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Immobilien kaufen wird wieder teurer – wo das Eigenheim noch tragbar ist

Die Immobilienpreise in der Schweiz steigen wieder. Das zeigt die Immobilienmarktstudie 2018 der Credit Suisse. Für viele ist Wohneigentum nicht mehr tragbar. Jedoch ist es nicht überall gleich teuer, ein Haus zu kaufen. Die Preise variieren je nach Region stark.

Nach 14 Jahren Preisanstieg sanken die Wohneigentumspreise im Winterhalbjahr 2016/2017. Doch das war nur von kurzer Dauer. Erneut liegen die Immobilienpreise in der Schweiz deutlich im Plus. Der kräftige Wirtschaftsaufschwung lässt die Nachfrage nach Wohneigentum wieder steigen, zumal die Hypothekarzinskosten trotz leicht steigender Tendenz noch immer auf sehr tiefen Niveaus liegen.

Sogar rund um den Genfersee, wo die jüngste Preiskorrektur am stärksten spürbar war, resultieren grösstenteils wieder Preisanstiege. Moderate Preisrückgänge sind derzeit insbesondere noch in den Kantonen Wallis, Schwyz, Glarus, den beiden Appenzell sowie in Teilen der Kantone Tessin und Graubünden zu verzeichnen.

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Immobilienpreise in der Schweiz steigen wieder

Jahreswachstumsraten im mittleren Preissegment

Quelle: Wüest Partner, Credit Suisse

Für viele Haushalte ist es nicht mehr möglich, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen. Die hohen Anforderungen an Kapitel und Einkommen limitieren die Möglichkeit, eine Immobilie zu kaufen. 2017 hätte ein Haushalt mit mittlerem Einkommen kalkulatorisch 38,4 Prozent seiner Einkünfte aufwenden müssen, um ein mittleres Neubauobjekt zu kaufen. Diese Belastung ist in den letzten zwei Jahren zwar minimal gesunken, liegt aber nach wie vor deutlich über der kritischen Schwelle von 33 Prozent. Die Nachfrage nach Wohneigentum bleibt dadurch gedrosselt.

Immobilienpreise in der Schweiz unterscheiden sich stark

Die Preise variieren je nach Region stark. Rund um den Zürich-, Genfer- und Zugersee ist Wohneigentum besonders teuer und für einen Grossteil der Haushalte nicht tragbar. Insbesondere im Kanton Zürich ist diese Belastung weiter gestiegen. Dagegen sind Immobilien in ländlichen Gegenden deutlich günstiger. Ein Teil der Hauskäufer dürfte daher in Regionen mit erschwinglicheren Preisen und entsprechend niedrigerer kalkulatorischer Tragbarkeit ausweichen.

Die interaktive Infografik zeigt, wie viel es in der jeweiligen Region durchschnittlich kostet, eine Wohnung zu kaufen, und wie sich die Immobilienpreise seit 2012 verändert haben. Mit einem Klick auf die Region lässt sich berechnen, ob Wohneigentum in der gewünschten Region für Sie tragbar ist oder nicht. Mit Eingabe des monatlichen Bruttoeinkommens und des vorhandenen Eigenkapitals kann jeder für seine individuelle Situation die Tragbarkeit prüfen.

Immobilien Schweiz: Was kostet die Eigentumswohnung?
So viel kostet eine Eigentumswohnung 2017 in den grossen Schweizer Regionen (durchschnittlich inserierter Preis für eine mittlere Eigentumswohnung mit 110 m2 Wohnfläche, 4.5 Zimmer). Jetzt klicken, Preise vergleichen und Tragbarkeit prüfen.

1 Als Eigenmittel gelten Sparguthaben, Wertschriften, Vorsorgegelder und Lebensversicherungen.
2 In dieser Kalkulation wurde mit einem langfristigen Durchschnittszinssatz von 5 % gerechnet.

2018 dürften die Immobilienpreise in der Schweiz moderat steigen

Die Ökonomen der Credit Suisse rechnen aufgrund der nachfragestützenden Wirtschaftsentwicklung und der weiter sinkenden Bautätigkeit mit einer relativen Verknappung von Wohneigentum. Dies dürfte sich 2018 in anhaltend tiefen Leerständen niederschlagen. Sogar ein leichtes Sinken der Leerstände liegt im Bereich des Möglichen. Vor diesem Hintergrund wird auch für 2018 wieder eine positive Preisentwicklung erwartet.

Auch im gehobenen Preissegment dürfte die Preiskorrektur zu Ende sein. Mit einer Rückkehr zu einem überhitzten Eigentumsmarkt ist jedoch nicht zu rechnen – dafür werden die Impulse zu stark vom hohen Preisniveau und den regulatorischen Fussfesseln neutralisiert.

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Ausblick: So stark wachsen die Immobilienpreise in der Schweiz

Jahreswachstumsraten Wohneigentum in Prozent (mittleres Segment), 3. Quartal 2017

Quelle: Credit Suisse, Wüest Partner