Sieben Vorschläge zum Umgang mit sinkenden Renten
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Die Renten sinken: sieben Vorschläge für Ihre private Vorsorge

Tiefe Zinsen, steigende Lebenserwartung und sinkende Umwandlungssätze – künftige Generationen müssen mit niedrigeren Renten rechnen. Die private Vorsorge gewinnt an Bedeutung. Wir haben Sieben Vorschläge zusammengestellt, die Ihnen helfen werden, im Alter möglichst sorgenfrei zu leben.

Wer heute schon pensioniert ist, hatte Glück – zumindest im Hinblick auf die Rente. Denn sie oder er profitiert von den hohen Renditen der vergangenen Jahrzehnte, die das Pensionskassenvermögen anwachsen liessen, und von Umwandlungssätzen, die heute als zu hoch gelten.

Für die derzeit Erwerbstätigen sieht es anders aus: Tiefe Zinsen bremsen den Aufbau ihres Altersguthabens, die Umwandlungssätze sinken und werden in einigen Jahren wohl noch niedriger liegen. Reformen tun not und die kontroverse Diskussion, wie diese aussehen könnten, ist in vollem Gange

Renten werden sinken

Eine aktuelle Studie der Credit Suisse zeigt, dass sich die Rentensituation ohne Gegenmassnahmen in Zukunft deutlich verschlechtern wird. Die Studie untersucht auch die derzeit diskutierten Reformvorschläge der involvierten Verbände und Organisationen bezüglich ihrer finanziellen Auswirkungen auf jeden Einzelnen. Selbst wenn mehrere dieser Massnahmen tatsächlich umgesetzt würden, dürften die Renten sinken und die Vorsorgelücken wachsen.

Renten sinken bei mittleren und hohen Einkommen real um 15 bis 30 %

Die Renten sinken bei mittleren und hohen Einkommen real um etwa 15 bis 30 %

Rentenbezüge aus der 1. und 2. Säule im Generationenvergleich, real ausgedrückt in 2010 CHF unter Annahme weiterhin geringer Inflation in der Höhe von ca. 0,5 % p. a.

Quelle: Bundesamt für Statistik (LIK bis 2019), Credit Suisse

Die aktuelle Situation macht klar: Privat vorzusorgen ist wichtiger denn je. Die Bedeutung der privaten Vorsorge wird in den kommenden Jahrzehnten wohl weiter steigen.

Das können Sie tun

Wir stellen Ihnen hier sieben mögliche Wege vor, wie Sie Ihre persönliche Situation nach der Pensionierung schon heute verbessern können.

Sieben Massnahmen für die private Vorsorge

1. Maximale Einzahlungen in die Säule 3a

Diese Massnahme ist im Vergleich zu allen vorgeschlagenen Reformen die effektivste. Sie führt, insbesondere bei niedrigeren Einkommen, zu einem Anstieg des Renteneinkommens um bis zu 17 Prozentpunkte.
Der Maximalbetrag, den Erwerbstätige mit Pensionskasse derzeit jährlich in die Säule 3a einzahlen dürfen, liegt bei CHF 6’826. Für Erwerbstätige ohne Pensionskasse gilt: 20 % des Nettoeinkommens oder maximal CHF 34’128.

Ein weiterer grosser Vorteil der Einzahlungen in die Säule 3a ist die Steuerbegünstigung. Je nach Gemeinde erhöht die steuerliche Begünstigung die durch das 3a-Sparen erzielte Gesamtrendite deutlich.

Trotz aller Vorteile nutzen viele Arbeitstätige, insbesondere Frauen, das Potenzial noch nicht aus, das ihnen über die Säule 3a offensteht.

2. Höhere Renditen auf 3a-Ersparnissen dank Wertschriften

Die Renditen auf gewöhnlichen Säule-3a-Vorsorgekonten sind heute wegen der niedrigen Zinsen bescheiden. Mit Wertschriftenlösungen hat man die Chance, die Rendite um ein Vielfaches zu steigern. Lohnenswert ist die Eröffnung eines Vorsorgedepots insbesondere bei einem langfristigen Anlagehorizont, also für Erwerbstätige in jungen oder mittleren Jahren. Auf diese Weise werden mögliche Kurseinbrüche kompensiert.

