Erneuerbare Energie: Mit Investments gegen den Klimawandel

Erneuerbare Energie – eine Investition in das Wohl von Mensch und Natur

Die Erderwärmung schreitet immer weiter voran. Erneuerbare Energien gehören zu den wichtigsten Instrumenten, um diesen Klimawandel zu begrenzen. Mit alternativen Investments in saubere Energien können Anleger daher doppelt profitieren.

Vom Klimawandel sind heute alle Länder auf allen Kontinenten betroffen. Die Auswirkungen – vom Anstieg des Meeresspiegels bis hin zu längeren Dürren – gefährden ganze Volkswirtschaften, wenngleich die hierdurch entstehenden Kosten noch nicht vollständig vorhersagbar sind. Mit der Umstellung auf erneuerbare Energie steht eines der wirksamsten Instrumente im Kampf gegen den Klimawandel zur Verfügung, da sich die weltweiten CO2-Emissionen hierdurch unmittelbar und deutlich reduzieren lassen. 

Fast zwei Drittel der Erderwärmung gehen auf das Konto der CO2-Emissionen


Bei den meisten Klimaforschern besteht Einigkeit darüber, dass Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2), Methan und Stickstoffoxid den Hauptgrund für den Klimawandel und insbesondere die Erderwärmung darstellen. Der gegenwärtige Trend des Klimawandels ist besonders bedeutsam, da er wahrscheinlich grösstenteils auf menschliches Handeln zurückzuführen ist. Überwiegend wird er durch CO2-Emissionen vorangetrieben, die beinahe zwei Drittel der vom Menschen verursachten Erderwärmung ausmachen.

Weltweite CO2-Emissionen nach Branche

Weltweite CO2-Emissionen nach Branche

Quelle: IPCC (2014), EPA, Credit Suisse

Von den CO2-Emissionen ist die Hälfte allein auf die Strom- und Wärmeerzeugung sowie auf Land- und Forstwirtschaft zurückzuführen. Werden keine entsprechenden Massnahmen ergriffen, wird es dadurch nach aktuellen Prognosen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts eine Erderwärmung um 2,4 bis 6,4 Grad Celsius geben1. Hauptquelle für CO2-Emissionen ist die Nutzung fossiler Brennstoffe, u. a. Kohle, Öl und Gas.

Der erste Schritt gegen den Klimawandel: das Übereinkommen von Paris

Ein mit Entschiedenheit vorangetriebener Wechsel zu erneuerbarer Energie könnte zu einer Verlangsamung oder sogar zu einer Umkehrung der Erderwärmung beitragen. Unter erneuerbarer Energie versteht man die Erzeugung von Energie (oder Wärme) aus nachhaltigen Quellen, wie Wasser, Windkraft, Solarenergie oder Erdwärme, die keine oder nur wenige Schadstoffe oder CO2-Emissionen verursachen.

Es stehen immer mehr erschwingliche, skalierbare Lösungen zur Verfügung, mit denen die Länder den Sprung zu saubereren Alternativen mit grösserer Resilienz bewältigen können. Und das Tempo des Wandels beschleunigt sich: Immer mehr Haushalte und Unternehmen wenden sich erneuerbaren Energien zu und ergreifen weitere Massnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen.

Um dem Klimawandel weltweit gemeinsam zu begegnen, haben im Dezember 2015 195 Länder das Übereinkommen von Paris verabschiedet, dessen zentrales Ziel es ist, die Erderwärmung in diesem Jahrhundert auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, werden geeignete Finanzströme, neue technologische Rahmenbedingungen sowie ein erweitertes Rahmenwerk für den Kapazitätsaufbau geschaffen.

1 Quelle: Emissionsszenarien gemäss «IPCC Special Report on Emission Scenarios (SRES)», 2007.
Die Ansichten und Einschätzungen im Text widerspiegeln die Meinung von Credit Suisse Investment Solutions & Products und Products & Investment Services innerhalb der Credit Suisse Group AG.

