Die Geschäftslage von Dienstleistern und der Schweizer Industrie bricht ein
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Schweizer Wirtschaft leidet unter dem Lockdown

Die Schweizer Wirtschaft ächzt unter den Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Die Geschäftslage hat sich infolge des Lockdowns für viele Unternehmen der Schweizer Industrie und der Dienstleistungsbranche verdüstert. Die staatlichen Unterstützungsmassnahmen helfen jedoch in der Krise.

Die Aussichten für die Schweizer Industrie trüben sich

Der durch das Coronavirus bedingte Lockdown trifft die Schweizer Wirtschaft. Die Zukunftsaussichten sind in vielen Branchen düsterer als auch schon. So sank der von procure.ch und Credit Suisse erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie im März 2020 um 5.9 Punkte auf einen Stand von 43.7 Zählern. Deutlich unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und so tief wie seit Juli 2009 nicht mehr.

Markant eingetrübt hat sich neben der Produktion und dem Auftragsbestand die Arbeitsmarktlage. Die Subkomponente «Beschäftigung» hat um 8.4 Punkte nachgegeben und deutet nun mit 42.5 Zählern auf einen geringeren Bedarf an Arbeitskräften hin. Mehr als ein Viertel der teilnehmenden Industrieunternehmen hat unterdessen bereits Kurzarbeit beantragt. Im Durchschnitt sind rund 13 Prozent aller Beschäftigten davon betroffen.

PMI der Schweizer Industrie rutscht unter die Wachstumsschwelle

PMI der Schweizer Industrie rutscht unter die Wachstumsschwelle

Entwicklung PMI Industrie
Quelle: procure.ch, Credit Suisse

Lieferengpässe belasten die Schweizer Industrie zusätzlich

Auch beim Einkauf stehen Schweizer Industrieunternehmen vermehrt vor Schwierigkeiten. Vor allem bei Gütern aus Italien, aber auch bei solchen aus Deutschland und China ist die Verfügbarkeit schwieriger geworden. Das führt zu längeren Lieferfristen als in den Vormonaten.

Deuten längere Lieferfristen normalerweise auf höhere Kapazitätsauslastungen hin, dürften sie derzeit wegen Lieferunterbrüchen durch Massnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus länger werden. Trotz Lieferengpässen haben sich die Einkaufspreise sowie die Lagerbestände aber nicht merklich verändert. Das Preisniveau sinkt nach wie vor leicht und die Einkaufslager werden etwas voller.

Schweizer Industrie hat mit längeren Lieferfristen zu kämpfen

Schweizer Industrie hat mit längeren Lieferfristen zu kämpfen

Entwicklung der Lieferfristen für die Schweizer Industrie
Quelle: procure.ch, Credit Suisse

Die Geschäftslage ist für Dienstleister besonders ungemütlich

Noch stärker als die Industrie leidet die Dienstleistungsbranche unter den Massnahmen. Der PMI des Dienstleistungssektors ist regelrecht eingebrochen: Er gab im Vergleich zum Vormonat um 23.9 Punkte nach und schloss auf einem Stand von 28.1 Zählern. Damit wird deutlich: Der Lockdown trifft die Dienstleister unmittelbar stärker als die Industrieunternehmen, können doch zahlreiche Dienstleistungen nicht mehr erbracht werden. Infolgedessen steht die Geschäftstätigkeit verbreitet still und auch die Neuaufträge und der Auftragsbestand sind geschrumpft.

Das wirkt sich auf den Personalbedarf aus. Analog zur Industrie wird ebenfalls das Instrument der Kurzarbeit verbreitet angewendet: Mehr als ein Viertel nutzt dieses Instrument, 17 Prozent der Beschäftigten sind betroffen. Noch mehr als bei den Industrieunternehmen scheint bei den Dienstleistern aber Hilfe in der Beschaffung notwendig zu sein, insbesondere im internationalen Handel. Die schwierige Versorgungslage und die schwache Nachfrage spiegeln sich in den Preisentwicklungen wider: Während die Einkaufspreise steigen, sinken die Verkaufspreise.

Die Corona-Krise lässt die Geschäftslage für Dienstleister einbrechen

Die Corona-Krise lässt die Geschäftslage für Dienstleister einbrechen

Entwicklung Dienstleistungs-PMI
Quelle: procure.ch, Credit Suisse

Staatliche Massnahmen unterstützen die Schweizer Wirtschaft effektiv

Eins haben Industrieunternehmen und Dienstleister aber sicher gemeinsam: für beide sind die staatlichen Unterstützungsmassnahmen bei der Bewältigung der Corona-Krise bedeutend. Neben der Kurzarbeit, die bereits breit angewendet wird, erhalten auch die Instrumente zur Liquiditätssicherung wie die seit Kurzem erhältlichen Kredite guten Noten. Insbesondere die Tatsache, dass die Massnahmen so rasch und unbürokratisch umgesetzt wurden ist für viele Schweizer Unternehmen von grosser Bedeutung.

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