Rohstoffe: Wie und warum Anleger in Rohstoffe investieren
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In Rohstoffe investieren. Portfolio diversifizieren.

Rohstoffe beschäftigen uns tagtäglich: beim Einkaufen, beim Tanken, beim Telefonieren mit dem Handy. Anleger können in Rohstoffe aber auch investieren. Zum Beispiel, um das Portfolio zu diversifizieren. Denn die Preisentwicklung von Rohstoffen korreliert wenig mit jener von anderen Anlagen.

Vier Kategorien von Rohstoffen

Im Supermarkt oder an der Tankstelle käme kaum jemandem in den Sinn, dass er gerade Rohstoffe kauft. Doch genau das passiert, wenn wir Lebensmittel, Benzin, Möbel, elektronische Geräte oder auch Schmuck aus Gold erstehen.

Eingeteilt werden Rohstoffe in zwei Oberkategorien: in harte und weiche Rohstoffe. Zu letzteren zählen alle landwirtschaftlichen Produkte wie Mais, Kakaobohnen oder Baumwolle. Als harte Rohstoffe gehandelt werden Edelmetalle wie Gold und Silber, Industriemetalle wie Aluminium und Kupfer, aber auch Rohstoffe aus dem Bereich Energie, etwa Erdgas und Kohle.

die wichtigsten rohstoffe

Die wichtigsten Rohstoffe

Quelle: Credit Suisse

Rohstoffe werden an Terminmärkten gehandelt

Zu welchem Preis ein Rohstoff gehandelt wird, ergibt sich aus Angebot und Nachfrage nach dem jeweiligen Produkt. Kaufverträge für Rohstoffe werden aber häufig für die Zukunft abgeschlossen, mittels Futures an Terminmärkten. Landwirte beispielsweise verkaufen ihre künftige Ernte schon vorzeitig, damit sie wissen, wie viel sie damit einnehmen werden. Für sie ist das eine wichtige Absicherung. Das Risiko tragen die Käufer.

Konkret erwerben Käufer zu oder vor einem bestimmten Datum in der Zukunft eine vereinbarte Menge eines Produkts zu einem fixen Preis. Falls dieser Preis für zukünftige Kontrakte höher ist als der tagesaktuelle Kassakurs, spricht man von Contango (siehe Infobox). Der Terminkurs hängt stark von der sogenannten Verfügbarkeitsprämie (auch Convenience Yield genannt) und etwaigen Lager- und Finanzierungskosten ab. Oder bildlich gesprochen: Stellen Sie sich vor, Sie müssten Öltanks in Ihrem Garten aufstellen zwecks Lagerung. Dies würde eine grössere Investition an Infrastruktur, Platz und Unterhalt voraussetzen.

Als Privatanleger in Rohstoffe investieren

Privatanleger können auf verschiedene Arten mit Rohstoffen handeln:

  • Rohstofffonds und Rohstoff-ETFs: Für Privatanleger ist der Kauf von Anteilen an entsprechenden Fonds bzw. ETFs die einfachste Möglichkeit, in Rohstoffe zu investieren. Unter ihnen gibt es Fonds mit aktiver Handelsstrategie. Meist bilden Rohstofffonds jedoch einen Rohstoffindex ab.
  • Physischer Kauf von Rohstoffen: Gold und andere Edelmetalle können grundsätzlich physisch gekauft und im Tresor von Banken gelagert werden. Bei anderen Rohstoffen ist das schwieriger. Dafür bräuchte es schon einen Öltank oder Getreidesilo im Garten.
  • Aktien von Rohstoffunternehmen: Privatanleger können wie in andere Firmen auch in Rohstoffunternehmen investieren. Der Nachteil dabei ist jedoch, dass sie nur indirekt am Rohstoffhandel partizipieren, nicht aber direkt an der Preisentwicklung der Rohstoffe teilhaben. Denn Aktien von Rohstoffunternehmen korrelieren stärker mit anderen Anlagen als mit Rohstoffpreisen.
  • Termingeschäfte: Wie professionelle Investoren können auch Privatanleger mittels Termingeschäften Rohstoffe handeln. Das setzt aber Erfahrung voraus. Die Preise solcher Termingeschäfte hängen von verschiedenen Faktoren ab. Eine wichtige Rolle spielen insbesondere die Verfügbarkeit, beispielsweise die Fördermenge von Erdöl, und die Lagerkosten der Rohstoffe.

In Rohstoffe investieren: Chancen und Risiken

Die Nachfrage nach Rohstoffen steigt langfristig im Zuge des globalen Bevölkerungswachstums an. Gleichzeitig sind die natürlichen Ressourcen bei gewissen Rohstoffen knapp, was sich auf die Preise auswirkt und somit Chancen für Anleger bietet. Mit Rohstoffen können sich Anleger auch gegen die Inflation absichern. Denn während Geld inflationsbedingt an Wert verliert, steigt gleichzeitig der Wert der Rohstoffe. Das wichtigste Argument für Rohstoffanlagen ist jedoch die Risikoabsicherung. Die Renditetreiber von Rohstoffanlagen sind andere als etwa bei Aktien oder Obligationen. Deshalb kann es sich lohnen, das Portfolio mit Rohstoffanlagen anzureichern und dieses so zu diversifizieren.

Rohstoffanlagen können jedoch sehr volatil sein. Umso wichtiger ist es, sich der Risiken der einzelnen Anlagen bewusst zu sein und beispielsweise nur in Termingeschäfte zu investieren, wenn man deren Mechanismen genau versteht. Auch bei der Investition in Rohstoff-ETFs oder Rohstofffonds müssen sich Anleger mit deren Risiken auseinandersetzen, etwa wie die einzelnen Rohstoffe gewichtet sind und wie diese miteinander korrelieren. Investitionen in verschiedene Rohstoffanlagen können das Risiko mindern.

korrelationsmatrix rohstoff index

Korrelationsmatrix

Die Matrix zeigt, wie stark Rohstoffanlagen mit anderen Indizes im Zeitraum vom 16.7.2015 bis 16.7.2020 korrelierten (Basis wöchentliche Rendite in CHF).
Quellen: Bloomberg, Credit Suisse

Verantwortungsvoll in Rohstoffe investieren

Rohstoffanlagen sind in den letzten Jahren in Verruf geraten. Besonders verpönt ist das Handeln mit landwirtschaftlichen Produkten. Doch können Rohstoffe, sofern sorgsam ausgewählt, ein Anlageportfolio bereichern. Erst recht, wenn dabei ökologische und soziale Faktoren berücksichtigt werden. Wer beispielsweise Aktien von Rohstoffunternehmen kauft, kann dabei den Fokus auf Nachhaltigkeit setzen. Sei es mit Investitionen in ökologische Landwirtschaft, dem Recyceln von Elektroschrott oder im Bereich nachhaltige Mode. Mit solchen Investitionen setzen Anleger gleichzeitig ein Zeichen und treiben damit Nachhaltigkeit voran.

Gerade unter den Millennials setzen viele auf Nachhaltigkeit: als Konsumenten, aber auch als Anleger. Deshalb weisen nachhaltige Anlagen Potenzial für überdurchschnittliches Wachstum und Überschusserträge auf. Das haben auch die Finanzinstitute erkannt. So sind jüngst erste nachhaltige Rohstofffonds bei Banken erhältlich. Wer sich also die Zeit nimmt, Rohstoffanlagen zu prüfen, kann durchaus verantwortungsvoll in Rohstoffe investieren.

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