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Infrastruktur ist mehr als Strassenbau – wo sich investieren lohnt

Eine globale Welle neuer Infrastruktur-Programme hat das Interesse der Anleger geweckt. Von Indien bis zu den Vereinigten Staaten wollen die Regierungen das inländische Wirtschaftswachstum über Infrastruktur-Ausgaben anregen. Investieren in die Transport-Infrastruktur liegt im Trend. Wo sich Geld Anlegen ebenfalls lohnt.

Es besteht eindeutig ein hoher Bedarf an Infrastrukturausgaben, dem die Politik durch Investitionen in Infrastrukturprojekte nachzukommen beabsichtigt. Auch Anleger scheinen bereit, Kapital für Infrastrukturausgaben zur Verfügung zu stellen. Allerdings ist es für Anleger schwierig, von diesen Chancen zu profitieren.

Die Aktienkurse von Unternehmen mit Bezug zur Verkehrsinfrastruktur profitieren als Erste direkt von höheren Infrastrukturausgaben. Daneben lohnt es sich, die Aufmerksamkeit auf Unternehmen mit Bezug zum Wohnungsbau und zur Energieinfrastruktur zu richten, die unter den Begünstigten an zweiter Stelle stehen.

Infrastruktur als wirtschaftspolitisches Instrument

Infrastruktur ist ein Anlagethema, das an den Kapitalmärkten an Interesse gewinnen dürfte. Ausgangspunkt hierfür ist, dass die Auswirkungen der unkonventionellen Geldpolitik allmählich nachlassen und zunehmend Konsens darüber herrscht, dass eine Kombination aus expansiver Geld- und Fiskalpolitik erforderlich ist, um der weltweit trüben Stimmung zu begegnen.

Anleger sollten in ihren Portfolios Engagements mit Infrastrukturbezug in Erwägung ziehen. Schliesslich führen Infrastrukturinvestitionen in der Regel zu Stellenaufbau. Darüber hinaus stellen sie einen starken Wirtschaftsmultiplikator dar, der Produktivitätssteigerungen zur Folge hat. Da die realen Zinsen in vielen Teilen der Welt weiter in negativem Terrain verharren, bietet sich ein optimales Umfeld für die Finanzierung von Infrastrukturprojekten.

Geld anlegen mit Fokus auf Infrastruktur

Je nach Risikobereitschaft der Anleger und Toleranz für Illiquidität gibt es vielfältige Möglichkeiten, sich an Infrastrukturinvestitionen zu beteiligen. Der einfachste Weg für Privatanleger besteht darin, den Fokus auf Sektoren und Unternehmen zu richten, die von einem politischen Schwerpunkt auf Infrastruktur profitieren dürften,
diese anhand ihrer Fundamentaldaten zu vergleichen und in die attraktivsten Titel zu investieren.

Diese Strategie hat sich bezahlt gemacht. Die wachstumsfördernden politischen Pläne der Trump-Regierung haben Infrastrukturaktien in den letzten Monaten zu deutlichen Kursgewinnen verholfen.

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Chancen bei Infrastrukturanlagen (Grösse der Blase entspricht Gesamtausgaben im Bereich)

Quelle: MC Kinsey Global Institute, Credit Suisse
Am meisten Potenzial bieten die Bereiche Wohnbau, Verkehr sowie Energie und Wasser.

Trend Infrastruktur hält weiter an

Anlagen in Aktien börsennotierter Infrastrukturunternehmen sind nach wie vor attraktiv, wobei zu beachten ist, dass die USA nur einen kleinen Teil des globalen Trends ausmachen. In China belaufen sich die jährlichen Infrastrukturausgaben beispielsweise auf rund 9 Billionen Chinesischer Renminbi (1.3 Billionen US-Dollar). Allerdings berücksichtigen die Bewertungen der meisten Titel mit Bezug zu Infrastrukturausgaben mittlerweile weitgehend dieses Potenzial, und weitere Anlagen erfordern einen gezielten Ansatz.

Potenzial für Ausgaben gibt es in verschiedenen Arten von Infrastruktur, allen voran Verkehrsinfrastruktur, erschwingliche Wohnimmobilien und Energieinfrastruktur. Direkte Aktienbeteiligungen an kommerziellen Infrastrukturprojekten sind für langfristig orientierte institutionelle Anleger wie Pensionskassen besonders attraktiv. Angesichts diverser Risiken und Herausforderungen sind allerdings Fachkenntnisse erforderlich.

Wichtige Erkenntnisse für Anleger zum Trend Infrastruktur

Hauptnutzniesser dieses Supertrends sind aus Sicht der Credit Suisse:

  • Anbieter von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, grosse Zement-und Zuschlagstoffproduzenten, Stahlunternehmen, Baumaschinenhersteller und -zulieferer 
  • Gas- und Stromversorger, Anlagen zur Stromerzeugung, Transport- und Verteilerpipelines, intelligente Netze (Smart Grids), Anbieter im Bereich Wasserhygiene und Entsalzungsanlagen
  • Schienenbasierte lokale Transportsysteme, Fertigteilhersteller, Anbieter kostengünstiger alternativer Baustoffe, Unternehmen in den Bereichen Isolierung, Heizeffizienz und Klimaanlagen 
  • Nationale Hypothekengesellschaften und Emittenten von gedeckten Anleihen in den Schwellenländern