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Automatisierung: was sie für Unternehmen bedeutet

Die vierte industrielle Revolution, die Automatisierung unserer Arbeitswelt, steht bevor. In Zukunft werden Maschinen smart, autonom gesteuert und miteinander vernetzt sein. Hierbei geht es um Effizienz in ihrer reinsten Form. Doch was bedeutet das für die Arbeitswelt? Wie können wir von der Automatisierung profitieren?

Automatisierung ist allgegenwärtig

Vom elektronischen Zugbillett bis hin zu Zahlungen via Smartphone – Automatisierung betrifft uns alle, egal, ob jung oder alt. Im Prinzip geht es darum, menschliche Arbeitskraft durch Maschinen zu ersetzen. Beispiele lassen sich im Detailhandel, in der Finanzbranche oder im öffentlichen Verkehr finden. Erst vor kurzem haben die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) die Einführung von modernen E-Ticket-Automaten bekannt gegeben. Die grössten Schweizer Detailhändler wie Migros oder Coop machen sich die Automatisierung seit längerem zunutze; mittels Self-Scanner können Kunden den gesamten Einkauf selbst abwickeln.

Ein weiterer Sektor ist das Gesundheitswesen. So wird beispielsweise in grossen Spitälern der hochmoderne Da-Vinci-Operationsroboter genutzt. Dieses Gerät hantiert zwar nicht komplett selbstständig, filtert aber das natürliche Zittern der menschlichen Hand heraus.

Wie Unternehmen von der Automatisierung profitieren

Für Unternehmen birgt das schnelle Tempo der technologischen Entwicklung viel Potenzial. Grundsätzlich können Arbeitgeber auf zwei verschiedene Arten von der Automatisierung profitieren:

  1. Roboterbasierte Automatisierung
    Es geht darum, menschliche Aufgaben, die repetitiv und strukturiert sind, Robotern zu übergeben. Uns Menschen wird die monotone Arbeit abgenommen.
  2. Intelligente Automatisierung
    In diesem Fall wird die Automatisierung auch für intelligente Aufgaben rund um das vernetzte Denken angewendet. Beispielsweise können Maschinen mit Maschinen oder direkt mit Kunden kommunizieren.

Automatisierung verbessert Leistungen im Gesundheitswesen

Die roboterbasierte und die intelligente Automatisierung bringen in der medizinischen Diagnose und Forschung folgende Vorteile:

  • Unmittelbare Effizienzerhöhung
    Aufgrund der umfassenden Datenerfassung lässt sich innerhalb eines Prozesses sehr schnell erkennen, welche Bereiche ineffizient oder sogar überflüssig sind. Schritte wie die Datenanalyse, die zuvor Stunden in Anspruch genommen hat, lassen sich mit der richtigen Technik meist in Minuten oder sogar Sekunden erledigen. Unter anderem zählen Blutanalysen für eine Schnelldiagose dazu.
  • Umgehende Qualitätssteigerung
    Automatisierte Prozesse in Spitälern kennen keine Müdigkeit oder Unachtsamkeit. Das Ergebnis sind Prozessabläufe ohne Unterbrüche und eine höhere Erfolgsquote bei Eingriffen oder Diagnosen. Vor allem bei Routineeingriffen wird vermehrt auf die Maschine gesetzt.
  • Strikte Einhaltung von Compliance
    Die Automatisierung garantiert die Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften und verringert damit die Gefahr regulatorischer Fehltritte.1 In der Medizinbranche stellt moderne Software sicher, dass Patienten vor operativen Eingriffen alle notwendigen Dokumentationen unterzeichnen und zu einem sicheren Spitalaufenthalt führen.2

In der Zukunft wird es nicht darum gehen, Ärzte zu verdrängen, sondern ihre Position durch die Bereitstellung digitaler und anderer Geräte zu stärken.

James Madara, MD, Executive Vice President und CEO, American Medical Assotiation (AMA), AMA-Jahrestagung, 11. Juni 2016

Der maschinelle Kollege – Gefahr oder Unterstützung für die Menschen?

Nach den oben genannten Ausführungen stellt sich nun die Frage, wie die menschliche Arbeitskraft in Zukunft eingesetzt wird. Auf den ersten Blick führt die Automatisierung zur Reduktion von heutigen Stellenprofilen, sprich, diverse Arbeitsstellen werden obsolet. Jedoch geht aus aktuellen Studien das Gegenteil hervor.1 Werden Mensch und Maschine komplementär in einen Geschäftsprozess eingebunden, erhöht sich in jedem Fall die Produktivität aufgrund von schlankeren Prozessen. Damit einhergehend besteht mehr Spielraum für die Preisgestaltung.

Es ist heute schon absehbar, dass sich die Art und Weise, wie wir produzieren und arbeiten, in den nächsten Jahren fundamental verändern wird. Treibende Kraft dieser Entwicklung ist die rasant zunehmende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft – die physischen und digitalen Welten wachsen immer stärker zusammen. Es werden sich viele, über Jahre gewachsene Aufgaben und gewohnte Tätigkeiten verändern.

Gleichzeitig eröffnen sich Chancen für neue Geschäftsfelder. Dazu zählen 3-D-Drucker, die das Leben in Architekturbüros erleichtern. Auch automatisierte E-Mails, die aufgrund von Internetaktivitäten personalisiert generiert werden, sind Beispiele aus dem Alltag. Zu guter Letzt können Rechnungen innerhalb von Sekunden via Fotofunktion über eine App bezahlt werden.

Industrielle Revolution 4.0

Ein solcher Wandel erfolgt nicht das erste Mal: Die Menschheit hat schon im Rahmen der ersten, zweiten und dritten industriellen Revolution grosse Veränderungen miterlebt und nutzbringend umgesetzt. Das spannende an der vierten industriellen Revolution ist, dass wir sie einmal mehr hautnah miterleben dürfen und sowohl mit unserem privaten Verhalten als auch geschäftlich mitgestalten und beeinflussen können.

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Die vier Phasen der industriellen Revolution

Quelle: NZZ

Wo Anleger sich Vorteile verschaffen können

Das Gesundheitswesen steht erst am Beginn der technischen Revolution. Die Research-Spezialisten der Credit Suisse gehen davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren vor allem technologische Fortschritte das Gesundheitswesen wesentlich verändern werden und damit ihren aktuellen Rückstand aufholen werden.

In keiner anderen Branche kristallisieren sich die Vorteile der Automatisierung so klar heraus wie in der Medizin: von der Forschung und Entwicklung über innovative Behandlungsmethoden und Therapien bis hin zu Spitaleffizienz, Gesundheitsmonitoring und Frühdiagnosesystemen. Diese Entwicklung trägt langfristig dazu bei, die steigenden Gesundheitskosten einzudämmen. Mit einem prognostizierten Wachstum von 15 Prozent pro Jahr zählt das Segment des digitalen Gesundheitssystems zu den am stärksten wachsenden Segmenten innerhalb des Sektors Gesundheitswesen.

Nicht nur im Gesundheitswesen lässt sich der Trend zur Automatisierung erkennen. Auch andere Branchen setzen immer mehr auf Automatisierung und verleihen diesem Bereich zunehmend mehr Gewicht. Das Credit Suisse Research erkennt des Weiteren auch Wachstumspotenzial im Finanzbereich, in der Logistik und der IT-Branche.