Private Equity: eine Anlageklasse mit Chancen
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Private Equity verstehen – ein Leitfaden für externe Vermögensverwalter

Private-Equity-Fonds rücken zunehmend in den Fokus einer breiteren Gruppe von Anlegerinnen und Anlegern, die auf der Suche nach Renditen sind und ihre Anlagen diversifizieren möchten. Diese Anlageklasse hat in der Vergangenheit starke Renditen erzielt. Infolgedessen werden externe Vermögensverwalter immer häufiger von ihren Kundinnen und Kunden gefragt, ob und wie sie Zugang zu Private Equity erhalten können.

Private Equity zur Diversifizierung von Portfolios 

Private-Equity-Fonds (PE-Fonds) investieren in der Regel in privat geführte, nicht börsenkotierte Unternehmen, die zu einem späteren Zeitpunkt Aussichten auf eine Wertsteigerung bieten und verkauft werden. Das bedeutet, dass sich PE-Fondsmanager auf das Vorantreiben betrieblicher Verbesserungen in der Beteiligungsgesellschaft konzentrieren und über einen klaren Wertschöpfungsplan verfügen. Dies kann in verschiedenen Phasen des Lebenszyklus erfolgen (von Risikokapital über Wachstumskapital bis hin zu Buyouts). Aus diesem Grund verfügen PE-Fonds über ein deutliches Alpha-Potenzial und bieten dennoch eine Diversifizierung über verschiedene Dimensionen hinweg.

Der Zugang zu Chancen kann sich angesichts der privaten Natur von Anlagen und des Zeithorizonts der Wertschöpfung sowie der Struktur des Deal-Sourcings schwierig gestalten. Darüber hinaus müssen Anlegerinnen und Anleger eine gewisse Illiquidität akzeptieren. Eine typische PE-Anlage beinhaltet einen Zeitraum, in dem der Manager Kapitalzusagen (Commitments) von Anlegerinnen und Anlegern einholt (Commitment-Periode); sobald die Anlagekapazität erreicht ist, schliesst der Fonds. Die Mittel werden anschliessend über einen Zeitraum von rund fünf Jahren investiert, gefolgt von der Realisierungsperiode (ebenfalls rund fünf Jahre), in der die Erlöse zurück an die Anlegerinnen und Anleger fliessen.

Wie externe Vermögensverwalter Mehrwert schaffen

Laut einer kürzlich von der CAIA Association und Stableton* durchgeführten Umfrage im Schweizer Markt sind die drei Hauptherausforderungen einer Privatmarktinvestition erstens der Zugang zu guten Deals (> 45 % der Befragten), zweitens die Investitionsgrösse (> 30 %) und drittens die mangelnde Liquidität (> 30 %). Diese Herausforderungen sind real und relevant. Anlageberatern (wie externen Vermögensverwaltern), die Zugang zu einem soliden PE-Angebot haben und dieses den Bedürfnissen und Anlageanforderungen ihrer Kundinnen und Kunden zuordnen können, eröffnen sich bedeutende Chancen, ihren Kundinnen und Kunden einen Mehrwert zu bieten und ihre langfristige Zusammenarbeit zu stärken.

Im Folgenden sehen wir uns an, wie diese Herausforderungen bewältigt werden können und wie die Credit Suisse externe Vermögensverwalter bei der Beantwortung von Kundenanfragen zu dieser Anlageklasse unterstützen kann.

Herausforderung 1: Zugang zu guten Deals

Da sich Private-Equity-Fondsmanager aktiv an der Wertschöpfung ihrer Positionen beteiligen, ist der Zugang zu den besten Managern von entscheidender Bedeutung. Ein Blick auf die Performance von PE-Managern zeigt, dass die Streuung der Ergebnisse wesentlich breiter als auf den öffentlichen Märkten ist. Daher ist die Suche nach den besten Managern, aber auch der Zugang zu ihnen ein wichtiger Teil des PE-Anlageprozesses.

Manager lancieren in der Regel regelmässig Fonds (Auflegungsjahre). Infolgedessen ziehen starke Manager mit nachgewiesener Erfolgsbilanz bei früheren Fonds in der Regel mehr Kapital an, als sie einsetzen können. Daher beschränken sie den Zugang auf Partner, die bereits in der Vergangenheit investiert haben. Unsere Feeder-Fonds-Plattform unterhält dank der langen Tradition der Credit Suisse als Investor im Bereich Private Equity starke Beziehungen zu solchen Top-Quartil-Managern. Die Credit Suisse verfügt über mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung im PE-Bereich. Darüber hinaus prüft ein Due-Diligence-Team jeden Deal und jeden Manager zur Sicherstellung, dass Manager und Fonds unseren Anforderungen entsprechen. Von den mehr als 600 Anlagechancen, die vom Due-Diligence-Team geprüft wurden, wurden weniger als 2,5 % genehmigt.

Herausforderung 2: Investitionsgrösse

Aufgrund der mit Private-Equity-Anlagen verbundenen Illiquidität und Risiken sollten Anlegerinnen und Anleger mit Liquiditätsbedarf und ohne die entsprechende Risikotoleranz oder das erforderliche Wissen börsenkotierte Alternativen in Betracht ziehen, die einige Elemente eines diversifizierten PE-Portfolios bieten (Evergreen-Fonds, die ein wiederkehrendes Portfolio an Anlagen und Liquidität verwalten, wie z. B. ein Partners Fund).

