Nahrungsmittelindustrie: ökologische Landwirtschaft gegen den Klimawandel
Unsere Expertise im Überblick

Eine nachhaltige Ernährung für die Zukunft gestalten

Die Nahrungsmittelindustrie befindet sich im Wandel. Das ist einerseits eine Folge von veränderten Wertvorstellungen von Konsumenten und Konsumentinnen. Andererseits bedingt die Klimakrise eine nachhaltige Ernährung. Der Weg zu einer ökologischen Landwirtschaft ist aber noch weit. Für Anleger und Anlegerinnen bietet dieser Wandel neue Chancen.

Eine nachhaltige Ernährung ist wichtiger denn je

«Noch nie war die Frage der Ernährung wichtiger als heute», erklärte Thomas Gottstein, CEO der Credit Suisse, zum Auftakt der Veranstaltung. Das Bevölkerungswachstum auf 10 Milliarden Menschen bis 2050, die Hungerproblematik, explodierende Gesundheitskosten und der Klimawandel verlangten «nach einem Umdenken darüber, was wir essen, wieviel wir essen und wie wir die Nahrungsmittel produzieren».

Noch nie war die Frage der Ernährung wichtiger als heute.

Thomas Gottstein, CEO der Credit Suisse

Aber wie etablieren wir ein nachhaltiges Lebensmittelsystem? Welche Massnahmen sind dazu nötig? Welche Lösungen sind wirklich wirksam und auch realistisch? Und welche Chancen bietet die sich abzeichnende Nahrungsmittel-Revolution den Unternehmen und Investoren?

Diese Fragen diskutierten unsere hochkarätigen Podiumsteilnehmer Mark Schneider (CEO Nestlé), Doris Leuthard (alt-Bundesrätin, Vizepräsidentin Coop und Bell) sowie Michael Strobaek (Global CIO Credit Suisse). Sie boten dabei wertvolle Einsichten und viel „Brainfood“ über die Zukunft der Ernährung.

Umbau zur regenerativen Landwirtschaft

Die wirksamste Massnahme, um die CO2-Bilanz der Nahrungsmittelindustrie zu verbessern, sei die Förderung einer klimaschonenden Landwirtschaft, betonte Mark Schneider. Bei Nestlé sei die Beschaffung der Zutaten für rund zwei Drittel der Treibhausemissionen des Unternehmens verantwortlich. In den nächsten vier Jahren investiere sein Unternehmen 1,2 Milliarden Schweizer Franken in den Wandel hin zu einer regenerativen Landwirtschaft, die die Förderung der Biodiversität, den Bodenschutz und die Wiederherstellung von Wasserkreisläufen umfasst. Dieser Umbau funktioniere aber nicht per Dekret, sondern nur gemeinsam mit den Bauern, wie Schneider betonte: «Im Sinne eines gerechten Übergangs ist es wichtig, Landwirte auf der ganzen Welt bei der Umstellung auf eine regenerative Landwirtschaft technisch und finanziell zu unterstützen.»

Digitalisierung der Landwirtschaft

Doris Leuthard wies darauf hin, dass Bio-Nahrungsmittel auch teurer und besonders für die Menschen in Entwicklungsländern kaum erschwinglich sind. Hinzu komme das globale Bevölkerungswachstum: «Wir müssen künftig die Produktivität erhöhen, ohne dabei die Umwelt zu schädigen und dafür braucht die Landwirtschaft zwingend Innovationen».

Die Referenten waren sich einig: Forschung und Entwicklung sind wichtiger denn je, um die Landwirtschaft gleichzeitig effizienter und nachhaltiger zu machen. Nicht nur Pflanzenschutz und moderne Züchtung spielen dabei eine wichtige Rolle, sondern auch das wirtschaftliche Potenzial für digitale Landwirtschaftsprodukte und -dienstleistungen ist enorm. Denn mit der Hilfe von Künstlicher Intelligenz, Drohnen, autonomen Geräte und intelligenten Bewässerungssystemen kann die Produktivität massiv gesteigert werden.

Reduktion der Nahrungsmittelverschwendung

Michael Strobaek wies auf das potenziell verheerende Ausmass der Nahrungsmittelverschwendung hin. «Laut unserer neuesten Studie werden über 30% der Nahrungsmittel weltweit einfach verschwendet.» Wenn Nahrungsmittelverluste und Nahrungsmittelverschwendung ein Land wären, wäre dieses Land der drittgrösste Treibhausgasemittent der Welt, so die Credit Suisse Studie.

