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«Mit den Supertrends setzen Kunden einen thematischen Fokus»

Mit den Supertrends hat die Credit Suisse den Nerv der Zeit getroffen. Nannette Hechler-Fayd'herbe, Leiterin des Bereichs Global Investment Strategy & Research, erzählt im Interview, wie die Supertrends definiert wurden, welche Anlagemöglichkeiten bestehen und wie es mit den Supertrends weitergeht.

Vor rund einem Jahr lancierte die Credit Suisse die Supertrends. Die Spezialisten des Researchs definierten fünf besonders zukunftsträchtige Themen, die es Anlegern ermöglichen sollen, von langfristigen gesellschaftlichen Trends zu profitieren. Den Kern dieser Trends bilden demografische, sozioökonomische und politische Entwicklungen sowie technologischer und wissenschaftlicher Fortschritt. Das sind die fünf Supertrends:

  1. Unzufriedene Gesellschaften – multipolare Welt
  2. Infrastruktur – Lücken schliessen
  3. Technologie im Dienste der Menschheit 
  4. Silver Economy – in den demografischen Wandel investieren 
  5. Werte der Millennials

Wie sind die Supertrends entstanden?

Nannette Hechler-Fayd'herbe*: Wir wollten Aktienideen entwickeln, die dem Auf und Ab der Börse standhalten sollten, indem sie auf starke andauernde gesellschaftliche Trends aufbauten. Dies sollte uns und den Anlegern aufzeigen, dass trotz höherer Aktienindexbewertungen ausgezeichnete individuelle Anlagemöglichkeiten im Aktienbereich weiter auszumachen waren und zu positiver Aktienperformance beitragen würden.

Wie sind Sie vorgegangen?

Als Erstes erfolgte ein Brainstorming in unserem Research-Team zu unseren Kriterien, um andauernde und grosse Trends zu erörtern. Unsere Sektorspezialisten brachten ihre Beobachtungen in Bezug auf bedeutende Innovationen ein. Auch die politische Aktualität und die sich abzeichnenden wirtschaftspolitischen Trends der kommenden Jahre mit neuen Regierungen an der Macht spielten eine wichtige Rolle. Es wurde schnell deutlich, dass Emerging Markets eine bedeutende Rolle spielen. Stichwort multipolare Welt.

Welche spezifischen Kriterien haben Sie für die Supertrends definiert?

Die Trends mussten für die nächsten drei bis fünf Jahre Gültigkeit haben, gleichzeitig aber jetzt sofort relevant sein und nicht erst in zehn bis fünfzehn Jahren, damit auch Anleger unmittelbar davon profitieren können. So wollten wir uns von der Unsicherheit der Kurzfristigkeit loslösen. Ein wichtiges Kriterium war zudem die intuitive Greifbarkeit der Supertrends. Im Fokus standen Aktienanlagen. Denn die Aktien bewegten sich auf einem Allzeithoch und es bestand die Notwendigkeit, aktive Anlageansätze zu entwickeln, die zu erfolgreichen Resultaten in der Zukunft führen würden.

Welchen Supertrend schätzen Sie persönlich als besonders wichtig ein?

Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Sie lässt sich aber nicht wirklich beantworten. Technologie ist natürlich hochrelevant. Gerade jetzt erleben wir zahlreiche Durchbrüche. Doch auch die Demografie ist bedeutsam und wird zudem längerfristig ein Fixpunkt bleiben. Wichtig sind insbesondere auch die Millennials. Es gilt, das Verständnis zu schärfen für die junge Generation, die künftige Trends stark prägen wird. Jeder der fünf Supertrends ist bedeutsam.

Wie fliessen die Supertrends in die Anlagestrategie der Credit Suisse ein?

Wir nehmen eine Aktienselektion vor. Das heisst, unsere Empfehlung sind Anlageideen, die mit einzelnen Aktien umgesetzt werden. Pro Supertrend haben wir 20 bis 40 Aktien ausgewählt. Bei Mandaten nehmen Manager unter anderem diese Empfehlungen als Grundlage für ihre Aktienselektion.

Die Resonanz bei den Kunden auf die Supertrends ist sehr gut. Die Themen überzeugen, so auch die Performance.

Leiterin Global Investment Strategy & Research

Welche Möglichkeiten haben Privatpersonen, in diese Supertrends zu investieren?

Anleger können einzelne Aktien kaufen oder die Aktienempfehlungen gebündelt ins Portfolio nehmen: als Zertifikate auf einen entsprechenden Index. Im Gegensatz zu klassischen Marktindizes werden diese aktiv verwaltet. Eine dritte Möglichkeit sind Fonds unseres Asset Management zu einigen Subthemen der Supertrends, zum Beispiel der Digital-Health-Fonds, der Safety-Security-Fonds oder der Robotics-Fonds.

Was empfehlen Sie eher: eine Investition in ein Supertrend-Zertifikat oder in einen Subtrend-Fonds?

Das hängt von den Bedürfnissen und Präferenzen ab. Wichtig: Beide Anlagelösungen werden aktiv verwaltet. Bei Subtrends, die enger definiert sind, kann mehr Volatilität entstehen. Die Zertifikate sind diversifizierter. Beim Supertrend Silver Economy werden beispielsweise sowohl der Gesundheitsaspekt als auch die Versicherer oder der Konsum abgedeckt.

Gibt es auch ein Produkt, das alle Supertrends umfasst?

Nein, es ist ein Kundenbedürfnis, einen spezifischen thematischen Fokus zu setzen und in Aktien jenes Supertrends zu investieren, den man persönlich als zukunftsträchtig erachtet.

Inwiefern werden die Empfehlungen überprüft, aktualisiert und ergänzt?

Wir überprüfen die Performance unserer Aktienempfehlungen monatlich. Dabei machen wir sowohl eine Analyse der Entwicklungen zum Thema selber als auch eine Unternehmensanalyse für die verschiedenen Aktien, die wir identifiziert haben. Das ist quasi der Gesundheitscheck. Es hat sich gezeigt, dass die Empfehlungen recht stabil sind. Doch ab und zu geht der Markt auch sehr schnell, und Titel erreichen die von Analysten definierten Ziele in kurzer Zeit. Oder es hat sich etwas bei Unternehmen so weit verändert, dass wir die Aktie austauschen möchten.

Die Supertrends wurden vor rund einem Jahr lanciert. Welche Erkenntnisse konnten bislang daraus gewonnen werden?

Die Resonanz bei den Kunden ist sehr gut. Die Themen überzeugen, so auch die Performance.

Wie geht es mit den Supertrends weiter?

Zweimal im Jahr machen wir eine tiefergehende Themenüberprüfung: Welche Unterthemen sind noch relevant? Gerade im Technologiebereich laufen die Sachen schnell. Bei dieser Gelegenheit kann es auch dazu kommen, dass Subthemen abgelöst werden oder bei relevanten Entwicklungen neue dazugenommen werden. Einmal im Jahr gibt es zudem eine neue Publikation, die zeigt, wo wir stehen und welche neuen Entwicklungen es bei den Subtrends gibt. Die nächste Publikation ist am 13.6.2018 erschienen.