infrastruktur-supertrend-infrastrukturaktien-zeigen-potential
Artikel

Infrastrukturaktien: Aufwärtspotenzial trotz Hindernissen

Der Supertrend «Infrastruktur – Lücken schliessen» der Credit Suisse traf 2018 auf einige Hürden. Durch den G20-Gipfel wurde das Thema Infrastruktur wieder global in den Blickpunkt gerückt. Infrastrukturaktien gelten als attraktiv.

Supertrend Infrastruktur zeigte sich 2018 weniger erfolgreich

2018 war ein schwieriges Jahr für Infrastrukturaktien. Denn der Sektor verlor auf absoluter Basis und entwickelte sich schlechter als der gesamte Aktienmarkt. Für diese schwache Performance gibt es zwei Gründe:

Erstens belasteten die Handelsspannungen zwischen den USA und China die Anlegerstimmung gegenüber Unternehmen, die in den Sektoren Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und im Bauwesen tätig sind. Diese Gesellschaften sind als globale Zulieferer für Infrastrukturprojekte auf den freien Güterverkehr angewiesen.

Zweitens liessen die höheren Zinsen in den USA und einigen asiatischen Ländern die Finanzierungskosten von Infrastrukturprojekten steigen. Dadurch steigt das Risiko von Projektverzögerungen, und grössere Projekte könnten sogar ganz storniert werden.

msci-infrastructure-index-uebersteigt-die-zehn-jaehrigen-us-zinsen

MSCI Infrastructure Index übersteigt die 10-jährigen US-Zinsen

Letzter Datenpunkt: 07.11.2018.
Historische Performance-Angaben oder Finanzmarktszenarien sind keine verlässlichen Indikatoren für die aktuelle oder künftige Wertentwicklung.
Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Infrastrukturaktien bieten gute Kaufgelegenheit

Trotz dieser Hemmnisse bleiben die zugrunde liegenden Fundamentaldaten des Infrastrukturthemas weiterhin bestehen: Die Industrieländer müssen ihre alternde Transport-, Strom-, Wasser-und Telekommunikationsinfrastruktur ersetzen. Die Schwellenländer hingegen müssen neue Projekte in Angriff nehmen, um ihre Wirtschaftsentwicklung zu beschleunigen.

Der Global Infrastructure Hub der G20 geht weiterhin davon aus, dass die globale Infrastrukturlücke, die den Unterschied zwischen der benötigten Infrastruktur und den voraussichtlichen Projektentwicklungen auf Basis der aktuellen Investitionen misst, bis 2040 auf 15 Billionen US-Dollar steigen wird. Daher gilt der diesjährige Kursrückgang von Infrastrukturaktien als Kaufgelegenheit. Das Thema dürfte aufgrund der folgenden Impulse 2019 erneut in den Blickpunkt der Anleger rücken.

3 mögliche Impulse im Bereich Infrastruktur für 2019

  1. «Infrastruktur für Entwicklung» war beim G20-Gipfel in Argentinien eine der drei Prioritäten auf der Tagesordnung, wodurch weltweit die Aufmerksamkeit wieder auf die Infrastruktur gelenkt wurde. Auf nationaler Ebene geben dabei einzelne Länder verschiedenen Subthemen eine hohe Priorität. Deutschland legt beispielsweise Wert auf erschwinglichen Wohnraum, die USA und China auf die Einführung der 5G-Telekom-Infrastruktur und Mexiko auf das Transportwesen.
  2. Ein parteiübergreifendes Infrastrukturgesetz im seit Kurzem geteilten US-Kongress könnte einen leicht zu erreichenden Erfolg darstellen. Dies deshalb, weil die Demokraten bei diesem Thema ihre Unterstützung bereits signalisiert haben. Darüber hinaus könnte eine stärkere haushaltspolitische Kontrolle durch das von den Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus zu aggressiven Ausgabenpläne der US-Regierung führen. Dies wiederum dürfte Befürchtungen beschwichtigen, dass die Zinsen noch stärker als bereits erwartet steigen könnten.
  3. Eine potenzielle Handelsvereinbarung zwischen den USA und China würde weltweit die wirtschaftlichen Wachstumsaussichten verbessern und damit einen grossen Unsicherheitsfaktor für den Infrastrukturbereich beseitigen.