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Säule 3a: Frauen mit und ohne Kinder sparen unterschiedlich für ihr Alter

Frauen in Doppelverdienerpaaren sind sich der Bedeutung ihrer Altersvorsorge durchaus bewusst, so die neue Vorsorgestudie der Credit Suisse. Obwohl Müttern im Durch­schnitt weniger Geld zur Verfügung steht, zahlen sie tendenziell häufiger in die Säule 3a ein als Frauen ohne Kinder. Was bedeutet dieser Widerspruch?

Die persönliche Lebens- und Familiensituation beeinflusst die private Altersvorsorge von Frauen. Insbesondere die Familiengründung fördert offenbar das Bewusstsein, für das Rentenalter vorzusorgen. Das zeigt die aktuelle Studie der Credit Suisse «Mind the Gap: Teilzeit, Auszeit, Vorsorgelücke»  Von den Frauen in Doppelverdienerpaaren investieren diejenigen mit Kindern tendenziell häufiger in die 3. Säule als jene ohne Kinder, die sogenannten DINKS («double income, no kids»), obwohl den Müttern in vielen Fällen weniger finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung stehen. So zahlen zum Beispiel 70 % der Familienfrauen mit einer Tertiärausbildung – das Durch­schnittseinkommen beträgt in dieser Gruppe CHF 58’000 – regelmässig in die Säule 3a ein. Von den hoch qualifizierten DINKS mit einem Einkommen von durchschnittlich CHF 82’000 investieren hingegen nur 63 % in die 3a-Vorsorge. Mit anderen Worten: Trotz vermeintlich guter finanzieller Voraussetzungen lassen knapp 40 % der DINKS die Chance ungenutzt, über die Säule 3a ihren Lebensstandard im Alter abzusichern.

In einer Partnerschaft lebende Frauen zahlen häufiger in die Säule 3a ein, wenn sie Kinder haben.

Familienfrauen und DINKS im Vergleich

DINKS haben im Vergleich zu Familienfrauen durchschnittlich ein höheres Einkommen, zahlen jedoch tendenziell seltener in die Säule 3a ein.

Quelle: Credit Suisse, 2019.

Familienfrauen haben nicht immer genügend Mittel für eine private Vorsorge

Frauen, die mit Partner und Kindern leben, sind sich der Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge durchaus bewusst. Ihnen fehlen jedoch zum Teil die finanziellen Mittel, um aus eigener Kraft durch 3a-Sparen Vorsorgelücken vorzubeugen. Dies hat unterschiedliche Gründe. Nach der Geburt eines Kindes reduzieren manche Frauen ihr Arbeitspensum oder sie nehmen eine Auszeit zugunsten der Kinderbetreuung. In manchen Fällen bremst das Engagement für Familie und Kinder auch die Karriereentwicklung. Beides wirkt sich negativ auf das Einkommen aus und kann so den Aufbau eines soliden 3a‑Altersguthabens erschweren.

Familienfrauen nach Ausbildungsniveau

Frauen mit Familie machen weniger Karriere

Familienfrauen stecken bei ihrer Ausbildung eher zugunsten der Familie zurück, während bei den DINKS rund die Hälfte ein hohes Ausbildungsniveau erreicht.

Quelle: Credit Suisse, 2019.

Umso wichtiger ist es für Familienfrauen, ihre Möglichkeiten der Altersvorsorge optimal auszuschöpfen. Bereits ein kleiner, aber regelmässiger Fixbetrag im Familienbudget kann helfen, die Säule 3a aufzubauen und Vorsorgelücken zu füllen. 

3a-Vorsorgeprofil: Familienfrauen

Die Familiengründung beeinflusst die Altersvorsorge. So investieren Frauen in Doppelverdienerpaaren mit Kindern regelmässiger in die 3. Säule als Doppelverdienerinnen ohne Kinder. Das zeigt die aktuelle 3a-Vorsorgestudie der Credit Suisse. Was das für Frauen mit und ohne Kinder bedeutet, erklärt die Co-Autorin der Studie, Emilie Gachet.

DINKS: 37 % bis 40 % lassen Chance für 3a-Altersvorsorge ungenutzt

Aus finanzieller Sicht dürften viele Frauen in Doppelverdienerpaaren ohne Kinder eigentlich in der Lage sein, regelmässig in die Säule 3a einzuzahlen. Unter anderem weil sie keine Kinder zu unterhalten haben und meistens höhere Beschäftigungsgrade aufweisen, stehen ihnen im Durchschnitt mehr finanzielle Mittel zur Verfügung als Familienfrauen. Doch auch DINKS werden bis zur Pensionierung vielleicht nicht durchgängig zu 100 % arbeiten. Möchten sie irgendwann ihr Arbeitspensum zugunsten ihrer Work-Life-Balance oder Freiwilligenarbeit reduzieren, eine Weltreise machen oder aus anderen Gründen eine längere Auszeit nehmen, wirkt sich das negativ auf ihre Altersvorsorge aus. Umso besser, wenn sie für solche Fälle – solange sie dazu finanziell imstande waren – vorgesorgt und regelmässig in die Säule 3a eingezahlt haben. Damit stellen sie sicher, dass sie Vorsorgelücken verringern und im Alter möglichst wenige Abstriche bei ihrem gewohnten Lebensstandard machen müssen. Idealerweise ergreifen sie diese Chance möglichst früh und schieben die private Altersvorsorge nicht auf die lange Bank. Rückwirkende Einzahlungen für verpasste Jahre sind in der Säule 3a nämlich nicht möglich.

3a-Vorsorgeprofil: Frauen in Doppelverdienerpaaren

DINKS steht für «double income, no kids»: Frauen in Doppelverdienerpaaren ohne Kinder erreichen im Vergleich zu anderen Frauengruppen das höchste Einkommen. Dennoch zahlen diese Frauen weniger in die Säule 3a ein als Doppelverdienerfrauen mit Kindern. Mehr dazu von Jan Schüpbach, Co-Autor der Credit Suisse Vorsorgestudie «Mind the Gap: Teilzeit, Auszeit, Vorsorgelücke».

Ein interessanter Nebeneffekt: Steuern sparen mit 3a-Einzahlungen

Das 3a-Sparen lohnt sich auch aus steuerlichen Gründen in mehrfacher Hinsicht. Dabei ist es nicht zwingend, den Höchstbetrag in die 3. Säule einzuzahlen. Selbst kleinere regelmässige Beiträge helfen, Vorsorgelücken zu vermeiden. Aus steuerlicher Hinsicht und in Bezug auf die Rendite können sich diese je nach Wohnort sogar etwas mehr lohnen als sporadisch eingezahlte Maximalbeträge. Hinzu kommt: Wer schon früh mit dem Sparen beginnt, profitiert sogar doppelt. Aufgrund des langen Anlagehorizonts wirkt sich der Zinseszinseffekt stärker aus und erhöht den später ausgezahlten Betrag.

Altersvorsorge für Frauen

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