Nahrungsmittelverschwendung geschieht bei der Produktion und beim Transport, aber zu einem grossen Teil auch daheim durch die Konsumenten. Wie kann man dem begegnen? «Durch eine bessere Sensibilisierung für dieses Thema und durch seine Verankerung als Nachhaltigkeitsthema im Ernährungsbereich», erklärte Strobaek. Eine andere Möglichkeit, diesem Problem zu begegnen, ist eine Anpassung der optischen Standards für Obst und Gemüse. Schätzungen zufolge wird in der EU ein Drittel der Agrarproduktion aufgrund von optischen Mängeln bei Obst und Gemüse weggeworfen.

Umstellung auf pflanzenbasierte Ernährung

Für ein nachhaltigeres globales Ernährungssystem ebenfalls unvermeidlich – so Michael Strobaek – sei der Wechsel hin zu einer stärker pflanzlichen Ernährung, da diese deutlich weniger Emissionen verursache. Doris Leuthard warnte jedoch vor einer Illusion einer rein veganen Welt. «Wir haben gar nicht genug Gemüse, um vollständig auf pflanzenbasierte Nahrung umzustellen. Und wenn wir gar kein Fleisch mehr essen, dann haben wir ein Protein und damit ein Gesundheits-Problem.»

Trotzdem waren sich die Referenten einig, dass alternative Fleisch- und Milchprodukte bis 2050 einen grossen Boom erleben und künftig auch von den grossen Nahrungsmittelherstellern produziert werden. «Wir verzeichnen ein starkes Wachstumspotenzial für pflanzenbasierte und alternative Nahrungsmittel sowie Fleisch aus Zellkulturen (Cultivated Meat). Dadurch wird die Branche für Kapitalgeber und Anleger hochinteressant», sagte Michael Strobaek.

Generell bestehe ein grosses Interesse nach langfristigen Anlagechancen, die sich aus dem weltweiten Bedarf nach Gesundheit und Wohlergehen ergeben. Daher habe die Bank dieses Jahr nicht nur den «Credit Suisse JPMorgan Sustainable Nutrition Fund» lanciert, sondern gemeinsam mit Blackrock auch einen «Private-Equity-Impact-Fund» mit Schwerpunkt Gesundheit und Wohlergehen.

Neues Gesundheitsbewusstsein und personalisierte Ernährung

Alle Podiumsteilnehmer waren sich einig: Wie schnell und wie radikal sich der Wandel zu einer nachhaltigeren Ernährung vollziehen wird, entscheiden nicht staatliche Vorschriften oder die Anbieter, sondern primär die Konsumenten. Mark Schneider zeigte sich dabei optimistisch, dass durch die heutige Jugend eine neue Dynamik entsteht: «Noch nie war eine Generation besser über Ernährung informiert als die Millennials. Noch nie hat eine Generation soviel Geld für gesundes, nachhaltiges Essen ausgegeben».

Michael Strobaek gab sich überzeugt, dass die technologische Entwicklung das Gesundheitsbewusstsein in Zukunft noch zusätzlich verstärkt. «Ich habe keinen Zweifel, dass das Zeitalter der personalisierten Ernährung eine grosse Zukunft hat. Digitale Devices werden vielleicht schon bald in der Lage sein, unsere Ernährung auf unsere Bedürfnisse und unser Wohlbefinden hin abzustimmen.»

Doris Leuthard appellierte zum Schluss dafür, das Thema Nahrung bei allen Problemen nicht nur als eine Bürde zu betrachten und den Genuss dabei nicht zu vernachlässigen: «Essen und Trinken ist ein wichtiger Teil der Kultur – es ist etwas Schönes und bringt die Menschen zusammen.»

Ich bin überzeugt: Personalisierte Ernährung hat eine glänzende Zukunft.

Michael Strobaek, Global CIO Credit Suisse

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Private Equity ist die private Vermögenseinlage in Unternehmen, die nicht öffentlich gehandelt werden (d. h. sie werden nicht an einer Börse gehandelt). Private-Equity-Anlagen sind generell illiquid und gelten als langfristige Kapitalanlage. Private-Equity-Anlagen, einschliesslich der hier beschriebenen Anlagemöglichkeit, können folgende weitere Risiken beinhalten: (i) Verlust der gesamten oder eines Grossteils der Investition; (ii) Anreiz für Anlagemanager aufgrund von erfolgsabhängigen Vergütungen, Anlagen zu tätigen, die risikoreicher oder spekulativer sind; (iii) fehlende Liquidität, da allenfalls kein Sekundärmarkt vorhanden ist; (iv) Volatilität der Erträge; (v) Restriktionen bei der Übertragung; (vi) möglicherweise fehlende Diversifikation; (vii) höhere Gebühren und Kosten; (viii) sehr eingeschränkte oder keine Auflage, den Investoren periodisch Preis- oder Bewertungsinformationen zu liefern und (ix) komplexe Steuerstrukturen und Verzögerungen bei der Abgabe wichtiger Steuerinformationen an Investoren.

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