Schweizer Unternehmen: Schweizer Export bleibt robust
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Innovativ und flexibel. Schweizer Unternehmen trotzen Krisen.

Die hiesige Wirtschaft schlägt sich in der COVID-19-Krise vergleichsweise gut. Das liegt unter anderem daran, dass Schweizer Unternehmen die richtigen Lehren aus dem Franken-Schock gezogen haben. Sie setzen konsequent auf Qualität und Innovationen und sorgen so für einen krisenresistenten Schweizer Export.

Schweizer Export: Unternehmen setzen auf Qualität statt Preiskampf

Nach Aufgabe der Wechselkursuntergrenze zwischen dem Schweizer Franken und dem Euro am 15. Januar 2015 schien das Szenario von Deflation, Absatzkrise, Rezession und damit einhergehender hoher Arbeitslosigkeit als wahrscheinlich. Glücklicherweise trat dies nicht ein. Im Gegenteil, die Schweizer Wirtschaft florierte erneut, was sich auch im SMI widerspiegelte. Seit Januar 2015 kletterte der SMI im Durchschnitt ganze 7,6 Prozent im Jahr und übertraf damit auch die Entwicklungen des DAX sowie des EURO STOXX 500 im selben Zeitraum.

Wie konnte die Schweizer Wirtschaft einen solchen Schock verkraften und gestärkt daraus hervorgehen? Eine Antwort liegt in der schnellen Anpassung an die veränderten Rahmenbedingungen. Denn die Aufwertung des Franken war schon vor 2015 eine Knacknuss für die hiesige Wirtschaft. Heimische Firmen liessen sich nicht auf einen Preiskampf mit dem Ausland ein und setzten vermehrt auf Qualität. Damit fand eine Verschiebung der Marktanteile hin zu hochwertigeren und teureren Gütern statt. Mit Erfolg: Obwohl sich der Franken von 1996 bis 2015 stark aufgewertet hatte, konnten sich die Exportumsätze interessanterweise im selben Zeitraum mehr als verdoppeln.

Schweizer Export zeigt Wachstum an

Schweizer Export: Verdoppelung der Umsätze

Exportvolumen und CHF nominal Wechselkurse Indizes (1996=100)
Quelle: SNB, SECO, Wechselkursschwankungen und qualitative Zusammensetzung der Exporte, 07.09.2017

Mit Innovationen eine Krise meistern

Gerade auch in unsicheren Zeiten zeigen kreative und flexible Firmen grosse Krisenresistenz. Schweizer Unternehmen sind hier gut aufgestellt. Der hiesige Wirtschaftssektor zeichnet sich durch einen grossen Anteil wissensintensiver Beschäftigung sowie hohen, von der Privatwirtschaft getragenen Forschungs- und Entwicklungsausgaben aus.

So hat der Aufzug- und Fahrtreppenbauer Schindler in der Corona-Krise aus der Not eine Tugend gemacht und trägt damit aktiv zur Eindämmung der Virenverbreitung bei. Das Unternehmen hat wirksame Lösungen entwickelt, welche die Nutzung von Lift und Fahrtreppe sicherer und keimfrei machen.

Schweizer Export erholt sich im internationalen Vergleich schnell

Auch die Corona-Krise hat die Schweiz bisher verhältnismässig gut gemeistert. Im Sommer reflektierten die Schweizer Exporte eine dynamische Erholung in den wichtigsten Abnehmermärkten und stiegen im August insgesamt wieder auf ihr Vorkrisenniveau an. Es konnten aber nicht alle Branchen gleich profitieren. Während sich der Aussenhandel der chemisch-pharmazeutischen Industrie stark entwickelte, verlief die Erholung im Fahrzeugbau und bei den Uhren nur schleppend. Die erwartete Abschwächung des globalen Wachstums in den kommenden Monaten dürfte letztere Tendenz noch unterstreichen. Das bedeutet, dass Anleger sich 2021 auf ein verhaltenes, aber dennoch positives Wachstum einstellen können. Die Schweiz steht damit im internationalen Vergleich besser da als viele andere Volkswirtschaften.

Schweizer Unternehmen: Schweizer Wirtschaft erholt sich

Schweizer Unternehmen: Erholung der Schweizer Wirtschaft im Vergleich

Erholung der Schweizer Wirtschaft im Vergleich zu den USA, Europa und UK bis 9.9.2020 und Prognose bis 2022
Letzter Datenpunkt: 9.9.2020
Quelle: Credit Suisse AG

Anlagen in Schweizer Unternehmen dürften sich weiterhin lohnen

Darüber hinaus hat die Schweizerische Nationalbank beschlossen, ihren bisherigen Kurs mit der Bereitschaft zur Devisenmarktintervention und einem Leitzins von -0.75 Prozent unverändert beizubehalten. Somit sind die Zinsen auf Staatsanleihen weiterhin nahe der historischen Tiefststände, was die relative Attraktivität von Unternehmensobligationen erhöht. Da die Ausfallquoten bei den eher risikobehafteten Anleihen steigen dürften, sind Anleihen höherer Bonität zu bevorzugen.

Der Schweizer Markt hat sich in den letzten drei Monaten unterdurchschnittlich entwickelt, wobei die Unternehmensgewinne robust scheinen. Auch Schweizer Aktien bleiben im derzeit von Unsicherheit geprägten Umfeld weiterhin attraktiv. Neben Gesundheitswerten bieten Baustoffe Chancen. Dieser Teil des Materialsektors dürfte von zukünftigen Infrastrukturprojekten überdurchschnittlich profitieren.

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