Private Equity attraktiv abseits der Börsen investieren
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Private Equity – attraktive Investitionsmöglichkeit abseits der Börse

Alternative Anlagen wie Private Equity spielen eine immer wichtigere Rolle bei der Stabilisierung und Diversifizierung der Portfolios – erst recht im aktuellen Umfeld mit niedrigen Zinsen und tiefen Renditen. Wie funktioniert Private Equity und wie können Privatanleger darin investieren?

Ein Grossteil der Wirtschaft besteht aus kleinen und mittelgrossen Unternehmen, die nicht an der Börse notiert sind. Mittels Private Equity können sich diese Unternehmen Kapital beschaffen. Entsprechend ist Private Equity in der Schweiz und global gesehen ein riesiger Markt, der bislang von Privatanlegern aber nur wenig beachtet wurde.

Gerade in Zeiten von tiefen Zinsen und geringen Renditen an den klassischen Finanzmärkten lohnt es sich jedoch umso mehr, Alternativen zu prüfen. Für Anleger mit einem langen Anlagehorizont und Risikobereitschaft kann Private Equity eine gute Option sein, einen Teil des Vermögens alternativ anzulegen.

Wie Privatanleger in Private Equity investieren können

Lange Zeit war Private Equity institutionellen Anlegern wie beispielsweise Pensionskassen oder Family Offices vorbehalten. Als Einstiegsschwelle galt dabei ein Betrag von rund CHF 5 Millionen. Inzwischen gibt es aber auch Private-Equity-Fonds, die das Kapital von Anlegern in einem Pool sammeln und so in ein einzelnes Unternehmen oder ein Portfolio mehrerer Unternehmen investieren. Hierbei ist die Mindestinvestition deutlich tiefer. Eine weitere Möglichkeit ist der Kauf von Private-Equity-Dachfonds oder von Aktien der Private-Equity-Gesellschaften, die ihrerseits an der Börse notiert sind.

Privatanleger können mit Investitionen in Private Equity ihr Portfolio diversifizieren und so das Risiko/Rendite-Verhältnis verbessern. Dennoch sollte der Anteil an Private Equity nicht zu hoch sein. Die Credit Suisse empfiehlt ab einer gewissen Portfoliogrösse einen Anteil von fünf Prozent am gesamten Portfolio. Unbedingt beachtet werden sollte allerdings die geringere Liquidität dieser Anlageklasse.

Private Equity – Angebot trifft Nachfrage

Private-Equity-Kapital wird dort eingesetzt, wo Nachfrage herrscht. Am Anfang steht eine Kapitalzusage des Anlegers. Je nach Bedarf wird der ausgehandelte Betrag über einen Zeitraum von mehreren Jahren in Unternehmen investiert. In den Anfangsjahren werfen solche Investitionen kaum Rendite ab, erst mit der Zeit können Gewinne an den Anleger ausgeschüttet werden.

Private-Equity-Manager geniessen im Gegensatz zu Anlagen in börsenkotierte Unternehmen einen hohen Mitbestimmungsgrad. Häufig erreicht das finanzielle Engagement von Private-Equity-Gesellschaften die Schwelle einer Mehrheitsbeteiligung. Dadurch können die Geldgeber die Unternehmensstrategie beeinflussen bis hin zur vollständigen Übernahme des Unternehmens. Aus eben diesem Grund haben Private-Equity-Fonds bisweilen einen schlechten Ruf als Heuschrecken. In vielen Fällen finden Unternehmen unter der Führung von Private-Equity-Gesellschaften jedoch zurück auf den Wachstumspfad und/oder können ihre Marktposition verbessern.

Die Übernahme eines Unternehmens ist aber nur eines der Szenarien, bei denen Privat Equity zum Zuge kommt. Als Risikokapital, sogenanntes Venture Capital, kann es ebenso zur Finanzierung neu gegründeter Start-up-Unternehmen dienen. Oft benötigen Firmen auch Kapital für das weitere Wachstum und sind deshalb auf Investoren angewiesen.

Was ist Private Equity? 

Private Equity ist eine ausserbörsliche Beteiligung an einem Unternehmen. In der Regel erfolgt die Kapitalbeteiligung über Private-Equity-Gesellschaften, die sich auf diese Form der Anlage spezialisiert haben. Ziel ist, durch die Beteiligung eine finanzielle Rendite zu erzielen. Für Unternehmen ist Private Equity eine Möglichkeit, Kapital aufzunehmen – beispielsweise für die Entwicklung neuer Produkte und Technologien, den Aufbau neuer Märkte, geplante Übernahmen oder auch für einen Turnaround. Ausserbörsliche Beteiligungen an jungen Start-up-Unternehmen mit entsprechendem Risiko werden als Venture Capital bezeichnet.