Testament und Nachlassregelung
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Die 5 wichtigsten Tipps rund ums Testament, Erben und Vererben

Die Nachlassregelung ist für die meisten Menschen eine eher schwierige Angelegenheit. Wer bewusst Einfluss nehmen will, kommt allerdings nicht darum herum, die eigene Situation regelmässig zu analysieren und die gesetzlichen Bestimmungen zu kennen. Beachten Sie diese 5 Tipps!

Tipp 1: Setzen Sie sich unbedingt rechtzeitig mit dem Thema Erbschaft auseinander

Menschen, die mitten im Leben stehen, neigen dazu, das Thema Erbschaft auf die lange Bank zu schieben. Das Alter ist nicht entscheidend. Massgebend ist die familiäre und berufliche Situation. Je komplizierter die Verwandtschafts- und je komplexer die Vermögensverhältnisse sind, desto wichtiger ist es, den Nachlass frühzeitig zu planen. Ziehen Sie insbesondere bei komplexen Vermögensverhältnissen eine Fachperson bei, die Sie in allen Bereichen sachkundig beraten und unterstützen kann. Das kann ein Anwalt, ein Notar, ein Treuhänder oder ein anderer Spezialist sein.

Tipp 2: Nachlassplanung ist ein stetiger Prozess

Nachlassplanung ist mehr, als einen Ehe- oder Erbvertrag abzuschliessen. Passen Sie Ihren Plan an Ihre jeweilige Lebenssituation an. Jede berufliche oder private Veränderung kann die Nachlassplanung beeinflussen. Daher empfiehlt es sich, bedeutende Ereignisse wie Konkubinat, Heirat, Familienzuwachs, Scheidung, Erwerb von Grundeigentum oder berufliche Neuausrichtung zum Anlass zu nehmen, die Erbschaft zu planen und bestehende Regelungen zu überdenken und gegebenenfalls anzupassen.

Tipp 3: Güterrecht mitberücksichtigen

Bei verheirateten Personen hat der Güterstand einen entscheidenden Einfluss auf die finanziellen Ansprüche, die sich für Ehegatten und Erben ergeben. Prüfen Sie deshalb, ob ein Ehevertrag für Sie sinnvoll ist.

Tipp 4: Schenken statt vererben?

Die Erben werden immer älter. Wer seine Nachkommen dann begünstigen will, wenn sie Geld nötig haben, macht das immer häufiger zu Lebzeiten. Überlegen Sie sich, ob Sie einen Teil Ihres Vermögens bereits jetzt schon an Ihre Nachkommen verschenken möchten (Erbvorbezug). Eine Schenkung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn man bestimmte Vermögensteile nicht mehr benötigt und es für die Nachkommen nützlich ist, bereits heute darüber zu verfügen.

Tipp 5: Rechtlicher Sonderfall – Konkubinat

Die Unterschiede zwischen Ehe und Konkubinat sind gross. Zum Beispiel beim Auskunftsrecht in Notfällen oder beim Sorgerecht von gemeinsamen Kindern. Für Konkubinatspaare sieht das Gesetz im Todesfall auch keine Regelungen analog dem Ehegüter- und Erbrecht vor. Aus diesem Grund lohnt sich der Abschluss eines Testaments, eines Vorsorgeauftrags, einer Patientenverfügung und die Überprüfung des Pensionskassenreglements ganz besonders.