Vorsorge für Selbstständige
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Lückenalarm in der Vorsorge selbstständig erwerbender Frauen

«Vorsorge bei Selbstständigkeit, was ist zu beachten?», «Sieht die Altersvorsorge für Frauen ab 40 und ab 50 anders aus?» und «Was müssen Frauen bei ihren Finanzen generell berücksichtigen?» – Dr. med. dent. Sandra Saulacic-Perunski, selbstständige Zahnärztin in Geuensee, entschied sich für eine Beratung zum Thema Vorsorgeplanung bei Daniel Egli. In diesem Interview berichten die beiden von ihren Erfahrungen.

Frau Saulacic-Perunski, gab es einen speziellen Zeitpunkt oder Vorfall, weshalb Sie die bewusste Vorsorge an die Hand genommen haben?

Die Familiengründung hat hier sicherlich einen Prozess ausgelöst. Mein Mann und ich bekamen nach dem Zahnmedizinstudium unsere erste Tochter. Ich habe in der Folge meine berufliche Tätigkeit auf 50 Prozent reduziert. Zusätzlich kam der Wechsel von der Universität in die Zahnarztpraxis meiner Eltern und damit der Wechsel in die Selbstständigkeit. Es hat sich damals recht schnell einiges verändert, weshalb das Thema Vorsorge für mich wichtig wurde.

Herr Egli, aus welchen Gründen beginnen Frauen, sich mit der Vorsorge auseinanderzusetzen?

Vorsorge betrifft grundsätzlich alle. Es gibt natürlich diese Magic Moments, die die aktive Auseinandersetzung hervorrufen. Das kann die Geburt eines Kindes sein und damit verbunden der Gedanke, was passiert, wenn einem selbst etwas zustösst. Auch eine Eheschliessung oder die Gründung eines Unternehmens können Auslöser sein. Bei vielen beginnt Vorsorge mit einem 3a-Konto, oft aus Gründen der Steuerersparnis. Dann kommen zunehmend private und berufliche Veränderungen, die dann das Thema Vorsorge forcieren. Bei Frauen sind hier insbesondere auch Pensenreduktionen oder Erwerbsaufgabe zu nennen.

Frau Saulacic-Perunski, was schätzen Sie besonders an der professionellen Betreuung durch Herrn Egli hinsichtlich Ihrer Vorsorge?

Meine Eltern haben die Vorsorge weniger bewusst und umfassend an die Hand genommen. Sie waren zu zweit in der Praxis und hatten nur einen Versicherungsberater. Unsere Zahnarztpraxis ist in den letzten Jahren stark gewachsen, hat mehrere Mitarbeitende, was andere Anforderungen auch in Sachen Vorsorge bringt. Durch Empfehlung sind wir zu Herrn Egli gekommen. Die Chemie hat von Anfang an gepasst und fachlich werden wir kompetent betreut. Das wiederum führt dazu, dass wir weitere Finanzgeschäfte mit der Credit Suisse machen. Wäre das Vertrauensverhältnis nicht so gross, würden wir eher auf mehrere Banken diversifizieren.

Herr Egli, Frau Saulacic-Perunski ist selbstständig, verheiratet mit Kindern. Was ist bei ihrer Situation speziell zu beachten?

Grundsätzlich gilt, niemanden zu vergessen, also an alle Parteien und Personen zu denken. Bei einer Selbstständigkeit ist die Verantwortung grösser in Bezug auf sich selbst, aber auch beispielsweise hinsichtlich der Angestellten. Im Vergleich zu einer Anstellung ist wenig geregelt. Das bringt eine hohe Flexibilität, aber auch die Verantwortung, die Vorsorge selbst an die Hand zu nehmen. Gerade wenn es Angestellte gibt, können gewisse Vorsorgeentscheide auch nicht aufgeschoben werden. Da Frau Saulacic-Perunski Einzelunternehmerin ist, müssen einige Parameter richtig definiert werden, beispielsweise ihr freiwilliger Anschluss an die Pensionskasse und die dort versicherbaren Komponenten. Das hat wiederum Auswirkungen auf Bereiche wie Steuern, Versicherungsleistungen usw.

