Einkäufe oder Wertschriftenanlagen tätigen?
Artikel

Die Vorsorge selbst in die Hand nehmen

In Zeiten von äusserst mageren Zinsen sowie hohen Aktien- und Immobilienbewertungen ist ein freiwilliger Einkauf in die PK sehr attraktiv. Wer auf einen möglichen Einkauf verzichtet, müsste einen Anlageertrag von rund 10 Prozent erzielen, um nach zehn Jahren auf das gleiche Kapital zu kommen wie mit einer PK-Nachzahlung. 

Einkäufe oder Wertschriftenanlagen

Nachfolgendes Rechenbeispiel zeigt, wie attraktiv PK-Einkäufe im Verhältnis zu konventionellen Anlagemöglichkeiten sein können. 

Einkäufe Total Einkäufe in die Pensionskasse CHF 400 000      
  Wert der Einkaufsbeträge per Pensionierung       CHF 431 105
  Steuerersparnisse auf Pensionskasseneinkäufe CHF 146 560      
  Wert der Steuerersparnisse per Pensionierung          
  (Investitionen in Wertschriften)     + CHF 175 064
  Steuerbelastung bei Bezug     - CHF 56 387
  Zwischentotal       CHF 549 782
Wertschriftenanlagen Total Investitionen in Wertschriften CHF 400 000      
  Wert der Wertschriften per Pensionierung     - CHF 477 618
Fazit Vorteil durch Einkäufe in die Pensionskasse       CHF 72 164
  Entspricht einer Rendite von          18,04%

Zugrunde liegende Annahmen: Schweizer Ehepaar, 50-jährig, reformiert, wohnhaft in Thalwil
Einkommen: CHF 350 000 (= steuerbares Einkommen), Sparquote: CHF 50 000
Freies Vermögen: Wertschriftenvermögen CHF 1 000 000, ausgewogene Anlagestrategie
Pensionskasse: Altersguthaben CHF 800 000, Einkaufslücke CHF 400 000, Pensionierung im Alter von 62 gewünscht 

Besonders attraktiv sind Nachzahlungen, wenn sie drei bis zehn Jahre vor der Pensionierung erfolgen. Je früher einbezahlt wird, desto stärker verwässert sich sonst der Steuerspareffekt. Zu beachten ist dabei, dass innerhalb von drei Jahren nach einem Einkauf keine Kapitalbezüge erlaubt sind (steuerrechtliche Einschränkung).

Das sind die Bedingungen:

  • Einzahlen kann nur, wer in seiner PK eine sogenannte Vorsorge- oder Deckungslücke aufweist (zum Beispiel wegen Stellenwechsel oder Auslandsaufenthalt). 
  • Wer einen Teil des PK-Kapitals für Wohneigentum bezogen hat, muss zuerst diesen Vorbezug zurückzahlen, bevor freiwillige Einzahlungen wieder möglich sind.
  • Sinnvoll sind Nachzahlungen nur bei Vorsorgekassen, die auf gesunden Beinen stehen (Deckungsgrad von 100 Prozent oder mehr).  

Der freiwillige Pensionskasseneinkauf geht sehr einfach vor sich – ähnlich einfach wie eine Einzahlung in die Säule 3a. Wer Vorsorge und Wertschrifteninvestitionen kombinieren will, dem bietet die Säule 3a zusätzliche Möglichkeiten, Renditechancen zu realisieren.

3a manchmal besser als 2. Säule

Das Kriterium Risikostreuung spricht dafür, das Vorsorgegeld nicht nur in der zweiten Säule, sondern wenn möglich auch in der dritten Säule anzulegen. So lassen sich insgesamt mehr Mittel steuerbegünstigt fürs Alter beiseitelegen. Weil der Zins auf 3a-Vorsorgekonten im Schnitt nur noch bei etwa 0,3 Prozent liegt, erscheinen 3a-Wertschriftenlösungen mit hohen Aktienanteilen attraktiver. Die besten Vorsorgelösungen erreichten über die letzten fünf Jahre Renditen von über 30 Prozent.