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Ausblick 2018: Börsenkurse lassen sich schwer vorhersagen

Während die Zukunft unsicher bleibt, dürfen wir davon ausgehen, dass am 1. Januar wieder ein neues Jahr startet. Was es bringen könnte, stellt die grosse Frage der meisten Investoren dar. Folgt dem guten Börsenjahr 2017 ein schwaches Börsenjahr? Möglich. Genauso möglich ist aber auch ein weiteres gutes Jahr.

Der zentrale Punkt ist der Folgende: wir alle können die Zukunft nicht vorhersehen. Jeder Anleger ist denselben fundamentalen Marktinformationen und -emotionen ausgesetzt. Deshalb dürfen Prognosen keine alleinige Basis eines robusten Anlageprozesses bilden.

Kommt hinzu, dass die Welt voller Paradoxien ist: Manche Wissenschaftler sagen «Das Universum ist unendlich». Andere lehren «Das Universum ist begrenzt, weil aller Raum endlich ist». Die moderne Finanzmarkttheorie zeigt, dass Märkte effizient sind. Das bedeutet, dass die Prognosefähigkeit von Kursveränderungen gegen null geht, weil alle preisrelevanten Informationen bereits in den bezahlten Preisen verarbeitet sind.

Börsenkurse lassen sich schwer voraussagen

Gleichwohl müssen Investoren täglich zahlreiche Entscheide fällen, die ganz offensichtlich von ihren Zukunftserwartungen abhängen. Wie sollen sie mit dem fundamentalsten Paradox unserer Finanzmarktwirklichkeit umgehen? Nihilismus wäre eine mögliche, aber schlechte Antwort. Versprechungen wie «XYZ hat bereits die letzten Haussen/Baissen richtig vorausgesagt» sind eine populärere, aber nicht bessere Antwort.

Disziplin ist die beste Reaktion. Disziplin rückt unsere Anlagefragen in einen konsistenten Rahmen und schafft praktische Entscheidungshilfen. Darum geht es auch im Credit Suisse Investment Prozess. Disziplin fördert die Unabhängigkeit eines Anlageprozesses von Stimmungen und kalibriert Vermögen angesichts einer sich wandelnden Welt. Darauf kommt es an.

Blick in die Gegenwart bildet die Grundlage für die Prognose

Nebst Disziplin ist ein überdurchschnittliches Verständnis der Gegenwart wichtig. Über sie besitzen wir die meisten Informationen. Sie müssen wir mithilfe unseres kollektiven Wissens, mit unseren Systemen und einem erfahrenen Dialog zu einem möglichst realistischen Mosaik kombinieren.

Dies verleiht uns die beste Ausgangslage zur Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten in Bezug auf Dynamik, Bewertungen, Sachzwänge und mögliche Wendepunkte. Wendepunkte entstehen meist, wenn Fundamentalwerte kehren und Emotionen dies überzeichnen. Die Kunst eines ganzheitlichen Anlageprozesses besteht weniger in der Prognose solcher Wendepunkte, als in der permanenten Kalibrierung aller Portfoliorisiken angesichts unterschiedlicher Wahrscheinlichkeiten.

Dass dies auf Dauer überdurchschnittliche Resultate schafft, demonstriert beispielsweise der langfristige Track-Record der Credit Suisse-Mandate. Vermögensverwaltungsmandate bleiben deshalb, angesichts der grossen und der kleinen Anlagethemen unserer Zeit, der Königsweg für Investoren.

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Kumulierte Performance der Mandate-Portfolios (CHF)

Quelle: Credit Suisse

Börsen-Ausblick bleibt trotz Risiken positiv

Aktuell überwiegen in unserer Fundamentalbetrachtung weiterhin die positiven Faktoren gegenüber den verschiedenen Risiken, welche den seit 2009 andauernden Bullenmarathon schon in über 47 «Panikattacken» unterbrachen, aber nicht stoppten.

Trotz vielfältiger Portfolio-Kalibrierungen verfolgen wir deshalb weiterhin und konsequent einen 45-prozentigen Aktienanteil in ausgewogenen Mandaten. Das illustriert, ebenso wie unsere 19,5-Prozent-Quote in alternativen Anlagen, unsere, mit ruhiger Hand unbeirrt verfolgte, konstruktive Grundhaltung zur aktuellen «Grosswetterlage » an den globalen Finanzmärkten.