Green Swiss Lakes: Nachhaltigkeit beim Seeverkehr
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Green Swiss Lakes – beim Seeverkehr auf Nachhaltigkeit setzen

Ein 90-jähriges Schiff mit neuem Antrieb leistet Pionierarbeit bei der Elektrifizierung des Seeverkehrs auf dem Luganersee. Die Initiatoren des Projekts verfolgen damit die Vision, weitere Schifffahrtsgesellschaften von der Idee zu überzeugen.

Personen- und Gütertransporte ohne klimaschädliche Emissionen. Das Konzept hat Zukunft, denn es funktioniert bereits in der Luft und zu Lande – und nun erstmals in der Schweiz auch zu Wasser. Auf dem Luganersee verkehrt seit September 2021 die MNE Ceresio 1931 im Kursbetrieb zwischen Lugano, Gandria und San Rocco.

Das gut 31 Meter lange Schiff mit einer Transportkapazität von bis zu 240 Personen wurde zwar bereits 1931 gebaut – die Antriebstechnik ist aber vom Neusten und Feinsten. Zwei drehmomentstarke 225-kW-Elektromotoren, gespeist aus Lithium-Ionen-Batterien, die insgesamt sechs Tonnen wiegen, treiben das Schiff an. So erreicht die «Ceresio» emissionsfrei und nahezu lautlos eine Maximalgeschwindigkeit von 24 km/h. Damit ist die «geliftete» E-Ceresio schneller als mit ihren bisherigen Dampf- und Dieselantrieben.

Green Swiss Lakes als Vision

Die «Ceresio» steht am Anfang des ehrgeizigen Projekts Venti35, das von der Schifffahrtsgesellschaft des Luganersees, Società di Navigazione del Lago di Lugano (SNL), lanciert wurde. Bis 2035 sollen alle 13 Linienschiffe der SNL auf Elektroantrieb umgerüstet sein. 24 Mio. Franken sind dafür veranschlagt. Die Partner des Projekts Venti35 sind die SNL, AIL (Aziende Industriali di Lugano; Elektrizitätswerk der Stadt Lugano), die Nürnberger Baumüller-Gruppe (technische Infrastruktur, Elektromotoren) und die Stadt Lugano.

Damit nicht genug. Die Projektinitiatoren wollen auch Schifffahrtsgesellschaften anderer Seen in der Schweiz und im angrenzenden Ausland dazu bewegen, auf Elektrifizierung zu setzen. Eigens zu diesem Zweck wurde der Förderverein Green Swiss Lakes gegründet, um Interessenten und Investoren von der Elektroidee zu begeistern.

Zum Verein Green Swiss Lakes gehören bisher neben der SNL der Finanzdienstleister Copernicus (Lugano), die Kommunikations- und Medienagentur Furrerhugi, die Anwaltskanzlei Bär & Karrer und die Credit Suisse, welche ihre Nachhaltigkeitskompetenz als ESG-Berater (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) in den Verein einbringt. Ziel ist es, auch Mitglieder aus weiteren Regionen der Schweiz zu gewinnen und die Idee landesweit zu verbreiten.

Klares Ziel: Mobilität bei null Emissionen

An der Realisierung von Venti35 sind viele Stellen beteiligt. Neben der federführenden SNL ist das einmal die Nürnberger Baumüller-Gruppe, die als führender Hersteller elektrischer Automatisierungs- und Antriebssysteme die Elektromotoren, die Batterien und die Ladeinfrastruktur liefert und montiert.

Zusätzlich tragen lokale, regionale und nationale Behörden zum Gelingen des Nachhaltigkeitsprojekts bei: die Stadt Lugano mit ihrem Energieversorgungsunternehmen AIL (Aziende industriali di Lugano), die Kantonsregierung mit dem Departement für Bau, Umwelt und Verkehr (Dipartimento del territorio) sowie das Bundesamt für Energie, das zusammen mit der Stadt Lugano je zur Hälfte die Finanzierung der Umrüstung der SNL-Flotte garantiert. Alle ziehen an einem Strang, denn das (Umwelt-)Ziel ist unstrittig: null Emissionen bis 2035 im Schiffsbetrieb der SNL.

Nachhaltigkeit wird demnach grossgeschrieben in Lugano. Nicht von ungefähr will der Förderverein Green Swiss Lakes nun diese Zielsetzung in der ganzen Schweiz verbreiten und weitere Schifffahrtsgesellschaften für diese Ziele gewinnen.

Anleger wollen Einfluss nehmen

Mit ihrem Engagement in Green Swiss Lakes liefert die Credit Suisse ein konkretes Beispiel von Nachhaltigkeit und Einflussnahme auf Investitionsentscheidungen nach ESG-Kriterien.

Damit positioniert sich die Credit Suisse in einem konkreten Nachhaltigkeitsprojekt von zunächst lokaler Tragweite, das aber auch für die Region Tessin ökologische und volkswirtschaftliche Vorteile bringt. Es geht hier unter anderem um Investitionen, Infrastrukturmassnahmen und das Entstehen neuer Berufsbilder und deren Ausbildungseinrichtungen.

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