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Diese 6 Treiber werden 2018 die Märkte bestimmen

Welche Faktoren werden 2018 die Finanzmärkte prägen? Der Anlage-Ausblick der Credit Suisse thematisiert sechs zentrale Treiber, die für solide wenn auch moderate Renditen sorgen dürften.

1. Steigende Investitionsausgaben

Die Investitionsausgaben für Anlagen und Bauten brachen 2009 ein, da die Unternehmen ihre Ausgaben- und Expansionspläne einschränkten. Seitdem haben sich die Investitionen nur langsam erholt. Angesichts des guten Geschäftsklimas und hoher Gewinne bei gleichzeitig zunehmenden Kapazitätsengpässen rechnen wir 2018 mit einer Beschleunigung der Investitionsausgaben, vor allem in den Bereichen Fertigung, IT, Transport und Lagerhaltung sowie Versorgungsbetrieben.

Höhere Investitionen fördern das Wirtschaftswachstum insgesamt und wirken dem Inflationsdruck durch Produktivitätssteigerungen entgegen – eine günstige Basis für Risikoanlagen. Mehr lesen.

2. Ende der Wertpapierkäufe durch die Zentralbanken

Die wirtschaftliche Expansion hält an und die Kapazitätsauslastung steigt, was die extrem lockere Geldpolitik der wichtigsten Zentralbanken zunehmend infrage stellt. Die US-Notenbank hat bereits mit dem Bilanzabbau begonnen, während die Europäische Zentralbank ihre Wertpapierkäufe erst ab 2018 verlangsamen dürfte.

Eine knappere Liquidität ist nicht unbedingt schlecht für die Märkte, solange sie durch höhere Wachstumsraten verursacht wird. Aber der Rückzug der Zentralbanken könnte vereinzelt eine signifikante Volatilität an den Devisen- und Aktienmärkten zur Folge haben. Wir erwarten, dass die Zentralbanken behutsam vorgehen und den günstigen Trend an den Finanzmärkten 2018 weiter stützen werden. Mehr lesen.

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Massive Wertpapierkäufe der Zentralbanken dürften 2018 auslaufen

Nettowertpapierkäufe der grossen Zentralbanken, in USD Mrd. pro Monat (3-monatiger gleitender Durchschnitt)
Quelle: Bloomberg, Credit Suisse (einschl. Schätzungen)
Letzter Datenpunkt: Oktober 2017 (anschliessend Schätzungen)

3. Rückkehr der Fusions- und Übernahmeaktivität

Die globale Fusions- und Übernahmeaktivität (M&A) wird 2018 voraussichtlich zunehmen, beflügelt durch die robuste Weltwirtschaft, die historisch hohe Liquidität in den Unternehmen, weiterhin geringe Finanzierungskosten und die geplanten Steuererleichterungen bei der Rückführung von US-Unternehmensgewinnen. Die angestrebte Etablierung regionaler Champions in Europa ist ein zusätzlicher Treiber.

Das Gesundheitswesen wird vermutlich als Sektor die stärkste M&A-Aktivität verbuchen. Im Finanzwesen könnte der zunehmende Konsolidierungsdruck ebenfalls zu Fusionsplänen führen, nicht zuletzt im fragmentierten europäischen Sektor. Mehr lesen.

4. Entwicklung in China

Nach einer bemerkenswerten Kreditexpansion in den letzten zehn Jahren dürfte die hohe Verschuldung chinesischer Unternehmen auch 2018 noch Sorgen bereiten. Ein Wachstumseinbruch in China wäre eine Gefahr für die Weltwirtschaft und die globalen Märkte.

Die politische Ausrichtung auf Stabilität und Kreditzurückhaltung ist ermutigend, aber nicht ohne Risiken für die Vermögenspreise, die Wirtschaft und den Renminbi. Erneute Wachstumssorgen wie 2016 sind nicht auszuschliessen, aber unser Basisszenario geht von einem stetigen Anpassungsprozess und Währungsstabilität aus. Mehr lesen.

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Massive Kreditlücke in China hat sich geschlossen

Differenz zwischen der Wachstumsrate des nominalen Kreditvolumens und des BIP in China, in %
Quelle: Datastream, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: Q3 2017 (BIP geschätzt)

5. Erfolgsverwöhnte Anleger

Wenn die Aktienmärkte so konsequent zulegen wie in den letzten Jahren, neigen die Anleger zum «Herdenverhalten». Passive Aktieninvestitionen nehmen in der Regel zu, wenn die Risikowahrnehmung nachlässt – bis es zu einer Korrektur kommt.

Sind die Anleger derzeit zu sorglos? Trotz des bemerkenswerten Aufwärtstrends zeigen die Stimmungsindikatoren, dass der Konsens in Bezug auf Aktien weiterhin eher vorsichtig ist. Eine ungewöhnlich deutliche Konsensmehrheit ist sogar neutral. Mag sein, dass Anleger Aktien am besten dann kaufen sollten, wenn andere Angst haben. Das heisst jedoch nicht, dass sie verkaufen sollten, sobald sich der Markt entspannt. Mehr lesen.

6. Einfluss der Millennials

Die Millennials, eine der grössten Generationen aller Zeiten, werden allmählich erwachsen – als Konsumenten, Investoren und Trendsetter. Sie legen viel Wert auf Themen wie Nachhaltigkeit, saubere Energie und Impact Investing und schaffen damit neue Anlagemöglichkeiten.

2018 bieten erneuerbare Energien wie Photovoltaik, Windkraft und Energiespeichersysteme aus unserer Sicht eine gute Perspektive. Der traditionelle Einzelhandel dürfte dagegen weiter unter Druck stehen, da die Millennials online einkaufen. Mehr lesen.