Ein Drittel der Schweizer hat keine Säule 3a
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Über ein Drittel der Schweizer Erwerbstätigen hat keine Säule 3a

Wer zahlt in die Säule 3a ein? Und wie viel? Die Ökonomen der Credit Suisse haben in ihrer neuen Studie das Sparverhalten der Schweizer Bevölkerung in der gebundenen privaten Vorsorge genauer unter die Lupe genommen. Deutliche Unterschiede gibt es unter anderem zwischen den Regionen: Westschweizer und Tessiner nutzen die Säule 3a weniger als Deutschschweizer.

Die private Vorsorge ergänzt AHV und Pensionskasse. Damit stellt sie einen wichtigen Pfeiler der finanziellen Absicherung im Alter dar. Im Gegensatz zur staatlichen und beruflichen Vorsorge ist das Sparen in der Säule 3a freiwillig, wird aber von Bund und Kantonen steuerlich gefördert. Dafür sind die Einzahlungsmöglichkeiten limitiert: Die Säule 3a steht nur Erwerbstätigen offen, und die Beiträge, die man einzahlen kann, sind begrenzt.

Maximale Beiträge an die Säule 3a pro Jahr (Stand 2018)

CHF 6'768

Erwerbstätige mit Pensionskasse

bis 20 % des Netto-erwerbseinkommens, aber maximal
CHF 33’840

Erwerbstätige ohne Pensionskasse, z. B. Selbstständigerwerbende

Säule 3a bei Frauen, Westschweizern und Tessinern weniger verbreitet

65 % der Erwerbstätigen im Alter von 25 bis 65 Jahren nutzen die Möglichkeit des steuerbegünstigten privaten Alterssparens1: Rund 59 % zahlen regelmässig in die Säule 3a ein, 6 % unregelmässig. Der Anteil der regelmässigen 3a-Sparer liegt bei Frauen mit 55 % tiefer als bei Männern mit 62 % (vgl. Abb.).

60 % zahlen regelmässig in die Säule 3a ein

Zahlung von Beiträgen in die Säule 3a

in % der erwerbstätigen Bevölkerung zwischen 25 Jahren und dem ordentlichen AHV-Rentenalter (64 bei Frauen/65 bei Männem), 2015

Quelle: Bundesamt für Statistik (SAKE), Credit Suisse

Unterdurchschnittlich ist der Anteil auch bei den 25- bis 34-Jährigen (47 %) sowie bei den ausländischen Erwerbstätigen (41 %). Je höher das Ausbildungs- und Einkommensniveau, desto eher wird regelmässig einbezahlt. Auch regional gibt es deutliche Unterschiede: In der Deutschschweiz zahlen 61 % der Erwerbstätigen regelmässig in die Säule 3a ein, in der Westschweiz nur 54 % und im Tessin 44 %.

Von den Befragten, die keine Beiträge an die Säule 3a leisten, nennen rund 44 % dafür finanzielle Gründe. Personen mit tiefer Ausbildung und Geschiedene begründen ihre Nichteinzahlung überdurchschnittlich oft mit fehlenden Mitteln.

Tiefere Einkommensklassen sparen weniger – es gibt aber Ausnahmen

Wie viel zahlen Schweizerinnen und Schweizer in die Säule 3a ein? Wenig überraschend: Die durchschnittlich geleisteten Beiträge steigen mit dem Einkommen der Vorsorgenehmer.2 In der tiefsten Einkommensklasse (jährliches Bruttoeinkommen unter CHF 60’252) kennen 75 % der Haushalte keine Säule 3a, 10 % der Haushalte leisten aber mindestens CHF 3’600 pro Jahr und pro Person. In der Einkommensklasse von CHF 60’253 bis CHF 88’032 zahlt immer noch über die Hälfte der Haushalte nichts, ein Viertel aber mindestens CHF 3’100 und ein Zehntel den Maximalbetrag ein.

Regional deutliche Unterschiede bei der Höhe der Einzahlungen

Deutschschweizer zahlen durchschnittlich mehr in die Säule 3a ein als ihre französisch- und italienischsprachigen Landsleute (vgl. Abb.). Das Einzahlungsverhalten variiert aber auch innerhalb der Sprachregionen: Delémont, Genf, Freiburg und Bellinzona gehören zu den Kantonshauptorten mit den tiefsten Beiträgen: im Durchschnitt zwischen
CHF 1’218 und CHF 1’315 für eine unselbstständige erwerbstätige ledige Person. Sion liegt mit CHF 1’601 bereits im Mittelfeld. Glarner und Stadtbasler zahlen durchschnittlich deutlich weniger ein als Einwohner der restlichen Deutschschweizer Hauptorte.

Westschweizer und Tessiner zahlen weniger in die Säule 3a ein

In der Westschweiz und im Tessin wird weniger in die Säule 3a einbezahlt

Durchschnittliche Einzahlung in die Säule 3a in CHF, unselbstständig erwerbstätige und ledige Personen, nur normal besteuerte Steuerpflichtige, 2014

Quelle: Eidgenössische Steuerverwaltung, Credit Suisse, Geostat

Es wird noch wenig in Wertschriften investiert

Das bei Banken angelegte Säule-3a-Kapital liegt mehrheitlich auf verzinsten Konten. 2016 waren nur knapp 23 % davon in Wertschriftenlösungen investiert.3 Wertschriftenlösungen, die Aktien oder andere Risikoanlagen einschliessen, sind umso geeigneter, je länger der Anlagehorizont ist. Trotzdem setzen gerade ältere Vorsorgenehmer im Durchschnitt eher darauf: Bei den 45- bis 54-Jährigen liegt die Wertschriftendurchdringung (der Anteil der Vorsorgegelder, der in Wertschriftenlösungen investiert ist) bei 28 %, bei den unter 35-Jährigen unter 20 %. Mit Wertschriftenlösungen könnten die Vorsorgenehmer – allerdings bei höheren Risiken und Gebühren – ihre Renditechancen erhöhen.