Doch selbst für Anlegerinnen und Anleger mit erheblichen investierbaren Barmitteln können die Mindestanforderungen grosser Private-Equity-Fonds ein Problem sein. Nehmen wir die klassische Portfoliozusammensetzung mit einer 5-prozentigen Allokation in Private Equity an: Schreibt ein Fonds eine Mindestanlage von CHF 250’000 vor, müsste das Portfolio einen Gesamtwert von mindestens CHF 5 Millionen aufweisen, damit eine solche Anlage möglich ist. Dabei wird nicht einmal die Tatsache berücksichtigt, dass eine Diversifizierung über Fonds, Strategien und Auflegungsjahre empfohlen wird. Eine Möglichkeit, diese Problematik zu mildern, ist die Teilnahme an einem diversifizierten Vintage-Programm, das Zugang zu einer Reihe verschiedener Fonds aus einem Auflegungsjahr bietet, und auf rollierender Basis zu investieren.

Der Credit Suisse Seasons Global bietet eine solche Chance, indem er Zugang zu Fonds aus dem umfassenden Netzwerk von PE-Partnern der Credit Suisse bietet. Er ermöglicht den Aufbau eines diversifizierten Portfolios innerhalb eines Auflegungsjahres mit nur einem Feeder-Fonds (d. h., die erforderliche Kapitalzusage wird geringer). Darüber hinaus ermöglicht die Feeder-Struktur der Credit Suisse Anlegerinnen und Anlegern den Zugang mit einer wesentlich geringeren Mindestanlage, als das bei einer direkten Anlage in die jeweiligen Fonds normalerweise der Fall ist. Möglich wird das durch die skalierbaren Verwaltungsprozesse und das Kapitalabruf-Management der Credit Suisse.

Herausforderung 3: Illiquidität

Illiquidität ist ein Merkmal von Private-Equity-Fonds und widerspiegelt die zugrunde liegende Anlage- und Renditestrategie. Die Erhöhung der Liquidität von PE-Anlagen ist daher immer mit Kosten verbunden (z. B. Verwässerung von Renditen bei Positionen in liquiden Vermögenswerten) oder unterliegt anderen Risiken (bei Anlagen in gemischten Fonds). Der Nachteil einer niedrigen Liquidität muss akzeptiert und entsprechend eingeplant werden, damit Anlegerinnen und Anleger von der Illiquiditätsprämie profitieren können.

In bestimmten Fällen können Anteile über den (internen) Sekundärmarkt verkauft werden, allerdings in der Regel mit einem erheblichen Abschlag. Bei einigen bei der Credit Suisse** gebuchten Anlagen können die Anteile als Sicherheit für einen Lombardkredit verwendet werden, wodurch im Falle eines unerwarteten Bedarfs liquide Mittel freigesetzt werden.

Wie eine gezielte Private-Equity-Strategie umgesetzt werden kann

Die Credit Suisse bietet Kundinnen und Kunden, die auf der Suche nach attraktiven Private-Equity-Lösungen sind, eine Reihe verschiedener Möglichkeiten. In einem ersten Schritt sollten die Kundinnen und Kunden ihr Ziel festlegen (wie viel in PE-Fonds investiert werden soll). Wie hoch ist der Commitment-Betrag im Vergleich zum erwarteten «Out-of-Pocket»? Die (ausgewogene) strategische Asset Allocation der Credit Suisse empfiehlt für Portfolios mit einem Wert von über CHF 5 Mio. eine 5-prozentige Allokation in PE-Fonds. Diese Entscheidung bestimmt dann, auf welches Vehikel zugegriffen werden kann. Der zweite Schritt umfasst die Entwicklung der Anlagestrategie und die Entscheidung, welche Strategien, Manager und Auflegungsjahre einbezogen werden sollen. In einem dritten Schritt wird diese Strategie dann beispielsweise mit den Bausteinen der Credit Suisse Feeder umgesetzt.

Ein guter Ausgangspunkt ist das Seasons-Global-Programm, das Zugang zu mehr als 75 Unternehmen aus einem Auflegungsjahr bietet. Grössere Portfolios können dann Fokus- und Zielfonds hinzufügen, um die Portfolioeigenschaften zu steuern. Für Kundinnen und Kunden auf der Suche nach direkten Deal-Flows kann der Klub für Koinvestitionen von Direct Equity Partners in Betracht gezogen werden.

Vorteile einer Feeder-Lösung der Credit Suisse

Vorteile einer Feeder-Lösung der Credit Suisse

Es gibt derzeit keinen etablierten Markt für Beteiligungen am CSPB-Feeder; die Entwicklung eines solchen Markts ist nicht geplant.

1) Kein Gegenparteirisiko mit der Credit Suisse.
2) LTV: Loan-to-Value (Belehnungssatz). Hinweis: Nur zur Veranschaulichung.

Quelle: Credit Suisse AG

* «Future of Private Markets in Switzerland – Allocation to Private Markets in Switzerland:
An Inaugural Survey» von CAIA Association und Stableton, 2022.
**https://zusp2016.csintra.net/sites/CMS_backup/ip_s/Private_Equity/PDF_slides_for_the_Website/Loan_to_value.pdf