Mit der 3. Säule dreifach sparen
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Mit der 3. Säule dreifach sparen

Das Ziel der freiwilligen, privaten Vorsorge ist die Ergänzung der Leistungen aus der 1. und 2. Säule zur Deckung individueller Bedürfnisse, damit Sie beispielsweise Ihren gewohnten Lebensstandard auch im Rentenalter beibehalten können. Mit der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) kann man ausserdem erheblich Steuern sparen. Dabei gilt es einige Punkte zu beachten. 

Die meisten Menschen gestalten heute ihr Pensionsalter aktiv: Man trifft sich zum Konzert, leistet sich ein gutes Essen, belegt einen Kurs oder bereist die Welt. Um sich im Rentenalter all diese Wünsche zu erfüllen, reichen AHV- und Pensionskassenrenten oft nicht aus. Die freiwillige Vorsorge mit der Säule 3a wird daher immer wichtiger. Deshalb unterstützt der Schweizer Staat den eigenverantwortlichen Aufbau von Alterskapital mit steuerlichen Anreizen. 

Im Grundsatz ist die Steuerbegünstigung einfach: Erwerbstätige können jedes Jahr einen bestimmten Betrag in die Säule 3a einzahlen und vom steuerbaren Einkommen abziehen. 2019 maximal CHF 6‘826.- für Erwerbstätige mit Pensionskasse, für Erwerbstätige ohne Pensionskasse gilt: 20 Prozent des Nettoerwerbseinkommens, höchstens CHF 34‘128.-. So sparen Sie Einkommenssteuern und profitieren zudem davon, dass auf das 3. Säule Guthaben keine Vermögenssteuer erhoben wird. Auch Zinsen und Erträge werden während der Laufzeit nicht besteuert. Versteuert wird das Vorsorgekapital dann bei der Auszahlung, allerdings zu einem reduzierten Steuersatz. 

Mit einer vorausschauenden Planung kann man mit der Säule 3a erheblich Steuern sparen. 

Sparpotenzial optimieren

Man kann also dreifach Steuern sparen: bei der Einzahlung, während der Laufzeit und indem beim Bezug des Säule 3a Vorsorgeguthabens durch geschickte Staffelung weniger bezahlt werden muss. Einige Besonderheiten müssen jedoch beachtet werden:

  • Steuertechnisch lohnt sich die Einzahlung in die Säule 3a in den Jahren mit einem hohen Verdienst am meisten. Dies gilt besonders für verheiratete Doppelverdiener, die den Maximalbetrag zweimal in Abzug bringen können. Denn jede AHV-pflichtige, erwerbstätige Person darf jährlich einen begrenzten Betrag in das persönliche 3. Säule Vorsorgekonto einzahlen. Typisch für die Schweiz: Auch hier ist die Steuerersparnis pro einbezahlten Franken je nach Kanton und Gemeinde unterschiedlich.
  • Je höher der Kapitalbezug während einer Steuerperiode ist, desto höher wird dieser grundsätzlich besteuert. Dem kann ausweichen, wer mehr als ein 3. Säule Vorsorgekonto eröffnet. Das Alterskapital lässt sich damit gestaffelt in verschiedenen Jahren beziehen (ab fünf Jahre vor dem AHV-Rentenalter). So profitiert man von einem tieferen Steuersatz und ist flexibler beim Vermögensbezug. Doch keine Regel ohne Ausnahmen: Es gibt mittlerweile Kantone, im denen unabhängig von der Höhe immer der gleiche Steuersatz für das gesamte Vorsorgevermögen angewandt wird.
  • Nur wer bis zum 31. Dezember in die Säule 3a einzahlt, wird im aktuellen Jahr steuerlich begünstigt. Eine nachträgliche Einzahlung von verpassten Jahren ist im Gegensatz zu den Pensionskassen nicht möglich.

Wichtig ist, die Säule 3a im Rahmen der gesamten Vorsorgesituation zu beurteilen, also auch die AHV, die Pensionskasse, das weitere Vermögen und alle Verpflichtungen einzubeziehen. Das ist in der Regel ein komplexes Unterfangen, für das man mit Vorteil den Rat einer Fachperson einholt.