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Globales Vermögen ist 2017 stark gewachsen

Kürzlich wurde der jährliche Global Wealth Report der Credit Suisse publiziert. Gewinne an den Aktienmärkten sowie Preissteigerungen bei den Sachwerten haben dazu geführt, dass das weltweite Vermögen so stark stieg wie zuletzt 2012. Die Studie zum globalen Wohlstand offenbart einige spannende Erkenntnisse.

Anhand des Credit Suisse Global Wealth Report 2017 werden interessante Entwicklungen sichtbar, welche sowohl zuversichtlich als auch besorglich stimmen. Vorab sei gesagt, dass der gesamte private Vermögenszuwachs 2017 mit 6,4 Prozent hoch ausgefallen ist. Es war für Vermögenseigentümer ein gutes Jahr, wie folgende Abbildung demonstriert.

Positiv fällt zudem auf, dass der globale Wohlstand 2017 nicht nur den guten Aktienmärkten, sondern vor allem auch der schöpferischen Kraft des Unternehmertums geschuldet ist. Das durchschnittliche Wachstum des privaten Wohlstandes um 6,4 Prozent liegt über dem demographischen Wachstum als auch über den durchschnittlichen Börsengewinnen. Das heisst auch, dass die Schere zwischen Arm und Reich marginal kleiner wird – allerdings ist sie immer noch zu hoch, vor allem in Afrika und Südamerika.

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Jährliche Veränderung (%) des globalen, privaten Wohlstandes und seiner Komponenten, 2000–2017

Quelle: James Davies, Rodrigo Lluberas and Anthony Shorrocks, Credit Suisse Global Wealth Databook 2017, Credit Suisse Research Institute

Schweiz ist bezüglich Vermögen an der Spitze

Unten stehende Tabelle illustriert, dass letztes Jahr die USA – und Indien, bezogen auf einen kleineren Vermögensstock – das stärkste Vermögenswachstum erlebten mit fast 10 Prozent. Dort ist auch das durchschnittliche Pro-Kopf-Vermögen mit 375’000 US-Dollar hoch.

Die Schweiz ist immer noch Spitzenreiter mit einem privaten Vermögen pro Kopf von 537'000 Franken. Mehr als zwei Drittel aller Schweizer verfügen über Ersparnisse von über 100’000 Franken und knapp 9 Prozent der Bevölkerung besitzen ein Vermögen von über einer Million.

Veränderungen im gesamten Privatvermögen nach Regionen, 2016–2017

  Gesamt-vermögen Veränderung des Gesamtvermögens
Vermögen pro Erwachsener
Veränderung des Vermögens pro Erwachsener
Veränderung der finanziellen Vermögenswerte
Veränderung der
nicht-finanziellen Vermögenswerte
Veränderung des Schuldenstands
2017 2016-17 2016-17 2017 2016-17 2016-17 2016-17 2016-17 2016-17 2016-17 2016-17
Mia. USD Mia. USD % USD % Mia. USD % Mia. USD % Mia. USD %
Afrika 2'499 22 0.9 4'166 -1.9 51 4.1 -10 -0.7 18 7.0
Asien-Pazifik
55'052 396 0.7 47'479  -1.0 201 0.6 497 1.6 302 3.5
China 29'000 1'718 6.3 26'872 5.6 302 2.2 1'601 10.2 186 7.8
Europa 79'639 4'757 6.4 135'163 6.3 2'621 6.6 2'797 5.8 662 5.3
Indien 4'987 451 9.9 5'976 7.9 64 9.1 470 11.0 83 19.5
Lateinamerika 8'107 302 3.9 19'049 2.1 124 4.5 271 4.3 94 7.4
Nordamerika
101'005 9'097 9.9 374'869 8.8 6'313 8.4 3'441 10.7 657 4.3
Welt 280'289 16'744 6.4 56'541 4.9 9'676 5.8 9'068 6.5 2'002 4.9

Quelle: James Davies, Rodrigo Lluberas and Anthony Shorrocks, Credit Suisse Global Wealth Databook 2017, Credit Suisse Research Institute

Erkenntnisse aus dem Global Wealth Report

Einige weitere wichtige Beobachtungen:

  • Der Anteil der Schwellenländer am globalen Vermögen nimmt regelmässig zu. Zwischen 2000 und heute hat er sich von circa zehn Prozent auf knapp zwanzig Prozent verdoppelt. 
  • Währungen besitzen einen starken Einfluss. Der starke Franken ist ein wichtiger Grund für das hohe Pro-Kopf-Vermögen der Schweizer. Umgekehrt haben schwache Währungen insbesondere in Japan, England oder Ägypten einen hohen Zoll gefordert. 
  • Trotz wirtschaftlichen Wachstums hat sich die Ungleichheit ausgeprägt. 70 Prozent der Weltbevölkerung teilen sich weniger als 3 Prozent des globalen Vermögens. 
  • Ungleichheit ist nicht nur ein regionales, sondern auch ein demographisches Phänomen. Die heutigen «Millennials» besitzen nicht nur deutlich weniger Vermögen als ihre Eltern, sondern tragen relativ hohe Schulden, vor allem auch für ihre Ausbildung. Ihr wirtschaftliches Verhalten wird nachhaltig durch diese Ausgangslage geprägt sein.
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Regionales Vermögenswachstum 2000–2017

Quelle: James Davies, Rodrigo Lluberas and Anthony Shorrocks, Credit Suisse Global Wealth Databook 2017, Credit Suisse Research Institute

Profiteure des wachsenden Vermögens

Zwei anlagepolitische Nutzniesser des anhaltenden Vermögenswachstums in Schwellenländern, insbesondere Asien, sind einerseits der rasch wachsende Konsum und andererseits die sich damit rasant entwickelnde urbane Infrastruktur. Der chinesische Online-Händler Alibaba durchbrach jüngst an einem einzelnen Tag die Rekordumsatz-Marke von 25 Milliarden US-Dollar.

Die steigende Nachfrage nach Tourismus, Gastronomie, Hotellerie sowie Luxusgüter ist anderer Ausdruck dieses strukturellen Wachstums. Auch das dadurch begünstigte Infrastrukturwachstum in den Bereichen Mobilität, Energie und Wasser ist eine weitere Entwicklung mit überdurchschnittlichen Wachstumsperspektiven.