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Beim Bau des Traumhauses blieben keine Wünsche offen

Der Weg zum Traumhaus ist für jeden ein anderer. Urs Viktor Strausak und Martina Feil haben sich dazu entschieden, ein Haus zu bauen. In erstaunlich kurzer Zeit sind sie zu Hause angekommen.

Wer viel unterwegs ist, überall zu Hause, aber doch nirgends richtig, der wünscht sich mit der Zeit einen Ort zum Heimkommen. Ein eigenes, dauerhaftes Zuhause. Genauso erging es dem Paar Urs Viktor Strausak und Martina Feil. Strausak, 62 Jahre alt, ist viel herumgekommen in der Welt. Zuletzt als Schweizerischer Generalkonsul in St. Petersburg, Düsseldorf und Vancouver stationiert, war er sein Leben lang in Grossstädten unterwegs.

Er und seine aus Stuttgart stammende Lebenspartnerin Martina Feil haben sich 2003 auf einem Flug auf die Kapverden kennengelernt. Drei Jahre lang führten sie eine Fernbeziehung, bevor sich Feil entschloss, mit Strausak ins Ausland zu gehen. 2016 kamen die beiden aus Kanada in die Schweiz zurück. Sie zogen nach Ittigen im Kanton Bern, wo Strausak eine Eigentumswohnung besass.

Kompromiss statt Traumhaus im Ausland

Für die 52-Jährige war diese Wohnung allerdings immer nur eine Ferienwohnung. «Etwas fehlte», beschreiben die beiden ihre Situation nach der Heimkehr: ein wirklich selbst gestaltetes Zuhause. Denn auch während der Jahre im Ausland haben sie sich mit kleineren oder grösseren Kompromissen zufriedengeben müssen: nicht immer vorteilhafte Wohnlage oder Raumaufteilung, geringere Baustandards oder Haustechnik.

Sie lebten in Wohnungen, die vom Bund zur Verfügung gestellt wurden oder die sich gerade fanden. Letztere waren meistens Kompromisslösungen in überteuerten oder ausgetrockneten Immobilienmärkten, wie sie viele Grossstädte mit sich bringen. Und da sie sowieso nur während maximal vier Jahren an einem Ort lebten, waren sie immer in einer Interimssituation. In ihrem temporären Zuhause veränderten sie meist nichts.

Der Kundenberater hat genau gespürt, was wir suchen und brauchen. Wir haben uns gut aufgehoben gefühlt.

Urs Viktor Strausak, Hausbesitzer

Haus bauen nach den eigenen Wünschen

«Jetzt ist es genug», sagten sich die beiden nach ihrer Rückkehr in die Schweiz. Schon in Vancouver hatte Strausak begonnen, mit einer Gratissoftware zu tüfteln, wie einst sein Traumhaus aussehen könnte. Was erst spielerisch begann, wurde bald ernst. In kurzer Zeit entstand so das Konzept für das selbst geplante Eigenheim, das heute in Lohn-Ammannsegg im Kanton Solothurn steht.

Seine Pläne diskutierte Strausak zuerst lose mit einem Architekten aus der Region. Um zu schauen, ob sie sich finanziell überhaupt in die Tat umsetzen lassen würden, wollte er eine Tragbarkeitsrechnung machen lassen. Strausak nahm Kontakt zur Credit Suisse auf. In der Geschäftsstelle in Grenchen rechnete ihm ein Kundenberater verschiedene Szenarien durch. «Seine Vorschläge haben von Anfang an für uns gepasst», erinnert sich Strausak. «Der Kundenberater hat genau gespürt, was wir suchen und brauchen. Wir haben uns gut aufgehoben gefühlt.»

Nachhaltiger Hausbau mit Fotovoltaik

Während des Gesprächs wurde rasch klar, dass die Wohnung in Ittigen für das neue Traumhaus verkauft werden muss. Denn für den Frühpensionierten war die Balance zwischen Selbst- und Fremdfinanzierung wichtig – und entsprechend, eine gewisse Reserve zu haben. Der Ort des Hausbaus stand schon vorab fest: 2014 hatte Strausak das Haus seiner Eltern in dem Dorf übernommen, wo er selbst aufgewachsen war und 25 Jahre lang gewohnt hatte.

Feil: «Eigentlich spielte es für mich persönlich weniger eine Rolle, wo in der Schweiz wir wohnen.» Doch zur Erfüllung der Wohnträume des Paares erweis sich das 920 Quadratmeter grosse Grundstück als geradezu ideal. Aufgrund möglicher Asbestbelastung und zahlreicher weiterer Einschränkungen entschied sich Strausak schweren Herzens, das in den Fünfzigerjahren erbaute Elternhaus abzureissen. Beim Neubau setzte das Paar Strausak und Feil auf einen hohen energetischen Standard und ein mit Fotovoltaik betriebenes Heizsystem mit Wärmepumpe, um weitgehend unabhängig von den Energiequellen Öl und Gas leben zu können – nicht zuletzt der Umwelt zuliebe.

Sportlicher Zeitplan, um das Haus zu bauen

Den ganzen Hausbau realisierte das Paar in rekordmässig kurzer Zeit: Im November 2016 erhielten Strausak und Feil einen Kostenvoranschlag des Architekten. Damit gingen sie zur Credit Suisse. Bereits im Januar 2017 schlossen sie die Finanzierung in drei Tranchen über fünf, acht und zwölf Jahre ab. Mit der Beratung von damals ist Strausak auch heute noch zufrieden: «Dank der beschlossenen Variante sind die ersten fünf Jahre des Kredits gut überblickbar, und auch nach hinten ist die Hypothek gut planbar.»

Eingezogen sind Strausak und Feil Ende Oktober 2017 – dies, obwohl das Elternhaus erst im März desselben Jahres abgerissen wurde. Gleich anliegend an ihr neues Einfamilienhaus liess sich das Paar zudem eine Einliegerwohnung bauen. Diese kann auf vielfältige Art genutzt werden. Wird sie vermietet, wirft sie Ertrag ab. In Zukunft könnte sie jedoch auch als «Stöckli» für die beiden dienen. Für diese Kombination spricht für Strausak das neue Raumplanungsgesetz: Er möchte in Sachen verdichtetem Wohnen mit gutem Beispiel vorangehen.