Bieterverfahren: Immobilie verkaufen und Höchstpreise erzielen
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Hausverkauf mit Bieterverfahren. So funktioniert’s.

Wer einen Hausverkauf plant, kennt das Dilemma: Setzt man den Preis niedrig an, ist die Immobilie schnell vom Markt. Doch die Befürchtung bleibt, unter Wert verkauft zu haben. Liegt der inserierte Preis hingegen hoch, findet sich vielleicht kein Interessent. Eine Lösung kann das Bieterverfahren sein

Was ist das Bieterverfahren?

Beim Bieterverfahren schreibt der Eigentümer sein Haus nicht zu einem festen Verkaufspreis aus. Stattdessen haben Interessenten die Möglichkeit, auf die Immobilie zu bieten. Bei entsprechender Nachfrage entsteht eine Wettbewerbssituation unter den Bietern. Das kann den Verkaufspreis maximieren.

Bieterverfahren vorbereiten

Die Vorbereitung des Bieterverfahrens verläuft ähnlich wie beim klassischen Hausverkauf. Nach Erstellen der Verkaufsunterlagen bewirbt der Verkäufer die Immobilie auf Internetportalen und gegebenenfalls in Zeitungen, um die Aufmerksamkeit potenzieller Käufer zu erwecken. Wichtig ist, dass in der Anzeige auf das Bieterverfahren hingewiesen wird. Der Verkäufer kann ein Mindestgebot festlegen, jedoch ist dies optional.

Es ist sinnvoll, im Inserat einen festen Besichtigungstermin zu nennen, um möglichst viele Interessenten für einen bestimmten Termin zu gewinnen. Denn eine hohe Besucherzahl verstärkt die Konkurrenz zwischen den Bietern. Sollte die Resonanz auf die erste Besichtigung gering sein, empfiehlt es sich, nach ein paar Wochen eine weitere Besichtigung durchzuführen.

Hausverkauf erfolgreich abschliessen

Nach der Besichtigung können Kaufinteressenten innerhalb einer gewissen Bietfrist – meist zwei bis drei Wochen – ihr Gebot für den Kaufpreis abgeben. Nach Abschluss der ersten Bieterrunde teilt der Verkäufer das bisherige Höchstgebot mit. Dann hat jeder Mitbewerber die Möglichkeit, nochmals zu überbieten. Bei den meisten Bieterverfahren ist der zweite der finale Durchgang. Der Verkäufer kann aber auch weitere Bieterrunden durchführen.

Um einen geordneten und transparenten Ablauf zu gewährleisten, sollte der Verkäufer die Anzahl der Bieterrunden und den Zeitrahmen der Bietfristen im Voraus an alle Beteiligten kommunizieren. Abgeschlossen ist das Bieterverfahren, wenn sich Verkäufer und Interessent einigen und den Kaufvertrag unterschreiben. Anschliessend beglaubigt ein Notar den Vertrag und die Eigentumsübertragung wird ins Grundbuch eingetragen. 

Keine Pflicht, die Immobilie zu verkaufen 

Ist der Verkäufer mit dem höchsten Gebot unzufrieden, muss er dieses nicht annehmen. Denn anders als bei einer Versteigerung gilt beim Bieterverfahren keine Verkaufspflicht. Ebenso kann aber auch der Interessent sein Gebot zurückziehen. Nur mit der Unterzeichnung des notariellen Kaufvertrags verpflichtet sich der Käufer zur Zahlung des Kaufpreises. Daher ist es ratsam, mit den anderen Bietern in Kontakt zu bleiben und bei gescheitertem Kaufvertrag erneut zu verhandeln. 

Vor- und Nachteile des Bieterverfahrens

Obgleich das Bieterverfahren besonders in Ballungszentren an Popularität gewinnt, ist die Verkaufsform kein Freifahrtschein zum reibungslosen Hausverkauf. Diese Vor- und Nachteile sollten Verkäufer kennen.

Vorteile
  • Das Bieterverfahren erzielt Aufmerksamkeit für die Immobilie und spricht viele Interessenten an.
  • Der Verkauf erfolgt oft schneller als bei einer klassischen Inserierung. In der Regel dauert das Verfahren maximal drei Monate.
  • Der Wettbewerb unter den Kaufinteressenten kann den Preis des Hauses in die Höhe treiben.
  • Der Verkäufer muss das Höchstgebot nicht annehmen.
Nachteile
  • Bieterverfahren locken Schnäppchenjäger an, die keine ernsthaften Gebote abgeben. Verkäufer umgehen dies, indem sie nur Besichtigungen mit vorheriger Anmeldung akzeptieren.
  • Der Wettbewerbsdruck gefällt nicht allen Interessenten. Manche könnten überfordert oder abgeschreckt reagieren.
  • Ebenso könnte der Wettbewerb sich negativ auf finanzkräftige Käufer auswirken, da diese den Aufwand scheuen.
  • Es kommt nicht zwangsläufig zum Verkauf des Hauses, da Käufer ihr Gebot zurückziehen können.

Fazit: interessante Alternative zum klassischen Hausverkauf

Privaten Verkäufern liegt ihre Immobilie sehr am Herzen – einen guten Verkaufspreis zu erzielen, ist daher finanziell wie emotional von hoher Bedeutung. Treffen die Kriterien einer gefragten Lage und eines breit ansprechenden Designs auf das Objekt zu, ist das Bieterverfahren eine vielversprechende Alternative zur klassischen Vermarktung. Sollte daraus kein attraktives Gebot hervorgehen, kann der Verkäufer das Bieterverfahren jederzeit wiederholen – oder  zum klassischen Hausverkauf übergehen.

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