Private Vorsorge
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Neue Studie: Die private Vorsorge wird immer wichtiger

Die 1. und die 2. Säule geraten finanziell unter Druck. Umso wichtiger ist die private Vorsorge, die 3. Säule. Wie fleissig Schweizerinnen und Schweizer in der Säule 3a sparen, hängt von ihrem Alter, dem Geschlecht, aber auch ihrem Wohnort ab. Profitieren könnten sie alle. Das zeigen die Ökonomen der Credit Suisse in ihrer neuen Studie.

Demografische und wirtschaftliche Entwicklungen setzen das Schweizer Vorsorgesystem unter Druck. Die Folge: Pensionskassen senken ihre Leistungen. Künftige Pensionäre müssen mit tieferen Renten aus den beiden ersten Säulen rechnen. Flexible Arbeitsformen können zu Vorsorgelücken führen und so die Renten schmälern. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig mit der freiwilligen privaten Vorsorge zu beginnen. Die 3. Säule sichert den gewohnten Lebensstandard im Alter.

Ein Volk von Sparern

Ende 2016 hatten Schweizerinnen und Schweizer über 113 Milliarden Franken in der Säule 3a angespart. Einzahlungen in die Säule 3a machen damit mehr als 10 % aller Beiträge an die drei Säulen aus. Über die Hälfte aller Erwerbstätigen zahlt regelmässig in die Säule 3a ein. Weniger aber Frauen, Erwerbstätige unter 35 Jahren, Ausländer sowie Westschweizer und Tessiner. Noch investieren Schweizerinnen und Schweizer erst etwa einen Fünftel in Wertschriftenlösungen – obwohl hier das grösste Renditepotenzial liegt.

Die Säule 3a in Zahlen

113

Mia. CHF im Jahr 2016

23

in Wertschriftenlösungen angelegt

Früh einzahlen lohnt sich

Je früher, desto besser – das gilt bei der Säule 3a besonders. Wer einzahlt, spart jährlich Steuern. Bezieht man das Kapital, muss man es nur zu einem reduzierten Satz versteuern. Noch mehr spart, wer sich das Kapital gestaffelt über mehrere Jahre auszahlen lässt. Wertschriftenlösungen erhöhen die Renditechancen zusätzlich. Je länger der Anlagehorizont ist, desto eher lohnt sich ein höherer Aktienanteil.

Über den Daumen gepeilt heisst das alles: Wer früh beginnt, erreicht bei gleichem Zins und insgesamt identischen Einzahlungen ein höheres Endvermögen. Langfristig sparen lohnt sich, auch bei kleinen Beträgen.

Individuelle Spareffekte

Wie sehr sich Steuern sparen lassen, variiert von Region zu Region. Die detaillierten regionalen Unterschiede bei der Steuerbelastung beleuchtet die neue Studie der Credit Suisse. Verschiedene Szenarien zeigen, wie sich das Vermögen je nach Zinsniveau, Rendite und Einzahlungsverhalten entwickelt.