In der Schweiz sorgt sich gemäss Sorgenbarometer 2019 Jung und Alt um die Altersvorsorge
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Problem Nr. 1: Altersvorsorge

Im dritten Jahr in Folge sehen die Schweizer Stimmberechtigten die Altersvorsorge als das grösste Problem, das in der Schweiz gelöst werden muss. Dies über alle Bevölkerungsgruppen hinweg, wie das Credit Suisse Sorgenbarometer zeigt.

Sorgenbarometer 2019 – Top-20-Probleme – Altersvorsorge auf Platz 1

Altersvorsorge ist die Top-Sorge der Schweizer Stimmberechtigten

Mit 47 % sehen nahezu die Hälfte aller im Jahr 2019 Befragten die Altersvorsorge als dringlichstes Problem der Schweiz, das gelöst werden muss. Es folgen die Sorge um Gesundheit/Krankenkasse und die Thematik rund um AusländerInnen. Erst auf Platz 4 erscheint mit Umweltschutz/Klimawandel/Umweltkatastrophe ein globales Problem.

Das Problem Altersvorsorge hält sich hartnäckig an erster Stelle

In den letzten drei Jahren nahm die Unsicherheit in Bezug auf die Altersvorsorge stetig zu. Es ist offensichtlich, dass bei der Stabilisierung der 1. und 2. Säule grosser Handlungsbedarf besteht. Bereits 2018 stand dieselbe Sorge mit 45 % auf dem obersten Platz des Barometers, im Jahr davor waren es 44 %. Und 2019 nannten schliesslich 47 % die Altersvorsorge als dringlichstes Problem.

Unterschiedliche Methoden – gleiches Resultat

Das Forschungsinstitut gfs.bern befragt die Bevölkerung auf unterschiedliche Arten. Bei der gestützten Methode erhalten die Befragten eine Liste mit möglichen Problemen, anhand derer die fünf dringlichsten ausgewählt werden können. Auf diese Weise entstanden die oben genannten 47 %. Doch auch ungestützt, also ohne Problemauflistung, nimmt die Altersvorsorge den unrühmlichen ersten Platz der Negativ-Hitparade ein, wenn auch «nur» mit 41 %. Weil jeweils fünf Probleme genannt werden dürfen, ergeben die Resultate zusammengerechnet mehr als 100 %.

Werden die Befragten gebeten, sich auf ein einzelnes Problem zu beschränken, das am dringendsten gelöst werden müsste, so erscheint auch hier die Altersvorsorge mit 16 % an erster Stelle.

47 %

sehen die Altersvorsorge als dringlichstes Problem.

Alter und Wohnort: Die Unterschiede sind gering

Auch das Alter der Befragten und der Umstand, ob diese auf dem Land, in einer Agglomerationsgemeinde oder in der Stadt leben, vermögen die Altersvorsorge nicht vom ersten Platz zu vertreiben.

Grosse Sorgen machen sich vor allem die 40- bis 65-Jährigen und die über 65-Jährigen. Beide Gruppen sehen mit insgesamt 52 % am häufigsten die Altersvorsorge als wich­tigstes Problem der Schweiz. Doch auch die Jungen sind nicht unbeschwert, was die finanzielle Absicherung in ihrem Alter angeht: Immerhin nennen auch hier 35 % die Altersvorsorge als bedeutendes Problem – gleichauf mit der Sorge um Umwelt und Klima.

Auf den Wohnort bezogen, macht man sich in den ländlichen Gegenden die grössten Sorgen in Bezug auf die Altersvorsorge: 53 % sehen hier die Stabilisierung der 1. und 2. Säule als grösste Herausforderung, die es momentan zu meistern gilt. Doch auch in den Agglomerationen oder Städten ist die durchschnittliche Unsicherheit nicht viel geringer. Auch hier sorgen sich jeweils 47 % um die Zukunft der Altersvorsorge.

Altersvorsorge: gescheiterte, umgesetzte und laufende Reformen

Die zunehmende Besorgnis um die finanzielle Absicherung im Alter fällt in eine Zeit der Reformanstrengungen des Bundesrats. Nachdem die Reform «Altersvorsorge 2020» 2017 von den Stimmberechtigten abgelehnt wurde, haben die Stimmbürger im Mai 2019 die «Steuerreform und AHV-Finanzierung» (STAF) angenommen. Die finanzielle Schieflage der AHV konnte damit vorübergehend etwas korrigiert werden. Dass dennoch eine umfassende Reform dringend notwendig ist, bestreitet niemand.

Zurzeit wird die Vorlage «AHV 21» bearbeitet. Mit dem Ziel, die AHV bis 2030 zu sichern, soll sie gemäss Plänen des Bundesrats 2022 in Kraft treten. Voraussetzung dafür ist das Ja der Stimmbevölkerung in der entsprechenden Abstimmung.

Politikversagen im Sorgenbarometer 2019: Altersvorsorge spielt wohl eine Rolle

46 % sind der Meinung, die Politik versage

       

Interesse an Politik nimmt zu, das Vertrauen schwindet

Das Sorgenbarometer 2019 offenbart weitere bemerkenswerte Tendenzen: Während das Interesse an der Politik mit 74 % einen Rekordwert erreicht, nimmt das Vertrauen in die Politiker ab. 46 % der Befragten sind der Meinung, dass Politik, Regierung und Verwaltung in entscheidenden Dingen oftmals versagen. Die Autoren der Studie ziehen daraus den Schluss, dass das abnehmende Vertrauen in die Politik unter anderem vor dem Hintergrund der Reformprojekte zu betrachten ist, die den Durchbruch in den letzten Jahren noch nicht geschafft haben.

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