Was Arbeitnehmer aus dem Ausland über die Altersvorsorge in der Schweiz wissen müssen
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Was Arbeitnehmer aus dem Ausland über die Altersvorsorge in der Schweiz wissen müssen

Die Vorsorge in der Schweiz basiert auf drei Säulen: 1. AHV/IV (Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung), 2. BVG (berufliche Vorsorge) und 3. private Vorsorge (Säulen 3a und 3b). Die Säulen 1 und 2 sind gesetzlich vorgeschrieben. Die Säulen 3a und 3b sind freiwillig.

Wenn Sie in der Schweiz arbeiten, sind Sie verpflichtet, Beiträge in die AHV (1. Säule) zu zahlen. Verdienen Sie als Arbeitnehmer mehr als CHF 21’150 pro Jahr, sind Sie ebenfalls obligatorisch in der 2. Säule (BVG) versichert. Verdienen Sie weniger, können Sie sich freiwillig einer Pensionskasse anschliessen – sofern die Pensionskasse das zulässt, der Arbeitgeber einverstanden ist und entsprechend dazu beiträgt. Wenn Sie selbstständig sind, können Sie sich ebenfalls freiwillig einer Pensionskasse anschliessen. Lassen Sie sich von Ihrer kantonalen AHV/AVS-Stelle beraten, wenn Sie unsicher sind. 

1. Säule: AHV 

  • In der Schweiz müssen Sie bei Erwerbstätigkeit spätestens ab dem 1. Januar nach Ihrem 17. Geburtstag in die AHV einzahlen.
  • Für jedes Jahr, in dem Sie keine Beiträge zahlen, weil Sie nicht in der Schweiz arbeiten, werden die AHV-Leistungen gekürzt.
  • Ziehen Sie zum ersten Mal in die Schweiz, können Sie die Lücken für die Zeit vor dem Umzug nicht schliessen – weder mit zusätzlichen Beiträgen noch mit der Überweisung von Beiträgen, die Sie in anderen Ländern in die Vorsorge eingezahlt haben. Sie starten bei null.
  • Waren Sie im Rahmen eines Sozialversicherungssystems in einem anderen Land, in dem Sie vorher gearbeitet haben, versichert, besteht die Möglichkeit, Leistungen dieser Einrichtungen zu erhalten.
  • Verlassen Sie die Schweiz wieder, erhalten Sie das Geld unter bestimmten Voraussetzungen zurück. Es ist jedoch nicht möglich, das Geld in das Sozialversicherungssystem eines anderen Landes zu transferieren.

2. Säule: BVG

  • Ab dem 1. Januar nach Ihrem 17. Geburtstag sind Sie bei einem Einkommen von mehr als CHF 21’150 pro Jahr in der 2. Säule versichert. In den ersten Jahren sind nur die Risiken Tod und Invalidität abgedeckt, ab dem 1. Januar nach ihrem 24. Geburtstag sparen Sie im Rahmen der beruflichen Vorsorge (BVG) auch fürs Alter.
  • Welche finanziellen Leistungen Sie im Alter erhalten, hängt von der Höhe der Beiträge ab, die Sie während Ihres Berufslebens in die 2. Säule einbezahlt haben.
  • Wenn Sie nicht regelmässig oder verspätet einbezahlt haben, können Sie die Lücken schliessen und zusätzliche Beträge einzahlen. Wie hoch Ihre Lücken sind, zeigt in der Regel der Pensionskassenausweis Ihrer Vorsorgeeinrichtung. Auf dem gleichen Dokument sehen Sie, welchen Betrag die Pensionskasse bei Tod oder Invalidität auszahlt.
  • Für den Fall, dass Sie die Schweiz wieder verlassen und in ein EU-/EFTA-Land ziehen, gelten Restriktionen für den Transfer des angesparten Vorsorgevermögens.

3. Säule: freiwillige Vorsorge

  • Beiträge in die 3. Säule sind freiwillig. Sie erhalten nur Ihre Ersparnisse und die damit erzielten Erträge.
  • Wenn Sie die Schweiz verlassen oder wenn Sie selbstbewohntes Wohneigentum (Haus bzw. Wohnung) kaufen, können Sie einen Teil des Vorsorgeguthabens oder das gesamte Geld vorzeitig beziehen und das Konto schliessen, wobei die Auszahlung getrennt vom üblichen Einkommen zu einem reduzierten Sondersatz besteuert wird.