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Vorsicht vor diesen Risiken – was Anleger 2018 beachten müssen

Anleger dürfen für 2018 optimistisch sein. Finanzmarktexperten erwarten eine breit abgestützte Wachstumsbeschleunigung. Dennoch: Eine Welt ohne Risiken gibt es nicht. 14 Risiko-Faktoren, vor denen sich Anleger in Acht nehmen müssen.

Diese Risiken müssen Anleger 2018 berücksichtigen

Politische Spannungen in den USA

Ein Scheitern der US-Steuerreform und tiefere politische Differenzen im Inland könnten sich sehr negativ auf die globalen Aktien und den US-Dollar auswirken.

Kreditblase in China platzt

Eine ausufernde Schuldenlast chinesischer Unternehmen oder ein Liquiditätsschock könnten zu einer Wachstumsverlangsamung führen (oder umgekehrt), mit überaus gravierenden Konsequenzen für Aktien und Anleihen.

Eskalation im USA-Nordkorea-Konflikt

Eine schwerwiegende Eskalation der Spannungen mit Nordkorea oder ein bewaffneter Konflikt hätte ausgesprochen negative Folgen für Risikoanlagen.

Schwere Terroranschläge

Terroranschläge in einer grossen Metropole (vergleichbar mit dem 11. September) würden das Wachstum und die Märkte deutlich beeinträchtigen.

Regulierung des Technologiesektors

Die Regulierung könnte das Geschäftsmodell einiger Technologieunternehmen gefährden (zum Beispiel durch Lizenzentzug für Uber-Fahrer).

Schädigung von Geschäftsmodellen

Dieses Risiko betrifft vor allem den Einzelhandel, da das Onlineshopping den traditionellen Handel unter Druck setzt, aber auch den Automobilsektor, da Elektroautos die Unternehmensrentabilität schmälern.

Erneute Instabilität in Europa

Ein EU- oder Euro-skeptisches Wahlergebnis in Italien, eine erneute Eskalation der Spannungen in Spanien (Katalonien) oder ein Abbruch der Verhandlungen zwischen Grossbritannien und der EU (harter Brexit) würde europäische Risikoanlagen belasten.

Politische Fehler im Welthandel

Ein Handelskrieg zwischen den USA und China oder die ersatzlose Aufhebung des NAFTA-Abkommens würde das Wachstum und den Markt für Risikoanlagen stark beeinträchtigen, vor allem in den Schwellenländern.

Rezession oder Überhitzung

Eine unerwartete Abkühlung in China oder den USA hätte deutliche Einbussen bei Risikoanlagen zur Folge. Eine Überhitzung der US-Wirtschaft und ein sprunghafter Zinsanstieg würden sich ebenfalls negativ auswirken.

Ausverkauf von High-Yield-Anleihen

Ein von der Fed verursachter Zinsschock oder steigende Ausfälle könnten zu einem massiven Ausverkauf von Hochzinsanleihen und Leveraged Loans führen – ein zentrales Marktrisiko.

Bewaffneter Konflikt im Nahen Osten

Eine weitere Eskalation im Nahen Osten unter Beteiligung der Kurden, des Irak, der Türkei oder des Iran könnte die Schwellenländer und Rohstoffmärkte in Mitleidenschaft ziehen.

Cyberangriffe mit globalen Verwerfungen

Ein Cyberangriff, der weltweit IT-Dienste lahmlegt, hätte weitreichende Auswirkungen auf den Finanzmärkten.

Pandemie

Zurzeit ist dies für die globalen Märkte kein Thema, aber eine grosse Pandemie könnte einzelne Unternehmen (zum Beispiel Airlines) oder das Wirtschaftswachstum allgemein beeinträchtigen.

Drogenepidemie (Opioid)

Obwohl auf der Agenda der US-Regierung, könnte eine weitere Eskalation das US-Wachstumspotenzial infrage stellen.

Portfolio vor Risiken schützen

Bei vielen Risiken ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass sie tatsächlich eintreten, aber wenn das der Fall sein sollte, dürften sie erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und finanzielle Vermögenswerte haben. Derartige «Tail Risks» erinnern die Anleger daran, dass der Aufbau eines diversifizierten Portfolios der beste Schutz gegen unvorhergesehene Ereignisse und der erste Schritt zum langfristigen Anlageerfolg ist.

Im Hinblick auf die wirtschaftlichen Risiken beobachten wir insbesondere die Entwicklungen in China und den USA. Da dies die beiden globalen Schwergewichte sind, hätte eine Zunahme der wirtschaftlichen Ungleichgewichte oder eine ernsthaft unangemessene politische Reaktion gravierende Konsequenzen. Sollten sich diese Risiken bewahrheiten, würden Risikoanlagen wie Aktien und bonitätsschwache Anleihen darunter leiden, während «sichere Häfen» wie Staatsanleihen der Kernländer, Gold und der Schweizer Franken deutlich zulegen würden. Unterdessen konzentrieren sich die geopolitischen Risiken unverändert auf den Nahen Osten und die koreanische Halbinsel.

Italien gilt als Risiko für den Euro

Auf regionaler Ebene leidet Europa weiterhin unter einem gewissen Fragmentationsrisiko, das auch die Märkte beeinträchtigen könnte. Das Britische Pfund wäre anfällig für ein Scheitern der Brexit-Verhandlungen. Falls die Euroskeptiker in Italien an die Regierung gelangen, würden italienische Staatsanleihen und Banktitel unter Druck geraten. Ein breiterer Verwerfungseffekt wäre dann nicht auszuschliessen.

Die wichtigsten Risiken auf Sektorebene betreffen den Einzelhandel, die Automobilbranche und den Technologiesektor. Vor allem der Technologiesektor hat enorme Liquiditätspolster angehäuft und fiskalisch nur sehr wenig in den Ländern beigetragen, in denen er seine Umsätze generiert; daher ist er entsprechend anfällig für die Regulierung. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Behörden hier nicht ganz so strenge Kriterien anlegen werden wie bei der Bankenregulierung nach der globalen Finanzkrise.