Erneuerbare Energie ist «Die grösste wirtschaftliche Chance aller Zeiten»

Nicht nur den negativen Auswirkungen der Verbrennung von Kohle auf die menschliche Gesundheit, der Gefahr steigender Meeresspiegel sowie den Störungen der Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser kann mit der Durchsetzung von Initiativen für erneuerbare Energie begegnet werden. Sie sei auch «die grösste wirtschaftliche Chance aller Zeiten», so der frühere US-Aussenminister John Kerry auf der «Bloomberg New Energy Finance»-Konferenz im letzten Jahr.

Laut dem 2017 vom Frankfurt School-UNEP Collaborating Centre und Bloomberg New Energy Finance veröffentlichten Bericht zu den weltweiten Investment-Trends bei erneuerbaren Energien («Global Trends in Renewable Energy Investment 2017») beliefen sich die Investitionen in erneuerbare Energie im Jahr 2016 auf eine Gesamtsumme von 241,6 Milliarden US-Dollar (mit Ausnahme grosser Wasserkraftwerke). Durch diese Investitionen wurde die weltweite Energiekapazität um neun Prozent gesteigert.

Zudem erhöhte sich der Anteil von elektrischer Energie aus erneuerbaren Quellen (mit Ausnahme grosser Wasserkraftwerke), wodurch geschätzte 1,7 Gigatonnen CO2-Emissionen verhindert werden konnten. «Das enorme Interesse der Investoren an bestehenden Wind- und Solarfarmen stellt ein starkes Signal für die Welt dar, die Wende hin zu erneuerbaren Energien zu vollziehen», so Prof. Dr. Udo Steffens, Präsident der Frankfurt School of Finance & Management, in dem Bericht.

Klimawandel ist eine grosse Sorge der Millenials

Millennials sorgen sich um die Zukunft der Umwelt und fühlen sich dafür verantwortlich. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie sich laut einer von Deloitte in den USA durchgeführten Studie am stärksten für höhere Strompreise zur Finanzierung der Entwicklung erneuerbarer Energien ausgesprochen haben. Da sie darüber hinaus die Vorteile der «Sharing Economy» zu nutzen wissen, weisen sie beispielsweise auch das grösste Interesse an gemeinschaftlichen Solarprojekten auf.

Stromerzeugung durch erneuerbare Energien nimmt deutlich zu

Laut dem BP Energy Outlook 2017 entfielen 2015 rund 7% der globalen Stromerzeugung auf erneuerbare Energien (ohne Wasserkraft). Dieser Wert dürfte bis 2035 auf beinahe 20% ansteigen, was 40% des Wachstums der gesamten Stromerzeugung entspricht.

Das starke Wachstum lässt sich hauptsächlich auf die geringeren Kosten zurückführen. Während sich der Kostenrückgang im Solarbereich verlangsamt hat, dürften die Kosten für Windkraft dank der erhöhten Leistungsfähigkeit von Windturbinen deutlich fallen. Allerdings ist die Windkraft aufgrund ihrer Auswirkungen auf die Landschaft und die Vogelwelt umstritten.

Energiespeicher werden im Kampf gegen den Klimawandel immer wichtiger

Energiespeicherlösungen stellen einen wesentlichen Bestandteil zukünftiger Energiesysteme dar, die durch einen grösseren (und weniger vorhersagbaren) Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung geprägt sind. Dabei unterscheidet man zwischen verschiedenen Arten von Energiespeichern: Festkörperakkumulatoren, Redox-Flow-Batterien, Schwungräder, Druckluftspeicherkraftwerke, thermische Speicher und Pumpspeicherwerke. Es lassen sich vielfältige Chancen erkennen bei Festkörperakkumulatoren, vor allem im Lithium-Ionen-Bereich.

Die globale Energiespeicherkapazität beläuft sich derzeit auf rund 3‘000 MW und dürfte bis 2024 auf 45’000 MW ansteigen. Elektrofahrzeuge treiben die Nachfrage nach Energiespeichern ebenfalls an. Angesichts des attraktiven Ausblicks für die Akkubranche wird derzeit der Bau von bis zu zwölf neuen Megafabriken geplant, um die aktuellen Fertigungskapazitäten bis 2020 zu verdreifachen.