hypothekarmodelle-festhypothek-oder-libor-hypothek
Artikel

Hypothekarmodelle im Vergleich: die Vor- und Nachteile

Festhypothek, Libor-Hypothek oder variable Hypothek: Mit der richtigen Hypothek können Sie Portemonnaie und Nerven schonen. Erfahren Sie, welche Hypothekarmodelle es gibt, welche Vor- und Nachteile diese haben und wie Sie sich für die richtige Hypothek entscheiden.

Diese Hypothekarmodelle gibt es

Sei es beim Hauskauf oder beim Erneuern einer bestehenden Hypothek: Mit der Wahl des richtigen Modellmixes können Eigenheimbesitzer viel Geld sparen. Dabei ist es nicht nur wichtig, Hypothekarzinsen zu vergleichen und zu beobachten, wie sich diese entwickeln. Mindestens so relevant ist es, die verschiedenen Hypothekarmodelle zu verstehen und sie richtig zu kombinieren.

Grundsätzlich gibt es drei Hypothekarmodelle: die Festhypothek, die Libor-Hypothek und die variable Hypothek. Je nach Bank gibt es verschiedene Unterarten dieser drei Hypothekarmodelle mit speziellen Konditionen.

Festhypothek bietet Sicherheit

Die Festhypothek wird über eine feste Laufzeit von zwei bis fünfzehn Jahren – selten auch länger – abgeschlossen. Der Kunde vereinbart mit der Bank einen Zinssatz, der die ganze Laufzeit gilt. Bei Schweizer Hauseigentümern ist dieses Hypothekarmodell beliebt, denn es bietet Sicherheit. Der Hypothekarschuldner weiss genau, welchen Betrag er der Bank während der Laufzeit der Hypothek regelmässig schuldet. Unliebsame Überraschungen wegen steigender Zinsen werden vermieden.

Aber Sicherheit hat ihren Preis. Bei der Festhypothek sind dies etwas höhere Hypothekarzinsen. Gleichzeitig bindet sich der Eigenheimbesitzer mit einer Festhypothek für die gesamte Laufzeit. Will er die Hypothek vorzeitig auflösen, beispielsweise weil das Haus verkauft wird, müssen die noch fälligen Ausstiegskosten bezahlt werden.

Variable Hypothek ermöglicht am meisten Flexibilität

Wer in absehbarer Zeit sein Haus oder seine Wohnung verkaufen oder aus anderen Gründen flexibel bleiben möchte, wählt besser eine variable Hypothek. Dies ist das einzige Hypothekarmodell ohne vertraglich geregelte Laufzeit. Zu beachten sind allerdings die Kündigungsfristen.

Die Zinsen der variablen Hypothek werden laufend dem Markt angepasst. Deswegen können die Zinssätze stark schwanken. Das ist nichts für wenig risikobereite Eigenheimbesitzer. Auch hat die Flexibilität ihren Preis: Eine variable Hypothek ist im Vergleich meist das teuerste Hypothekarmodell.

Libor-Hypothek ist oftmals am günstigsten

Eine Alternative zur variablen Hypothek ist die Libor-Hypothek. Der Zinssatz dieser Hypothek orientiert sich momentan am Libor (London Interbank Offered Rate). Das ist der Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander kurzfristig Geld leihen. Der Zinssatz ist dadurch marktgerecht. Wie oft er angepasst wird, kann der Kunde selber wählen: alle drei, sechs oder zwölf Monate.

Für die Libor-Hypothek wird ähnlich wie bei der Festhypothek eine Laufzeit vereinbart. Nur, dass eben der Zinssatz laufend angepasst wird. In der Vergangenheit war die Libor-Hypothek über die gesamte Laufzeit betrachtet eine gangbare Alternative zur Festhypothek. Allerdings kann der Zinssatz stark schwanken, weshalb sich eine Kombination aus Libor-Hypothek und Fix-Hypothek anbietet.

Vor- und Nachteile der Hypothekarmodelle

  Vorteile Nachteile
Festhypothek

- Schutz vor steigenden Zinsen: Zinssatz ist fix

- Von besonders tiefen Zinsen kann länger profitiert werden

- Allfällig sinkende Zinsen werden nicht weitergegeben

- Wenig flexibel durch feste Laufzeit: Ausstieg ist teuer

Variable Hypothek

- Sinkende Zinsen werden direkt weitergegeben

- Flexibilität: keine feste Laufzeit, Kündigung jederzeit möglich

- Steigende Zinsen schlagen direkt auf das Budget

- Für die Flexibilität werden etwas höhere Zinsen verlangt

Libor-Hypothek

- Wechsel in Fix-Hypothek jeweils nach Ablauf der Tranche möglich

- Sinkt der Libor-Zinssatz, sinkt auch der Hypothekarzins

- Steigen die Zinsen, wird die Hypothek schnell teurer

- Zinsen können stark schwanken

Wahl des richtigen Hypothekarmodells

Fazit: Es gibt gute Gründe für jedes der Hypothekarmodelle. Welches das passende ist, hängt ganz von der persönlichen Situation ab. Hier gilt es insbesondere abzuwägen zwischen Sicherheit, Flexibilität und Kosten. So mag ein Doppelverdiener-Paar eine Libor-Hypothek bevorzugen, während eine Familie mit knappem Einkommen vielleicht eher auf die garantierte Festhypothek setzt.

Gleiches gilt für die Wahl der Laufzeit: Wer die Festhypothek mit langer Laufzeit wählt, zahlt zwar einen höheren Zinssatz als bei einer kurzen Laufzeit, hat diesen aber für die vereinbarte Zeit garantiert. Neben dem Aspekt Sicherheit sollten bei der Wahl der Laufzeit und des Hypothekarmodells die eigenen Erwartungen an die Zinsentwicklung miteinbezogen werden. Bei solchen Überlegungen kann es ratsam sein, frühzeitig einen Experten beizuziehen. Dieser bringt eine objektive Aussensicht ein und behält alle Zusammenhänge im Blick.

Welches Hypothekarmodell ist für Sie das richtige?

Termin vereinbaren
Wir helfen Ihnen gerne weiter. Rufen Sie uns unter der Telefonnummer 0844 100 111 an.