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Keine Pauschallösung für die Vorsorge

Als Ausgangspunkt jeder Vermögensplanung muss die gesamte Vermögenssituation betrachtet werden. Die berufliche Vorsorge steht derzeit im Fokus. Gemäss dem Sorgenbarometer der Credit Suisse nennen 44 % der Schweizer Stimmbevölkerung die Altersvorsorge als grössten Sorgenfaktor; damit ist sie Spitzenreiterin unter den gesellschaftlichen Herausforderungen. Die Ursachen dieser Sorgen sind weitgehend bekannt.

Die zunehmende Lebenserwartung und das aktuelle Tiefzinsumfeld belasten das Schweizer Vorsorgesystem – ein Umstand, dem die hohen Umwandlungs- und Zinssätze nicht Rechnung tragen. Daran geknüpft ist die Erkenntnis, dass ein frühes Rentenalter und eine nach heutigen Standards grosszügige Rente längerfristig nicht miteinander vereinbar sind.

Die Gefahr einer negativen Überraschung

Wer sich eingehend mit der eigenen Vorsorge beschäftigt, stellt fest, dass eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den persönlichen Bedürfnissen von morgen unabdingbar ist. Können diese Bedürfnisse mit dem bestehenden Vermögen und dem zukünftigen Einkommen erfüllt werden? Auch dann, wenn sich die Leistungen aus der zweiten Säule verschlechtern? Ist eine Frühpensionierung überhaupt möglich? Soll eine Rente oder Kapital bezogen werden? Schnell wird klar: Es gibt in der Vorsorgeplanung keine Pauschalrezepte – massgebend ist immer die individuelle Situation. Wichtig ist, dass man sich frühzeitig mit dem Thema Vorsorge beschäftigt. Wer das Thema bis zur Pensionierung aufschiebt, riskiert ein böses Erwachen: Eine Vorsorgelücke führt dazu, dass der gewohnte Lebensstandard nicht mehr beibehalten werden kann.

Doch auch bei unterschiedlichen Ausgangslagen kann grundsätzlich festgehalten werden: Als Ausgangspunkt jeder Vermögensplanung muss die gesamte Vermögenssituation betrachtet werden. In dieser Beurteilung kommt den Immobilien eine besondere Bedeutung zu, da diese in der Schweiz über 40 % der Vermögen der Haushalte ausmachen. Auch eventuelle Anteile an einem eigenen Unternehmen und daraus resultierende Erträge müssen in die Betrachtung einfliessen. Jede Beurteilung von Rendite und Risiko muss unter Einbezug dieser unbeweglichen Vermögen und der dazu gehörenden Verpflichtungen erfolgen. Gut ein Drittel der Reinvermögen ist zudem in der beruflichen Vorsorge gebunden. Bei Erwerbstätigen gilt es hier abzuwägen, ob noch zusätzliche Einkäufe getätigt werden sollen.

Sind diese wichtigsten Vermögensbestandteile berücksichtigt, stellt sich die Frage, ob freie Mittel am Kapitalmarkt angelegt werden. Die Renditemöglichkeiten von Sparkonten und Obligationen sind weiterhin als gering einzuschätzen und können somit nur bedingt zum Alterseinkommen beitragen. Anlagen bieten auch im Alter Chancen, wobei die Ausrichtung dem Lebenszyklus und damit einem tieferen Risikoprofil entsprechen muss. Oft geht vergessen, dass ein grosser Teil der Vermögen bereits während des Erwerbslebens durch Pensionskassen investiert ist. Gerade Kapitalzahlungen aus der zweiten Säule können weiterhin angelegt werden, zum Beispiel in einen breit diversifizierten Fonds, der den strengen Anlagerichtlinien der beruflichen Vorsorge (BVV 2) in der Schweiz folgt.

Den Banken und dem Finanzplatz Schweiz kommt somit eine besondere Verantwortung zu, die es zu tragen gilt.

Die Wahl des richtigen Partners

Hat man sich erst entschieden, die eigene Vorsorge anzupacken, stellt sich für die Betroffenen häufig die Frage nach dem optimalen Partner. Banken können hier Hand bieten: Einerseits zählen Banken die Finanz- und Vorsorgeplanung heute zu Ihren Hauptdisziplinen im Private Banking. Andererseits gehört die vertiefte Aufklärung über Anlagerisiken unter Berücksichtigung des Gesamtvermögens seit Jahren zu deren Kernaufgaben und die Anforderungen an die Sorgfaltspflicht sind durch neue gesetzliche Rahmenbedingungen zusätzlich gestiegen. Eine gute Vorsorgeberatung beginnt weit vor dem Pensionierungsalter und führt die bevorstehenden finanziellen Ereignisse in geordnete Bahnen. So kann über den ganzen Lebenszyklus hinweg eine bedürfnisgerechte und generationenübergreifende Beratung erreicht werden.

Eine integrierte Vorsorge- und Vermögensplanung wird für die Zukunft unserer Wirtschaft und die Beziehungen zwischen den Generationen immer entscheidender. Den Banken und dem Finanzplatz Schweiz kommt somit eine besondere Verantwortung zu, die es zu tragen gilt. Gleichzeitig bieten sich ihnen neue Chancen zur Entwicklung äusserst spezifischer und differenzierter Dienstleistungen und Kompetenzen im Bereich der globalen Vermögensverwaltung.