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Erwerb von Wohneigentum in der Schweiz. Eine Anleitung für Zuzüger.

Bewilligung, Finanzierung, Tragbarkeit, Amortisation – wenn Sie planen, Wohneigentum in der Schweiz zu erwerben, sollten Sie sich zunächst einen Überblick über die Voraussetzungen verschaffen. Im Folgenden erfahren Sie, warum eine gute Beratung unerlässlich ist, um von Anfang an die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Wenn Sie kürzlich in die Schweiz zugezogen sind und eine Immobilie erwerben möchten, sollten Sie sich im Vorfeld gut informieren. Der erste Schritt besteht darin, sich über die rechtlichen Voraussetzungen im Klaren zu sein: Leben Sie als Bürger eines EU- oder EFTA-Staates oder als Drittstaatenangehöriger bereits zur Miete in der Schweiz, so sollten Sie in der Regel im Besitz einer gültigen Niederlassungsbewilligung B sein. In diesem Fall können Sie ein Grundstück oder ein bestehendes Gebäude für den Eigenbedarf erwerben. Falls Sie eine C-Bewilligung für die Schweiz haben, dürfen Sie mehrere Wohngrundstücke oder Liegenschaften jeder Art bewilligungsfrei kaufen.

Die Finanzierung Ihrer Immobilie

Grundsätzlich gilt, dass der Hypothekenanbieter maximal 80 % des Verkehrswerts der Immobilie finanziert. Daher müssen Sie mindestens 20 % der Kaufsumme als Eigenmittel selbst einbringen. Mindestens die Hälfte davon müssen Eigenmittel sein, die nicht aus der beruflichen Vorsorge stammen.

Üblicherweise wird die Hypothekarfinanzierung in eine erste und eine zweite Hypothek gegliedert. Die erste Hypothek kann dabei maximal 66 % des Kaufpreises betragen. Liegt der Fremdfinanzierungsbedarf darüber, muss eine zweite Hypothek über den Restbetrag aufgenommen werden. Die zweite Hypothek muss in regelmässigen Raten über einen Zeitraum von maximal 15 Jahren bis zum Ende des 65. Lebensjahres zurückbezahlt werden.

Die Tragbarkeitsrechnung

Um die Tragbarkeit der Finanzierung sicherzustellen, sollten Ihre Wohnkosten (Hypothekenzinsen, Amortisation, Unterhalts- und Nebenkosten) ein Drittel Ihres Bruttoeinkommens nicht überschreiten. Viele Kreditinstitute kalkulieren die Hypothekenkosten mit einem theoretischen Zinssatz von 5 %, um sicherzustellen, dass Sie die Finanzierung auch bei steigendem Zinsniveau noch erfüllen können. Dazu kommen die jährlichen Unterhalts- und Nebenkosten wie Energie, Versicherungen und kleinere Reparaturkosten, die in der Regel mit jährlich 1 % des Verkehrswertes berechnet werden.

Hypothekentypen und Amortisation

In der Schweiz können Kunden grundsätzlich zwischen vier verschiedenen Hypothekentypen wählen. Ein guter Berater wird Ihr Risikoprofil mit Ihnen zusammen bestimmen, damit Sie die passende Wahl treffen.

Sie können sogar Geld sparen, wenn Sie Ihre Hypothek zurückzahlen. Dies hängt davon ab, welche Art der Rückzahlung Sie wählen. Bei der direkten Amortisation bezahlen Sie die Hypothek in regelmässigen Raten an die Bank zurück. Bei der indirekten Amortisation zahlen Sie die Raten auf ein Vorsorgekonto bzw. -depot oder in eine Lebensversicherung ein. Die letztgenannte Option erlaubt Ihnen, von gleichbleibenden Steuerabzügen über die gesamte Laufzeit hinweg zu profitieren, vorausgesetzt, die Zinsen ändern sich nicht.