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Was ist eine Obligation?

Obligationen sind für Unternehmen beliebte Finanzierungsquellen und für Anleger bevorzugte Vermögensanlagen. Doch was ist eine Anleihe? Wie kann ich eine Anleihe kaufen? Und lohnt sich eine Investition? Die wichtigsten Fakten zu Obligationen erklärt.

Obligation: Laufzeit und Zinsen

Wie es der Name schon sagt, ist eine Obligation eine Verpflichtung. Der Herausgeber der Obligation erhält von einem Anleger Geld zu gegenseitig vereinbarten Bedingungen und verpflichtet sich, das Kapital am Ende der Laufzeit zurückzuzahlen und den Anleger mit einem Zins zu entschädigen.

Obligationen sind also festverzinsliche Anlagen, deren Laufzeit und Verzinsung im Voraus festgelegt werden. Damit sich dieses starre Gebilde an die sich wandelnden Marktbedingungen anpassen kann, ändert sich der Preis, und zwar in die entgegengesetzte Richtung wie der Zins. Dies bedeutet, dass steigende Zinsen zu sinkenden Preisen führen und umgekehrt.

Die Preisausschläge nehmen mit steigender Laufzeit der Obligation zu. Je länger eine Obligation vom Rückzahlungstermin entfernt liegt, desto sensibler reagiert sie auf Änderungen des Zinsumfelds. Diese Sensitivität wird als Duration einer Obligation bezeichnet.

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Extreme Variabilität von Obligationenrenditen

Verlauf der Renditen auf 10-jährige US-Staatsanleihen

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse
Nur für Illustrationszwecke

Obligation: Herausgeber der Anleihen

Bei den Herausgebern wird grundsätzlich zwischen Staaten und Unternehmen unterschieden. In den (westlichen) Staaten kann von einer sicheren Rückzahlung ausgegangen werden. Die Vertrauenswürdigkeit von Unternehmen hängt aber von der Qualität ihrer Bilanz und ihrer Ertragskraft ab. Diese Vertrauenswürdigkeit wird von unabhängigen Agenturen gemessen und in einem Rating zusammengefasst. In direktem Zusammenhang zu diesem Rating steht die Höhe der Verzinsung für eine Obligation.

Weist der Herausgeber eine solide Bilanz und gute Ertragskraft aus, kann der Anleger darauf vertrauen, dass die Obligation zurückgezahlt wird. Er wird sich dann mit einem relativ geringen Zins begnügen. Ist die Bilanz schwach oder sind die Erträge unstet, brauchen Anleger einen höheren Zins, damit ihr Investment relativ gesehen attraktiv ist. Ändert sich diese Ausgangslage, wandelt sich oft auch die Beurteilung – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Verzinsung. So kann ein Unternehmen, das Schulden abbaut, sein Rating verbessern. Im Gegenzug wird das Rating nach unten angepasst, wenn einem Herausgeber der Konkurs droht. Man spricht in diesem Zusammenhang von der Bonität des Herausgebers.

Obligation: Risiken und Renditen

Obwohl Obligationen eine sehr stabile und vorhersehbare Anlage sind, decken sie ein breites Spektrum von Rendite-Risiko-Profilen ab. So hat ein Portfolio von Staatsanleihen mit hoher Bonität und geringer Duration kaum Kursausschläge, aber auch eine geringe Verzinsung. Um eine höhere Verzinsung zu erzielen, muss der Anleger zusätzliche Risiken eingehen. So kann er bei der Laufzeit Zugeständnisse machen, wodurch sich das Zinsänderungsrisiko erhöht. Oder aber bei der Bonität der Herausgeber, was wiederum zu einer höheren Empfindlichkeit gegenüber wirtschaftlichen Entwicklungen führt. Diese kann die Wahrscheinlichkeit der Rückzahlung beeinflussen.

Alle Obligationenportfolios zeichnen sich dadurch aus, dass die spezifischen Risiken durch Diversifikation, also die Verteilung auf viele verschiedene Anlagen, gemindert werden. So können beispielsweise steigende Zinsen am kurzen Ende mit sinkenden Zinsen am langen Ende kompensiert werden. Auch eine Rückstufung oder der Ausfall eines Herausgebers fällt weniger ins Gewicht, wenn Dutzende oder Hunderte andere Positionen im Portfolio vorkommen.

Obligationen werden in der Regel an der Börse gehandelt und in einem Depot verwahrt. Beim Handel gilt zu beachten, dass die Liquidität von Anleihen teilweise sehr gering ist, was grosse Differenzen zwischen den Kaufs- und Verkaufskursen zur Folge hat.