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Online-Handel als spannendes Anlagefeld: Wer mit Elefanten tanzt

Durch die zunehmende Digitalisierung ist unsere gesamte Wirtschaft dabei, sich zu verändern. Einkaufszentren verschwinden, stattdessen legt der Online-Handel immer weiter zu. Um in diesen Wandel zu investieren, sind Infrastrukturfonds eine mögliche Geldanlage.

„Wenn Elefanten tanzen, dann leidet das Gras“ lautet eine afrikanische Redewendung. Sind Amazon und Walmart Elefanten ihrer Branche? Werden Einkaufszentren weiter wie Grashalme unter ihrem Wettkampf zertrampelt? Die wöchentlichen Schliessungen von Einkaufszentren in den USA vermitteln diesen Eindruck.

Beispielsweise gab zudem erst kürzlich Amazon die Übernahme von Whole Foods Market für 13.7 Milliarden USD bekannt. Die Transaktion beschleunigt nicht nur den Strukturwandel einer Branche, sondern sie illustriert, wie digitale Technologien die gesamte Wirtschaft verändern.

Das grosse Ladensterben ist Teil des Prozesses vom Werden und Vergehen von Geschäftsmodellen. Ganz nebenbei sind die omnipräsenten Ausverkäufe im übersättigten Einzelhandel auf konsumfreundliche Weise deflationär und erklären, weshalb starker Konsum und tiefe Kapitalmarktrenditen aktuell Hand in Hand gehen.

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Einzelhandelsumsätze bei Warenhäusern (GMS) und Online-Handel (Als Prozentsatz des gesamten In-Store + Online GAFO1)


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 GAFO (general merchandise, apparel and accessories, furniture, and other sales) umfasst Einzelhändler, die sich auf Waren wie Möbel und Heimtextilien, Elektronik und Geräte, Kleidung und Accessoires, Sportartikel, Hobby, Buch und Musik, Allgemeine Waren, Bürobedarf, Schreibwaren und Geschenkläden spezialisieren.

2 Elektronische Einkäufe und Versandhäuser.

Quelle: Broker Research, Credit Suisse

Digitalisierung bringt Einzelhandel zum Umdenken

„Convenience Food“ lautet die Reaktion der Supermärkte auf die Konkurrenz aus dem E-Commerce. Mit frisch zubereiteten Gerichten kann der Online-Handel (noch) nicht konkurrieren. Das Geschäft mit dem vorbereiteten Essen wächst weltweit. In den USA ist es mit über 900 Milliarden US Dollar Umsatz das umsatzstärkste Wachstumssegment von Supermärkten.

Wird auch über dieses Geschäft künftig eine Elefantenhorde stürmen? Möglich, falls Internethändler bald frische Sandwiches per Drohne versenden. Es ist ein hart umkämpftes Geschäft. Viele Händler fordern von Herstellern, dass sie bei 80% ihrer Produkte den tiefsten, verfügbaren Preis offerieren können.

Trotz dem starken Online-Handel steht der Einzelhandelsindex (S&P 500 Food & Retail Index) immer noch in einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15.5x – obwohl seine Wachstumsrate auf 3.4% gesunken ist. Das letzte Mal, als das Umsatzwachstum so tief lag, war im Jahr 2009 – damals handelte der Index zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8.7x. „Food for thought“?

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Convenience Food schlägt Einzelhandelsumsätze (Retail Sales)

Quelle: Census Bureau und Bureau of Economic Analysis, Credit Suisse

In E-Commerce investieren mit Infrastrukturfonds

Wer wird als nächstes zertrampelt? Seit sechs Jahren bietet Amazon Betriebskredite an Zwischenhändler an. Im letzten Jahr wuchs das Geschäft um 50%, von zwei auf drei Milliarden US Dollar. Die Financial Times berichtet von „sehr, sehr tiefen Ausfällen“ in diesem für Amazon attraktiven Geschäft. Denn der Online-Riese kann innerhalb von 24 Stunden einen Kredit prüfen und auszahlen und ihn dank seiner unmittelbaren Einsicht in den Geschäftsgang seiner Schuldner besser beurteilen und besichern als klassische Kreditgeber.

Kommen auch Banken unter die Elefantentritte? Während Elefanten kämpfen, finden Anleger möglicherweise bessere Opportunitäten bei jenen Unternehmen, welche deren physische oder digitale Infrastruktur bauen. Denn diese kapitalintensive Tätigkeit ist dem Margendruck des Internets weniger stark ausgesetzt.