Der Vergleich zweier Erwerbstätiger, die vom 1. Januar 1987 bis zum 31. Dezember 2018 jeweils zu Jahresbeginn den Maximalbetrag in die Säule 3a einzahlten, zeigt das Folgende: Während der erste sein Geld in ein gewöhnliches Vorsorgekonto einzahlte, nutzte der zweite die Möglichkeit der Wertschriftenvorsorge und erreichte damit über den Zeitraum von 31 Jahren höhere Erträge von CHF 84'463.

3. Früh mit Einzahlungen in die Säule 3a beginnen – auch mit kleinen Beträgen

Insbesondere für junge Erwerbstätige kann der jährliche 3a-Maximalbetrag von CHF 6’826 unrealistisch sein. Deswegen auf eine Einzahlung in die steuerbegünstigte Säule 3a zu verzichten, ist nicht empfehlenswert. Selbst die Einzahlung kleinerer Beträge wirkt sich positiv aus – auf die spätere Rente, aber auch auf die aktuellen Steuern. Von den oben erwähnten Wertschriftenlösungen können vor allem junge Menschen mit einem langen Anlagehorizont profitieren.

Wertschriften-Vorsorge lohnt sich
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4. Einzahlungen in die Säule 3b
Die freiwillige Vorsorge in der Säule 3b umfasst Ersparnisse wie etwa Sparkonten, Obligationen, Geldmarktanlagen, Aktien, Anteile an Anlagefonds oder Wohneigentum. Über das angesparte Kapital kann in der Regel jederzeit frei verfügt werden. Im Unterschied zur gebundenen Vorsorge in der Säule 3a ist die freie private Vorsorge mit wenigen Ausnahmen aber nicht mit Steuerprivilegien verknüpft.  

5.  2. Säule: freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse

Wer in der Pensionskasse Deckungslücken aufweist, etwa wegen Kinderpausen oder längeren Auslandsaufenthalten, ist berechtigt, diese Lücken zu füllen. Solche «Einkäufe» in die Pensionskasse liegen meistens höher als der erlaubte 3a-Maximalbetrag und lassen sich ebenfalls vom steuerbaren Einkommen abziehen. Im Gegensatz zur Säule 3a sind freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse auch nachträglich und über mehrere Jahre hinweg möglich. Der maximale Betrag wird individuell berechnet – der Pensionskassenausweis gibt darüber Auskunft.

Vor einem allfälligen Einkauf in die Pensionskasse sollte man jedoch verschiedene Punkte prüfen, etwa die Finanzlage der Pensionskasse oder die Regelungen im Todesfall. Aus steuerlichen Gründen staffelt man diese idealerweise über mehrere Jahre. Zu beachten ist allerdings, dass nach Einkäufen in den drei folgenden Jahren keine Kapitalbezüge erlaubt sind.

6.  2. Säule: freiwillig höhere Beiträge leisten

Manche Pensionskassen erlauben ihren Versicherten, freiwillig höhere Sparbeiträge zu zahlen. Im Unterschied zu den in Punkt 5 genannten Einkäufen in die Pensionskasse entsprechen die freiwilligen Sparbeiträge einem bestimmten, im Vorsorgeplan des Unternehmens definierten Prozentsatz des versicherten Lohns. Sie werden direkt vom Arbeitgeber vom Lohn abgezogen und an die Pensionskasse weitergeleitet. Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber an, wenn Sie an dieser Möglichkeit interessiert sind.

7. Länger arbeiten – über das Rentenalter hinaus

Neben allen erwähnten Möglichkeiten sollte man die folgende nicht vergessen: Man kann auch länger arbeiten. Der Bezug der AHV-Rente lässt sich um maximal fünf Jahre aufschieben. Bei den Pensionskassen ist die Regelung unterschiedlich, liegt oft jedoch ebenfalls bei maximal fünf Jahren. Allerdings ist die Verlängerung des Erwerbslebens schlecht planbar. Teilt etwa der Arbeitgeber nicht dieselben Vorstellungen, kann es anspruchsvoll werden, eine neue Stelle zu finden. Wer Pech hat, sieht sich just in der Phase des Längerarbeitens mit einer Senkung des Umwandlungssatzes konfrontiert – und am Ende mit derselben Rente wie bei einer regulären Pensionierung. Bei der Planung der Altersvorsorge sollte das Arbeiten über das Rentenalter hinaus deshalb die private Vorsorge nicht ersetzen.

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Wie die sieben Massnahmen zeigen, bieten sich in der privaten Vorsorge ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Gerne beraten wir Sie bei der Definition Ihrer ganz persönlichen Strategie.