Pensionskassenausweis prüfen
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Pensionskassenausweis – ein Stück Zukunft unter der Lupe

Vielen gilt er als Buch mit sieben Siegeln, doch der Pensionskassenausweis lässt sich einfach entschlüsseln. Er zeigt den finanziellen Spielraum im Rentenalter auf und weist frühzeitig auf Lücken hin.

Anfang Jahr landet jeweils ein ganzer Berg von Dokumenten auf unserem Schreibtisch: Lohnausweise, Bankauszüge, Spendenbestätigungen und mehr. Mit dabei ist bei den meisten Angestellten immer auch der Pensionskassenausweis (auch Vorsorgeausweis), doch der wandert oft ungelesen in die Ablage oder sogar in den Papierkorb. Ein schwerer Fehler, denn dieser Vorsorgeausweis enthält neben den versicherten Leistungen bei Tod und Invalidität wichtige Informationen zum Einkommen im Alter. Deshalb sollte man einen kurzen «Boxenstopp» einlegen und kontrollieren, ob man mit der Vorsorge auf Kurs ist.

Vielfalt der Pensionskassenwelt

Die Pensionskasse ist für viele Menschen der wichtigste Pfeiler der Altersvorsorge. Die Beiträge, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber einzahlen, summieren sich: Nach einigen Jahrzehnten liegt ein erheblicher, wenn nicht sogar der grösste Teil des persönlichen Vermögens in der 2. Säule. Schon deshalb lohnt es sich, genau hinzuschauen.

Anders als die staatliche AHV/IV, die so genannte 1. Säule, ist die Pensionskassenwelt sehr vielfältig. Es gibt heute rund 2’500 Pensionskassen, die sich hinsichtlich der Grösse, der Verwaltungs- und Rechtsform sowie der Leistungen stark unterscheiden. Das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) umschreibt die Minimalvorschriften für die obligatorische berufliche Vorsorge. Die Mehrzahl der Pensionskassen bietet aber zusätzliche, sogenannte überobligatorische Leistungen an, geht also über die gesetzlich geforderten Mindestleistungen hinaus. Jede Pensionskasse hat dazu ihr eigenes, oft sehr umfassendes Reglement, in dem alle Leistungen detailliert, aber für Laien oft auch kompliziert umschrieben sind.

Wunsch und Wirklichkeit

Angesichts dieser Vielfalt verwundert es nicht, dass es keinen einheitlichen Vorsorgeausweis gibt, sondern Dutzende ganz unterschiedliche Arten. Einige enthalten nur wenige Grunddaten, andere sind sehr ausführlich. Es lohnt sich aber in jedem Fall, die Angaben genauer unter die Lupe zu nehmen, denn der Ausweis ist ein wertvolles Diagnoseinstrument, das rechtzeitig Wunsch und Wirklichkeit zu vergleichen hilft.

Ein Gesamtbild der Vorsorgesituation liefert er aber nicht. Dafür muss man alle Pfeiler des Vorsorgesystems, also auch die AHV/IV und die private Vorsorge, beispielsweise die 3. Säule, sowie das übrige Vermögen in die Betrachtung einbeziehen.