Konjunkturmassnahmen wirken positiv auf die Weltwirtschaft
Artikel

Blick nach vorne. Die Weltwirtschaft rappelt sich auf.

Der Ausbruch des Coronavirus hat die Weltwirtschaft in eine tiefe Krise gestürzt. Doch die beispiellosen Konjunkturmassnahmen machen eine langfristige globale Wirtschaftskrise unwahrscheinlich. Anleger dürfen optimistisch in die Zukunft blicken.

Die Weltwirtschaft zeigt sich während der Pandemie robust

Die COVID-19-Pandemie ist ein einschneidendes Ereignis für die ganze Welt. Nichtsdestotrotz, nur wenige Monate nach Ausbruch der Pandemie beginnt sich eine neue Normalität einzustellen. Innerhalb kurzer Zeit haben die Menschen gelernt, mit dem Virus zu leben.

Auch an den Börsen wurde nach dem 23. März, dem Tiefpunkt der Krise, ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die Bewertungen fast aller Wertpapiere erholen sich seither. Und die Kapitalmarktrenditen sinken – bei gleichwohl dünner Liquidität. Vier Punkte gilt es festzuhalten:

  1. Die Weltwirtschaft ist widerstandsfähiger, als viele glauben. Rezession und Lockdowns werden laut Urteil der Finanzmärkte vorübergehen. Der fiskalische und monetäre Stimulus hingegen wird bleiben. Er lässt sich auch in Jahren nicht zurücknehmen.
  2. «Glokalisierung» bedeutet nicht das Ende der Globalisierung. Und selbst wenn Unternehmen ihre Lagerhaltung in Zukunft tendenziell erhöhen, ist das nicht das Ende der Wirtschaft.
  3. Neue Technologien sowie Geschäfts- und Produktionsprozesse schützen viele Unternehmen vor der nächsten Pandemie – und machen sie fitter für die Zukunft.
  4. Not macht erfinderisch: Innerhalb der letzten fünf Monate haben Unter­nehmen auf der ganzen Welt unzählige Veränderungen bei Geschäftsstra­tegien und Wertschöpfungsketten vorgenommen. Vor allem die zahllosen KMU konfigu­rieren sich in Windeseile neu.

Risiko für eine langfristige Wirtschaftskrise bleibt tief

Für Anleger gibt es weiterhin Grund zum Optimismus. Als klar wurde, dass das Herun­terfahren der Volkswirtschaften eine schwere weltweite Rezession auslösen würde, lancierten die Regierungen und Zentralbanken weltweit geld- und fiskalpolitische Unterstützungsprogramme in bislang beispiellosem Umfang. Daraus lässt sich folgende wichtige Erkenntnis ableiten: Sollte sich die Lage verschlechtern, ist von politischer Seite mit Hilfe zu rechnen. Diese Hilfe mindert das Risiko einer langwierigen wirt­schaftlichen Depression erheblich.

Aktuelle Wirtschaftskrise ist kein Vergleich zur Grossen Depression

Vergleiche der aktuellen Wirtschaftskrise mit derjenigen in den 1930er-Jahren werden gegenwärtig häufig bemüht, hinken jedoch stark. Die Konstellation war in den 1930er-Jahren sozioökonomisch und politisch gesehen deutlich instabiler als heute. Damals entwickelte sich eine spekulative Hausse, der die Politik durch ein fatales Gegenma­növer Einhalt zu gebieten versuchte. Man beschloss markante Steuererhöhungen in allen Einkommensklassen, zugleich wurden die meisten Mindestlöhne erhöht. Doch statt den privaten Konsum zu fördern, drückten diese Massnahmen primär die Unter­nehmensgewinne, was zu mehr Entlassungen führte.

Die damals noch nicht unabhängige Geldpolitik liess ausserdem die Geldmenge um 30 Prozent schrumpfen und die Mindestreservepflichten der Banken wurden innerhalb eines Jahres verdoppelt. Dieser toxische Cocktail brachte nahezu die gesamte Kredit­versorgung der Wirtschaft zum Stillstand. Eine gut gemeinte, aber komplett misslun­gene Wirtschafts- und Geldpolitik führte in die Katastrophe – mit Vollgas.

Konjunkturmassnahmen stützen die Erholung

Die heutige Politik leistet das Gegenteil: Sie übernimmt viele der durch die Lockdowns entstandenen Kosten und tut alles, um die Krise so rasch wie möglich zu überwinden. Vor diesem histo­rischen Hintergrund wird der Kontrast zwischen den anfänglichen Gemeinsamkeiten der Krisen und ihren wesentlichen Unterschieden klarer:

  1. Heute sind Wirtschafts- und Geldpolitik «all in». Sie unterstützen den lebens­notwendigen Kredit- und Liquiditätskreislauf durch helikoptergeldähnliche Fiskaltransfers und Zinssenkungen.
  2. Wir erleben heute nicht eine Kreditklemme, sondern im Gegenteil eine Kreditflut und einen operativ gesunden Finanzsektor.
  3. Privathaushalte werden nach der Krise höhere Ersparnisse haben als vor der Krise.
  4. Die meisten neuen Arbeitslosen erwarten eine Wiedereinstellung in naher Zukunft. In der Grossen Depression war das anders.
  5. Gemessen an der Marktkapitalisierung sind laut Schätzungen von Analysten zurzeit mehr als 70 Prozent der Unternehmen im S&P 500 operativ gesund. Denn auf Branchen wie Technologie, Gesundheit und Finanzen entfällt heute der grösste Teil der Ertragskraft und der Börsenkapitalisierung.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema?

Beratung vereinbaren This link target opens in a new window
Wir helfen Ihnen gerne weiter. Rufen Sie uns unter der Telefonnummer 0844 844 001 an.