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In Schwellenländer investieren. Von der Dynamik profitieren.

Viele Aktienmärkte in Schwellenländern unterliegen starken Schwankungen. Die Diskrepanz zwischen Erfolgen und Rückschlägen ist gross. Insgesamt zeichnet sich in den Emerging Markets ein Aufwärtstrend ab, der weiterhin Potenzial nach oben bietet. Wie sich Anleger am besten positionieren.

Schwellenländer standen 2018 unter Druck

Schwellenländeraktien standen im letzten Jahr auf breiter Front unter Druck und mussten weltweit teils massive Kursrückschläge in Kauf nehmen. Der breite Schwellenländer-Aktienindex MSCI Emerging Markets verlor im letzten Jahr rund 15 Prozent. Die Finanz- und Wirtschaftskrise in der Türkei (Aktienmarkt 2018: ‑43 Prozent) und der Peso-Zerfall in Argentinien (Aktienmarkt 2018: ‑36 Prozent) trugen ihren Teil dazu bei.

Insgesamt mussten die Zentralbanken diverser Schwellenländer im vergangenen Jahr ihre schwächelnden Währungen stützen, nicht zuletzt, weil sich der US-Dollar aufwertete sowie die Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA straffere monetäre Bedingungen nach sich zogen. Dies beeinträchtigte wiederum die Wachstumserwartungen.

Doch es gab im letzten Jahr auch Sieger unter den Schwellenländern. Jene Anleger, die beispielsweise Anfang 2018 auf Katar oder Jamaika setzten, trafen ins Schwarze und waren Ende Jahr um rund 30 Prozent reicher. Investitionen in Ecuador wurden mit einem Gewinn von 23 Prozent belohnt. Diese Diskrepanz zwischen Erfolgen und Rückschlägen widerspiegelt die unterschiedlichen Ausgangslagen und Erfolgsfaktoren in den Schwellenländern. Gemäss einer Auswertung von BlackRock schwanken 75 Prozent aller Schwellenländeraktien um mehr als 40 Prozent pro Jahr. 

Wirtschaftliches Umfeld der Schwellenländer verbessert sich

Dank Wachstumsbeschleunigung und attraktiver Bewertungen gewinnt das makroökonomische Umfeld der Schwellenländer weiter an Potenzial. Die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation widerspiegelt sich unter anderem im Einkaufsmanagerindex. Dieser ist ein Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung. Werte über 50 signalisieren eine wirtschaftliche Expansion, unter 50 eine Kontraktion.

Der aggregierte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe der Schwellenländer ist nach einem Tiefpunkt von 49,5 im Januar auf 51 gestiegen. Nach der starken Korrektur im vierten Quartal 2018 und der Erholung im ersten Quartal 2019 werden Aktien aus Schwellenländern weiter am unteren Ende ihrer historischen Bewertungen gehandelt. 

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Die zehn grössten Volkswirtschaften – Schwellenländer rücken an die Spitze

Gemessen am nominalen Bruttoinlandprodukt, nach Kaufkraftbereinigung
Quelle links: statista (in Billionen USD)
Quelle rechts: Bloomberg Januar 2019, Prognose von Standard Chartered (in Billionen Internationale Dollar)

Aktien von Schwellenländern bleiben attraktiv

Konkret bedeutet dies, dass die Aktienbewertungen in den Schwellenländern verglichen mit jenen der Industrieländer weiterhin attraktiv sind. Der internationale Währungsfonds IWF prognostiziert für das aktuelle Jahr ein Wirtschaftswachstum von 4,5 Prozent für Schwellenländer. Die Experten der Credit Suisse gehen von einem ähnlichen Wachstum in der Höhe von 4,4 Prozent aus. Insgesamt werden mehr starke als schwache Schwellenländer erwartet.

Wirft man einen Blick in die Vergangenheit, so zeigt sich, dass Schwellenländer jeweils über längere Phasen eine ausgeprägte Über- oder Unterperformance gegenüber dem globalen Aktienmarkt aufweisen. Seit 2017 befinden sich die Schwellenmärkte in einer mehrjährigen relativen Aufwärtsphase, wobei kurzfristige Rückschläge nicht auszuschliessen sind.

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Schwellenländer weisen lange Phasen von über- und unterdurchschnittlicher Performance auf

Schwellenländeraktien im Verhältnis zu globalen Aktien, in USD (bis 1988 Aktien aus Hongkong und Singapur als Proxy).
Quelle: Refinitiv, Credit Suisse Research
Historische Wertentwicklungen und Finanzmarktszenarien sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse.

Emerging Markets werden flexibler und profitabler

Die aktuelle Aufwärtsbewegung lässt sich einerseits durch strukturelle Verbesserungen der Schwellenländer erklären. Als Beispiel hierfür können die Ausrüstungsinvestitionen von Unternehmen in Schwellenländern herangezogen werden. Diese weisen heute mit 9 Prozent des Umsatzes einen signifikant tieferen Wert auf als noch vor acht Jahren mit 14 Prozent. Dies bedeutet, dass Unternehmen in Schwellenländern heute einen geringeren Anteil an fixen Ausgaben in Infrastruktur investieren müssen. Sie haben damit an Flexibilität gewonnen, die durchaus mit Industrieländern vergleichbar ist.

Andererseits sind Schwellenländer mittlerweile profitabler als Unternehmen aus Industrieländern. Dies zeigen zyklische Faktoren wie die Free-Cashflow-Renditen von Unternehmen in Schwellenländern, die sich seit 2014 von 3 auf 6 Prozent verbesserten.

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