine stärkere Einkommensumverteilung können zu einem weniger stabilen Geschäftsklima führen und Konjunkturschwankungen verstärken.

Neue Technologien

Neue Technologien wie Quantencomputing oder Blockchain-Anwendungen könnten dazu beitragen, viele Probleme unserer Zeit zu lösen. Gleichzeitig dürfte dies die Finanzbranche grundlegend verändern und traditionelle Geschäftsmodelle in Frage stellen.

Staatskapitalismus

In den letzten 20 Jahren wurden in den Industrieländern viele Arbeitsplätze in der Mittelschicht abgebaut, während die Zahl der Hoch- und Niedriglohnarbeitsplätze gestiegen ist. Die Folge sind höhere Vermögens- und Einkommensunterschiede, denen die Regierungen wahrscheinlich mit einer Einkommensumverteilung durch Steuern begegnen werden.

Weltwirtschaft befindet sich im Wandel

2022 dürfte ein Jahr der Erholung und des Übergangs nach der Pandemie werden. Angesichts neuer Faktoren, darunter der Klima- und der demografische Wandel sowie neue Technologien, bewegt sich die Welt auf eine neue Wirtschaftsordnung zu. Für Anlegerinnen und Anleger bietet das durchaus Chancen. Denn die globale Wirtschaft dürfte auch im nächsten Jahrzehnt weiter wachsen, wenngleich das Wachstum sprunghafter und volatiler sein dürfte als in der jüngeren Vergangenheit.

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