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Mieten oder kaufen – wägen Sie Vor- und Nachteile ab

Die Zinsen für Hypotheken befinden sich auf einem historisch tiefen Niveau. Das könnte sich aber bald einmal ändern. Grund genug, sich jetzt noch Gedanken zu machen, ob es sich lohnen könnte, ein Haus zu kaufen statt zu mieten.

Mieten oder kaufen: Was ist günstiger?

Es erstaunt: In der Schweiz sind immer noch zwei Drittel der Haushalte Mieter. Ein Grund dafür mögen die vergleichsweise hohen Finanzierungsanforderungen sein. Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises für ein Haus oder eine Wohnung müssen mit Eigenmitteln finanziert werden. Gleichzeitig sind Immobilien teuer – besonders an attraktiver Lage. Betrachtet man die monatlichen Kosten für ein Eigenheim, zeigt sich allerdings, dass diese vielfach tiefer sind als jene für ein ähnliches Mietobjekt.

Dies gilt insbesondere in der heutigen Zeit mit den historisch tiefen Hypothekarzinsen. Finanziell berücksichtig werden müssen allerdings auch die Amortisation der Hypothek, Unterhaltskosten und Nebenkosten für das Eigenheim sowie die Steuereffekte. Eine Beispielrechnung:

Monatliche Kosten: mieten oder kaufen

Preis für eine neue 4,5-Zimmer-Wohnung in der Stadt St. Gallen, 4. Quartal 2017. Datengrundlage: Wüest Partner

Finanzierung Kosten
Miete (inkl. Nebenkosten) Jahresmiete: 22’990 CHF

Eigentumswohnung
Wert: 819’000 CHF

Belehnung: 80 %
Hypothekarzinssatz (3-Monats-Libor): 1,17 %
Unterhalt: 1,00 %

Hypothekarzins: 7’666 CHF
Unterhalt: 8’190 CHF

Total: 15’856 CHF

Eigentumswohnung
Wert: 819’000 CHF

Belehnung: 80 %
Hypothekarzinssatz (Fixhypothek, 8 Jahre): 1,50 %1
Unterhalt: 1,00 %

Hypothekarzins: 9’828 CHF
Unterhalt: 8’190 CHF

Total: 18’018 CHF

Nicht berücksichtigt wurden steuerliche Aspekte wie der Eigenmietwert sowie die Amortisation der zweiten Hypothek.
1 Zinssatz Credit Suisse vom 16.7.2018.

Höhe der Zinsen ist relevant bei der Entscheidung «Mieten oder kaufen?»

Im Beispiel nicht einberechnet sind die Kosten für die Amortisation der zweiten Hypothek. Denn bei der Amortisation wechselt das Kapital vom Barvermögen ins Immobilienvermögen, bleibt aber im eigenen Besitz. In der Budgetplanung muss die Amortisation aber zwingend berücksichtigt werden. Zur Vereinfachung wurden steuerliche Aspekte wie der Eigenmietwert ausgeklammert. Dieser hängt von der individuellen Einkommenssituation ab und fällt unterschiedlich stark ins Gewicht.

Wie das Beispiel zeigt, liegen die finanziellen Aufwände für Wohneigentum in der Schweiz vielerorts tiefer als für Mietwohnungen. Das ist den aktuell sehr tiefen Hypothekarzinsen zu verdanken. Die Berechnungen zeigen aber auch, wie wesentlich die Belastung für das Eigenheim von der Höhe der Zinsen abhängt. Sind die Zinsen höher, könnten die Kosten für das Eigenheim unter Umständen gleich hoch oder auch höher ausfallen als für ein vergleichbares Mietobjekt. Mit einer Festhypothek kann der aktuell günstige Zins über die gesamte Laufzeit fixiert werden. So profitiert man auch im Falle von steigenden Zinsen noch längere Zeit vom günstigen Zinsniveau.

Die Finanzen sind nicht das einzige Kriterium, nach denen die Frage «Mieten oder kaufen?» entschieden werden sollte. Sowohl das Eigenheim als auch ein Mietobjekt bieten Vor- und Nachteile. Wichtig ist, sich vor dem Kauf zu überlegen, wie stark diese für die persönlichen Bedürfnisse zu gewichten sind.

Fazit: Mieten oder kaufen hängt von den eigenen Präferenzen ab

Neben finanziellen Gründen sind bei der Entscheidung, ein Haus zu kaufen oder zu mieten, insbesondere emotionale Aspekte entscheidend. So verinnerlichen viele den Traum vom Eigenheim bereits im Kindesalter: Im eigenen Traumhaus wohnen oder bauliche Ideen nach den eigenen Wünschen umsetzen sind dabei wichtige Überlegungen.

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