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Risiken absichern: So verbessern Anleger ihr Rendite-Risiko-Profil

Der drohende Handelskrieg, Turbulenzen in Italien und die Geldpolitische Normalisierung führten zu Sorgen an den Finanzmärkten. Welches die wichtigsten Sorgenherde sind und wie sich Anleger am besten gegen diese absichern können, ohne die Anlagestrategie fundamental anpassen zu müssen.

Sichern Sie Risiken ab

2018 hat sich für Anleger bisher als schwieriges Jahr erwiesen. Geldpolitische Normalisierung, die Furcht vor einem Handelskrieg, geopolitische Spannungen und neuerliche Sorgen um Europa belasten allesamt die Stimmung. Dessen ungeachtet wächst die Weltwirtschaft derzeit überdurchschnittlich, während die Aktienmärkte stabil oder leicht im Plus notieren, was auf eine starke fundamentale Unterstützung der Märkte hindeutet.

In diesem Umfeld halten wir an unserem taktischen Fokus auf eher risikoreicheren Anlagen fest. Es gibt allerdings eine Reihe von Faktoren, die ein Risiko darstellen, Diese Risiken lassen sich absichern, ohne dafür die Anlagestrategie fundamental anpassen zu müssen. Das Ziel dabei ist, nur geringe Kosten zu tragen, aber beim Eintritt eines Risikos hohe Renditen zu erzielen, damit das Gesamtportfolio stabilisiert wird.

Anlageideen angesichts geopolitischer Spannungen

Der anhaltende Streit zwischen den USA und ihren wichtigsten Handelspartnern hat an den Märkten für viel Volatilität gesorgt und dürfte die Anleger auch weiterhin in Atem halten. Positionen wie ein Long-Engagement im Japanischer Yen oder in australischen Staatsanleihen (währungsgesichert) dürften sich im Falle verstärkter Handelssorgen genauso auszahlen wie die Übergewichtung kleiner US-Werte gegenüber ihren Large-Cap-Pendants.

In den letzten Monaten kamen regelmässig geopolitische Spannungen auf. Im Mittelpunkt stand dabei vor allem der Nahe Osten, was den Ölpreis nach oben getrieben hat. Eine Eskalation der Lage ist zwar weiterhin möglich, doch gibt es hier wenig Anreiz, neue Konfrontationen heraufzubeschwören. Die OPEC bemüht sich derweil um eine Stabilisierung des Ölpreises, wodurch sich die Risiken beim Öl künftig etwas ausgewogener darstellen dürften. Ungeachtet dessen bieten Energieaktien gute Absicherungsmöglichkeiten, sollten die Spannungen erneut zunehmen, und sind überdies noch attraktiv bewertet.

Wir halten an unserem taktischen Fokus auf eher risikoreicheren Anlagen fest.

Matthew Lehmann, Head Multi Asset Strategy

Risiko Italien und Eurozone absichern

Die Machtübernahme der euroskeptischen Parteien in Italien hat einen scharfen Ausverkauf bei italienischen Anlagen ausgelöst und dabei auch andere Anleihenmärkte der europäischen Peripherie in Mitleidenschaft gezogen. Italien dürfte aber nicht wirklich die Absicht haben, die Eurozone zu verlassen und stellt daher kein systemisches Risiko dar. Dennoch wird der Markt für italienische Anlagen künftig eine höhere Risikoprämie einfordern.

Die attraktivste Absicherungsmöglichkeit besteht in diesem Fall darin, US-Treasurys gegen italienische Staatsanleihen zu kaufen, und zwar auf währungsungesicherter Basis. US-Staatsanleihen haben eine höhere Rendite als ihre italienischen Pendants und dürften deutlich an Wert zulegen, wenn die Italien-Risiken systemische Ausmasse annehmen würden.

Absicherung zahlt sich aus, wenn eines dieser Risiken tatsächlich eintritt.

Matthew Lehmann, Head Multi Asset Strategy

Anlageideen aufgrund der Notenbankpolitik

Das Wirtschaftswachstum hat sich auf globaler Ebene erheblich verbessert und ist inzwischen auch stärker synchronisiert. Für die Notenbanken ist dies eine gute Gelegenheit, um ihre quantitativen Lockerungsprogramme zu beenden und einen Normalisierungsprozess der Geldpolitik einzuleiten. Die Rally, die risikoreichere Anlagen in den letzten Jahren verzeichnet haben, wird vielfach der quantitativen Lockerung zugeschrieben.

Ihr Ende ist jedoch kein Grund, um wegen der Konjunktur oder der Aktienmärkte in Sorge zu sein. Trotzdem könnten Anleger zur Absicherung dieses Risikos erwägen, in langlaufende Staatsanleihen von entwickelten Hochzinsländern wie Australien (währungsgesichert) oder den USA (währungsungesichert) zu investieren. Sollte sich herausstellen, dass die restriktiveren Finanzbedingungen dem Wachstum schaden, würden die Notenbanken wahrscheinlich ihren Kurs ändern und möglicherweise sogar wieder die Zinsen senken.

Rendite-Risiko-Profil verbessern

Wir sind von unserem positiven Wachstumsausblick und der offensiven Risikoausrichtung, unverändert überzeugt. Anlageideen, wie die eben beschriebenen, sollten indes nicht allzu grosse Verluste verursachen und sich auszahlen, wenn eines dieser Risiken tatsächlich eintritt. Sie haben somit das Potenzial, das Rendite-Risiko-Profil von Portfolios zu verbessern.