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Die Macht der Zinsen

Woran bemisst sich eigentlich die Höhe der Zinsen und woher entsteht ihre Dynamik? Wer die Zusammenhänge kennt, fühlt sich auch wohler bei der Einschätzung von Hypothekenzinsen und ihrer Entwicklung.

Zinsen sind nichts anderes als der Preis für die Zurverfügungstellung von Geld und Kapital. Weil der Kapitalgeber bzw. Gläubiger während dieser Zeit auf anderweitige Nutzungen seines Kapitals verzichtet, wie z. B. Konsum, will er dafür ein Entgelt in Form von periodischen Zinszahlungen. Die Höhe der Zinsen ergibt sich in einer Marktwirtschaft als Gleichgewichtspreis zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Kapitalmarkt. Durch geldpolitische Massnahmen kann die Höhe des Zinses beeinflusst werden. Aktuell ist das Angebot hoch und die Nachfrage gering. Daraus resultieren tiefe Zinsen. Im umgekehrten Fall ergeben sich hohe Zinsen.

Kredite sind das Schmiermittel für die Wirtschaft. Die Höhe der Zinsen beeinflusst demnach massgeblich den Gang der Konjunktur. Tiefe Zinsen bedeuten günstiges Kapital, womit sich viele Investitionen lohnen und dementsprechend auch getätigt werden. Sind die Zinsen jedoch hoch, dann rentieren sich etliche Investitionsprojekte nicht mehr und werden unterlassen. Dadurch leiden Produktion und Beschäftigung, die Konjunktur kühlt sich ab.

Die Zinsstrukturkurve

Je nach Leihfrist variiert die Höhe der Zinsen. Die Zinsstrukturkurve bildet diesen Zusammenhang von Zinsniveau und Bindungsdauer ab. Normalerweise weist die Zinskurve zwischen dem kurzen Ende (Laufzeit bis zu einem Jahr) und dem langen Ende (Laufzeit ab zehn Jahren) eine positive Steigung auf. Denn Kapitalgeber bevorzugen in der Regel Liquidität. Sie sind nur bereit, langfristig Kapital zur Verfügung zu stellen und damit Risiken einzugehen, wenn sie dafür eine zusätzliche Prämie erhalten, was den steigenden Verlauf erklärt.