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Schwellenländer-Konsum bietet trotz Turbulenzen Chancen.

Die jüngsten Turbulenzen haben die Aussichten für das Konsumwachstum der Schwellenländer überschattet, aber nicht verändert. Wo der Supertrend «Unzufriedene Gesellschaften – multipolare Welt» der Credit Suisse Chancen des gesellschaftlichen Wandels identifiziert.

Schwellenländer mit wichtigen Vorteilen

Die meisten Schwellenländer sind in der Regel weniger anfällig auf Handelsspannungen, da ihre Exporte maximal einen Drittel des Bruttoinlandproduktes ausmachen. Daneben weisen diese Länder zwei weitere wichtige Vorteile auf: eine junge und wachsende Bevölkerung einerseits und eine wachsende Mittelschicht andererseits.

Mit Blick auf die gestiegene Bedrohung durch Terror- und Cyberangriffe eröffnet der gesellschaftliche Wandel zudem die Chance auf höhere Ausgaben für Produkte und Dienstleistungen rund um physische Sicherheit und Cybersicherheit. Unternehmen, die im Bereich Sicherheit und Verteidigung tätig sind und sich auf Konsumenten in den Schwellenländern konzentrieren, dürften davon entsprechend profitieren.

Umsatzwachstum im Konsumgütersektor weiterhin solide

Aktien aus Schwellenländern haben dieses Jahr tendenziell unter Druck gestanden. Grund dafür sind verschiedene Negativfaktoren wie etwa der stärkere US-Dollar, die politischen Entwicklungen und die schlechte Stimmung infolge der Krise in der Türkei und in Argentinien. Darüber hinaus hat auch der schwelende Handelsstreit die Stimmung gegenüber den Schwellenländern belastet. Dies, obgleich diese Märkte abgesehen von einigen exportorientierten Ländern wie Südkorea und Argentinien nicht übermässig vom Welthandel abhängig sind.

Schliesslich war das Umsatzwachstum im Konsumgütersektor zuletzt rückläufig. Es bleibt aber auf einem soliden Niveau, vor allem dank der Ausgaben für Nicht-Basiskonsumgüter. Konsumaktien der Schwellenländer konnten sich diesen Belastungen nicht entziehen und erlitten entsprechende Kursverluste.

Voraussetzungen für ein starkes Umsatzwachstum sind gegeben

Die langfristigen Fundamentalfaktoren für ein starkes Konsumwachstum in den Schwellenländern haben sich jedoch nicht geändert: Eine junge, wachsende Bevölkerung, aufsteigende Mittelschichten und die zunehmende Urbanisierung dürften allesamt Treiber für ein starkes Konsumwachstum bleiben. Zusammen mit der immer grösseren Verbreitung von Smartphones schaffen diese Faktoren ideale Rahmenbedingungen für den Online-Handel.

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Umsatzwachstum im Konsumgütersektor zuletzt rückläufig

Letzter Datenpunkt: 05.10.2018.
Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Online-Handel treibt das Konsumverhalten

In China ist das Einkaufen im Internet bereits weit verbreitet. So werden dort gemäss dem Emerging Consumer Survey der Credit Suisse mehr als 20 Prozent der Konsumausgaben online getätigt. Der Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers (PwC) zufolge dürften zudem auf dem chinesischen Festland die Umsätze im Onlinehandel von 2017 bis 2021 mit einer jährlichen Rate von rund 21 Prozent weiter steigen. Es ist zu erwarten, dass das E-Commerce-Wachstum in anderen Schwellenländern nachziehen wird. Die Aussichten für Lateinamerika sind dabei besonders vielversprechend.

Insgesamt bietet der Onlinehandel neben den traditionellen Verkaufskanälen Unternehmen eine zusätzliche Möglichkeit, ihren Umsatz zu steigern: Besonders im Bereich der Luxusgüter und Konsumgüter des täglichen Bedarfs, wo die Marktdurchdringung derzeit noch gering ist. Der chinesische Nahrungsmittelkonzern Want Want China etwa hat es geschafft, seinen E-Commerce-Umsatz in jedem der beiden letzten Jahre zu verdoppeln. Zudem wurde bei Molkereiprodukten und Getränken zuletzt ein Drittel des Umsatzwachstums durch E-Commerce generiert – ein weiterer Beweis für das unbestrittene Potenzial, das dieser Kanal bietet.