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Infrastruktur-Boom fördert Investitionen in Wasser und Energie

Regierungen investieren in die staatliche Infrastruktur, um die Konjunktur anzukurbeln. Vielerorts hat dabei die Verkehrsinfrastruktur oberste Priorität. In die Sektoren Energie und Wasser fliesst allerdings noch mehr Geld. Im Trend liegen beispielsweise erneuerbare Energien. Auch andernorts können Anleger profitieren.

Der Energiesektor hat in den letzten Jahren aufgrund neuer Regulierungsvorschriften einen wesentlichen Wandel durchlebt. Darunter fallen beispielsweise Umweltverträglichkeitsstandards mit zunehmendem Schwerpunkt auf saubere Energie. Laut Bloomberg New Energy Finance (BNEF) sollen in den nächsten zehn Jahren weltweit knapp 4.4 Billionen US-Dollar in neue Stromerzeugungskapazitäten fliessen.

Davon entfallen rund 2.3 Billionen US-Dollar allein auf Asien, wo der Fokus auf erneuerbare Energien gelegt wird. Die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien dürfte einen Anstieg der Ausgaben für den Ausbau der Stromnetzinfrastruktur und des Netzverbunds nach sich ziehen und Chancen im Bereich der Akkutechnik eröffnen.

Die Europäische Kommission beabsichtigt beispielsweise, die europäischen Energienetze miteinander zu verknüpfen, die Sicherheit der Energieversorgung zu erhöhen und mittels der Eingliederung erneuerbarer Energiequellen in der gesamten EU zur nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Sie hat 5.4 Milliarden Euro für das transeuropäische Energieinfrastrukturprojekt bis 2020 zur Verfügung gestellt.

Den USA fehlen Milliarden für die Energie-Infrastruktur

Afrika, auf das schätzungsweise 10 Prozent der weltweiten Kohlenwasserstoffressourcen entfallen, weist indes grosses Potenzial für die Ölbranche auf, ist aber nach wie vor vergleichsweise unerschlossen. Laut einer Analyse von Bloomberg könnten potenzielle Investitionen in Höhe von 42 Milliarden US-Dollar in den nächsten zehn Jahren zu einem Anstieg der Raffineriekapazitäten um 1.7 Millionen Fass pro Tag führen.

In den USA unterzeichnete Präsident Trump Executive Orders zum Ausbau der Access-Pipelines Keystone XL und Dakota, deren Kosten sich auf 3.7 Milliarden US-Dollar belaufen. Aufgrund der stärkeren Nachfrage, der Kapazitätsengpässe und veralteter Anlagen wird in den USA ausserdem in zunehmendem Masse in die Energieinfrastruktur investiert.

Schätzungen der American Society of Civil Engineers (ASCE) zufolge besteht allerdings nach wie vor eine beachtliche Finanzierungslücke von 177 Milliarden US-Dollar zur Deckung des nationalen Energieinfrastrukturbedarfs bis 2025. Die Bemühungen der Regierung Trump zur Deregulierung des Energiesektors dürften einen wichtigen Katalysator für künftige Ausgaben darstellen.

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Investitionen in die Stromerzeugung (in Billionen US-Dollar)

Quelle: Bloomberg New Energy Finance, Credit Suisse

Zugang zu Wasser ist nicht selbstverständlich

Wasser ist eine weitere wichtige Infrastrukturressource. Unter den verschiedenen Wirtschaftszweigen weist die Landwirtschaft laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen mit 69 Prozent nach wie vor den grössten Wasserbedarf auf, gefolgt von Industrie (19 Prozent) und kommunalen Körperschaften (12 Prozent).

Die wachsende Weltbevölkerung verschärft die Probleme im Hinblick auf Wasserhygiene und -verknappung. Prognosen der OECD zufolge dürfte die Zahl der Menschen, die in von erheblichem Wassermangel betroffenen Gebieten leben, bis 2050 auf vier Milliarden ansteigen. Die Wasserversorgung stellt weltweit eine grosse Herausforderung dar, kann aber auch als grosse Anlagechance betrachtet werden.

Erneuerbare Energien dürften stark vom Trend profitieren

Neben Regierungsorganisationen dürften Versorgungsunternehmen zunehmend mit dem Bau nachhaltiger Wasserinfrastruktur beauftragt werden. China plant derzeit beispielsweise Investitionen in Höhe von rund 330 Milliarden US-Dollar in diesen Bereich. In den USA belaufen sich die Kosten für die Instandsetzung veralteter und undichter Rohrleitungen sowie die Deckung des Bedarfs an Trinkwasserinfrastruktur laut ASCE in den nächsten 25 Jahren auf mindestens 1 Billion US-Dollar.

Gas- und Stromversorger, erneuerbare Energien, Anlagen zur Stromerzeugung, Transport- und Verteilerpipelines sowie intelligente Netze (Smart Grids) dürften am stärksten von den Investitionen profitieren.