Warum und wie Sie am besten nachhaltig investieren
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Warum und wie Sie am besten nachhaltig investieren

Nicht nur aus ethischen Gründen lohnt es sich, nachhaltig zu investieren. Denn nachhaltige Anlagen können im Vergleich zu klassischen Investments auch eine ähnlich hohe Rendite einbringen und das Risiko sogar verringern. Erfahren Sie, was es zu beachten gilt, wenn Sie Ihr Geld nachhaltig anlegen.

Nachhaltig investieren bedeutet, Investments nicht nur aufgrund der möglichen Rendite und des Risikos zu bewerten. Zusätzlich werden die Geldanlagen dabei bezüglich ökologischer und sozialer sowie ethischer Faktoren, wie etwa unternehmerisches Handeln, geprüft. Diese Faktoren heissen auch ESG-Kriterien, nach den englischen Begriffen (E)nvironment, (S)ocial und (G)overnance.

Meist sind die Kriterien dabei unterschiedlich stark vertreten. So fokussieren sich beispielsweise einige «grüne» Geldanlagen besonders auf den Umweltschutz, während andere verantwortliche Investments eher im sozialen Bereich angesiedelt sind. 

Nachhaltige Geldanlagen stehen den klassischen bezüglich Rendite in nichts nach

Oft wird behauptet, dass nachhaltig zu investieren Aussichten auf eine geringere Rendite mit sich bringt. Doch das muss nicht sein, wie unter anderem der Natur-Aktien-Index (NAI) zeigt. Er vereint 30 von Experten ausgewählte Unternehmen, die nachhaltige Kriterien erfüllen.

Laut den aktuellen Zahlen des Finanzportals boerse.de hat dieser NAI eine durchschnittliche Rendite von jährlich 14,9 Prozent in den letzten fünf Jahren (in USD) erwirtschaftet. Im Vergleich dazu kommt der Deutsche Aktienindex (DAX) auf etwas höhere 21,0 Prozent. Der Swiss Market Index (SMI) dagegen schafft lediglich eine mittlere Rendite von 12,9 Prozent.

Das zeigt, wie gut sich nachhaltige Geldanlagen bezüglich der Rendite mit klassischen Investments messen können. Beim Risiko kommen alternative Anlagen grundsätzlich sogar noch etwas besser weg.

Nachhaltig investieren schliesst riskante Branchen aus

Investments, die grundsätzliche ESG-Kriterien nicht erfüllen, sind oft umstritten und gelten daher als besonders risikoreich. Branchen wie Atomkraft oder die Tabakindustrie etwa fallen häufig bei der individuellen Bewertung durch. Nicht nachhaltige Geldanlagen auszuschliessen, verringert deshalb allgemein das Risiko hoher Verluste.

Trotzdem ist nachhaltiges Investieren natürlich nicht frei von Gefahren. So bleibt es deutlich riskanter, in ein kleines Start-up zu investieren als in ein etabliertes Unternehmen – auch wenn die jungen Firmengründer noch so verantwortlich arbeiten.

Nachhaltig investieren: drei wichtige Ansätze im Überblick

Ein beliebter Ansatz für die Auswahl nachhaltiger Geldanlagen funktioniert anhand von Ausschlusskriterien. Hier werden sämtliche Investments ausgeschlossen, die bestimmte ökologische, soziale oder ethische Kriterien nicht erfüllen. Darüber, was genau einen Ausschluss rechtfertigt, können Ihre persönlichen Werte als Anleger oder auch vorgegebene nationale und internationale Standards entscheiden. So ist es beispielsweise möglich, sämtliche Geldanlagen von Unternehmen auszuschliessen, die menschenunwürdige Arbeitsbedingungen tolerieren, Waffen herstellen oder mit Atomkraft zu tun haben.

Ebenfalls häufig angewandt wird beim nachhaltigen Investieren der Best-in-Class-Ansatz. Statt Geldanlagen auszuschliessen, setzen Sie hiermit bewusst auf nachhaltige Investments. Sie wählen Unternehmen, welche die ESG-Kriterien innerhalb ihrer Branche am besten umsetzen. So können sich diese Firmen etwa besonders stark dafür einsetzen, ihren Ressourcenverbrauch zu minimieren. Oder sie engagieren sich herausragend für eine faire Behandlung ihrer Mitarbeitenden.

Impact Investing ist ein weiterer Ansatz, der neben der Rendite überwiegend soziale und ökologische Aspekte in den Vordergrund stellt. Damit investieren Sie beispielsweise nachhaltig in die Förderung behinderter Menschen. Oder Sie unterstützen mit dem Investment Klein¬unternehmer in Entwicklungsländern, zum Beispiel durch Mikrofinanz.