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Schweizer Aktien würden abgehängt wenn Zinsen stark steigen

Die Zentralbanken heben die Zinsen nur sehr vorsichtig an. Ein starker Anstieg der Inflation ist nicht absehbar. Was aber wäre, wenn die Schweizerische Nationalbank die Zinsen wesentlich stärker erhöhen würde? Was würde dies für Schweizer Aktien und Anleihen bedeuteten?

Die Zinsen in der Schweiz werden von der Zins- und Wirtschaftsentwicklung im Ausland stark mitgeprägt. Ein Zinsanstieg, der nur die Schweiz betrifft, wäre demnach sehr unwahrscheinlich. Um dennoch aufzuzeigen, wie sich die Titel in einem typischen Schweizer Portfolio bei einem starken Zinsanstieg entwickeln würden, versetzen wir uns in eine Welt starken Wirtschaftswachstums über die nächsten fünf Jahre, das die Zentralbanken weltweit zur Straffung ihrer Geldpolitik veranlasst. Die Schweizerische Nationalbank würde in diesem Umfeld den Leitzins sukzessive um etwa zwei Prozentpunkte anheben, also wesentlich stärker als in unserem Basisszenario.

Schweizer Aktien profitieren weniger von steigenden Zinsen als ausländische

Trotz Zinserhöhung würde der Franken in einem Szenario starken Wachstums infolge eines abnehmenden Bedarfs an «sicheren Häfen» deutlich abwerten. Die höchsten Renditen würden ausländische und stärker zyklische Aktien erzielen. Diese dürften gemäss Schätzungen in einem starken Wachstumsumfeld eine um 2 Prozentpunkte höhere Rendite pro Jahr erzielen als im Basisszenario. Bei Schweizer Aktien läge diese Differenz nur bei einem Prozentpunkt.

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Aktien profitieren am stärksten von Wachstumsumfeld

Erwartete durchschnittliche jährliche Rendite für die Jahre 2018 bis 2022 in Lokalwährung nach Szenario, in %
Quelle: Credit Suisse

Rendite von Anleihen sinkt mit steigenden Zinsen

Für die Anleihenrenditen ergibt sich ein durch den Zinsanstieg getrübtes Bild. Einzig Staatsanleihen der Eurozone würden im Szenario mit markantem Zinsanstieg eine bessere Rendite erzielen als im Basisszenario, da die höheren Coupons die Kursverluste überkompensieren würden. Besonders negativ betroffen wären hingegen Anleihen der Eidgenossenschaft.

Schweizer Immobilienfonds dürften sich im Zinsanstiegsszenario ähnlich wie Aktien entwickeln. Direktanlagen in Immobilien hingegen würden – trotz des höheren Wirtschaftswachstums – gegenüber dem Basisszenario nur wenig an Wert gewinnen.

In einem Umfeld mit höherem Wachstum und höheren Zinsen scheinen demnach ausländische Aktien besonders attraktiv, nicht zuletzt aufgrund der zu erwartenden Frankenabschwächung.

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