Bei einer Selbstständigkeit ist die Verantwortung grösser.

Daniel Egli 

Frau Saulacic-Perunski, Pensionskassen sorgen immer wieder für negative Schlagzeilen. Was löst das bei Ihnen aus?

Da läuft es mir jeweils schon kalt den Rücken runter. Wir haben Einkäufe in die Pensionskasse getätigt und sind noch relativ jung, das heisst, es dauert noch eine ganze Weile bis zu unserer Pension. Die Unsicherheit ist also umso grösser. Der Gedanke, das Geld rauszunehmen und zum Beispiel in ein Eigenheim zu investieren oder zumindest anders zu verteilen, ist inzwischen zu einem recht konkreten Ziel in den kommenden Jahren geworden.

Herr Egli, wie sieht der Trend in Bezug auf Pensionskassenbezüge für Wohneigentumsfinanzierung (WEF) aus?

Der Trend ist klar steigend, gerade auch weil die Immobilienpreise so schnell angestiegen sind; rückblickend demnach eine gute Option. Ob das auch in Zukunft so sein wird, werden wir sehen. Grundsätzlich bin ich positiv gegenüber WEF-Bezügen, um damit seinen Wohntraum zu realisieren. Das Geld kann später wieder zurückbezahlt werden, und ein Eigenheim ist an sich eine bewährte Anlage. Der Vorbezug muss versteuert werden und kann zu Leistungskürzungen führen, muss aber nicht. Bei einer Rückzahlung der Gelder in die Pensionskasse werden die Steuern wieder ausgeglichen und allfällige Leistungskürzungen werden wieder angehoben. In der Vorsorge unterscheidet man drei grosse Risiken: langes Leben, Invalidität und Tod. Die Leistungen in Bezug auf ein hohes Alter respektive langes Leben reduzieren sich bei einem Vorbezug, jene für Invalidität oder Tod können je nach Pensionskasse gleich bleiben.

Frau Saulacic-Perunski, was sind die nächsten Anliegen in Bezug auf Ihre Vorsorge?

Unser Eigenheimprojekt. Wir bauen ein Eigenheim, wofür wir eine Finanzierung benötigen. Da gibt es noch einige Punkte zu klären. Dann die Praxis. Das Geschäft ist vor 25 Jahren von meinen Eltern gegründet worden und seither stark gewachsen. Es stellt sich die Frage, ob wir neue Räumlichkeiten suchen oder die bisherigen umbauen und vergrössern. So oder so müssen wir uns dann wieder mit Finanzierung, Versicherung, Investition auseinandersetzen. Ein weiteres Anliegen ist die Rechtsform der Praxis. Momentan ist es eine Einzelfirma, und aufgrund des Wachstums stellt sich die Frage, in eine GmbH oder AG zu mutieren. Eine solche Veränderung hätte in Bezug auf die Vorsorge einige Veränderungen zur Folge – ich wäre dann angestellt mit allen Effekten auf die drei Säulen der Vorsorge.

Herr Egli, gibt es einen «Point of no Return» hinsichtlich der Vorsorge?

Ja, bei Eintritt in die Pension und eines Vorsorgeereignisses. Zum Pensionierungszeitpunkt gibt es einen Entscheid, der nicht mehr veränderbar ist, nämlich ob man Kapital und/ oder Rente wünscht. Die neutrale Empfehlung ohne Hintergrundwissen dazu ist die 50/50-Variante, aber das hängt stark von der individuellen Situation ab; wie viel Einnahmen und Vermögen sonst vorhanden sind, die finanziellen Bedürfnisse und, äusserst wichtig, nicht zu vergessen die persönliche Gesundheit.