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Aufgepasst: Augen auf für die Trends der Zukunft

Manchmal sehen wir vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. So auch bei den Supertrends. Infrastruktur, Technologie, Silver Economie sowie Millennials sind wichtige Anlagethemen. Sie werden aber oft übersehen, weil sich andere Schlagzeilen in den Vordergrund drängen.

Zentrale Themen in der Geldanlage sind die von der Credit Suisse beschriebenen «Supertrends». Nicht alle sind neu, aber alle haben neuerdings eine besondere, strukturelle Dynamik entwickelt. Diese Dynamik bietet zusätzliche Chancen auf Ertrag und Diversifikation. Warum? Weil sie einer strukturellen – und nicht nur einer zyklischen – Notwendigkeit entspringt. Das macht sie besonders robust – was in guten Zeiten wertsteigernd und in schlechten Zeiten ausgleichend wirkt. Eine kostbare Kombination in jeder nachhaltigen Vermögensanlage.

Ein paar Beispiele:

Silver Economy und Millennials treiben Konsum an

Die Rolling Stones sind trotz ihres Alters von 74 bis 80 Jahren noch kein bisschen altersmüde. Was viele nicht wissen, ist, dass die vier Musiker heute nur noch ein eingeschränktes Hörvermögen besitzen. Aber dank moderner Technologien ist das kein Problem mehr. Unsere wachsende Lebenserwartung lässt den Markt für typische Seniorenprodukte, wie Hörgeräte, strukturell wachsen. Wussten Sie, dass deshalb einige Aktien des Supertrends «Silver Economy» seit Jahresbeginn stark gestiegen sind, zum Beispiel Sonovo um plus 33 Prozent?

Das demographische Spiegelbild zu den «Silver Surfers» sind ihre Enkel, die sogenannten «Millennials». Sie wurden offensichtlich anders sozialisiert. Ihre Konsumgewohnheiten unterscheiden sich klar. Weil die Millennials gegenwärtig im Anstieg ihrer beruflichen Leistungskurve stehen, wächst auch ihre Kaufkraft. Kein Wunder also, dass Aktien aus diesem Supertrend mitwachsen. Kannten Sie beispielsweise die Firma Electronic Arts, deren Kurs seit Jahresbeginn um 45 Prozent gestiegen ist?

Supertrend Technologie: Wandel schreitet voran...

Die gegenwärtige Entstehung einer neuen Weltordnung hat auch mit technologischem Zeitenwandel zu tun. Viele Unternehmern stehen vor einer vierten, industriellen Revolution. Sie können dank lernender Informationstechnologien wichtige Arbeitsprozesse automatisieren, dabei die Qualität verbessern und Kosten senken.

Diese Entwicklung steht erst am Anfang. Doch bestehen keine Zweifel mehr, dass die Informationstechnologie die Zukunft unserer Wirtschaft verändern wird. Yaskawa, eine der Aktien des Supertrends «Technologie im Dienste der Menschheit», ist übrigens seit Jahresbeginn um 90 Prozent gestiegen.

... und schafft neue Bedürfnisse

Eine Schattenseite der Digitalisierung vieler Arbeitsprozesse liegt in neuen Vulnerabilitäten. Zu oft sind Hacker der Wirtschaft oder dem Staat um einen Schritt voraus. Um ihre Zwecke zu verfolgen, suchen und missbrauchen sie Lücken in Websites, bis diese ihnen einen Riegel vorschieben. Das katastrophale Datenleck bei der amerikanischen Wirtschaftsauskunftei Equifax war möglicherweise nur die Spitze eines Eisberges.

Doch des einen Leid ist des anderen Freud. Anbieter spezialisierter Sicherheitssoftwares, wie Check Point Software (Aktienkurs: plus 31 Prozent seit Jahresbeginn) können sich vor langfristigen Aufträgen kaum retten. Der Supertrend «Unzufriedene Gesellschaften – multipolare Welt» spielt ihnen in die Hände. Anleger können nachhaltig von dieser Entwicklung profitieren.

Supertrend Infrastruktur: Staaten schliessen Lücken...

Ein weiteres zentrales Thema unserer Zeit ist die Notwendigkeit, Lücken unserer Infrastruktur zu schliessen. Das gilt für Mobilität, Versorgung, Sicherheit und mehr. Denn Infrastruktur- und Fiskalpolitik gewinnen weltweit an Rückhalt. Drei Beispiele:

Frankreich hat gerade 25 Milliarden Euro für den Infrastrukturausbau von «Grand Paris» budgetiert. London, Berlin, Shanghai, New York und Los Angeles planen ähnliches. Zudem bedroht der Klimawandel die Meeresküsten. Dort liegen aktuell neun von zehn Mega-Städte, wegen der Nähe zu Containerhäfen. Für sie ist eine infrastrukturelle Stärkung zur Sicherung der Resilienz gegenüber Naturkatastrophen oder Versalzung des Grundwassers geradezu zwingend.

Chinas «One Belt, One Road»-Initiative, die jährlich 170 Milliarden US-Dollar in eine neue Verkehrstrasse von China nach Europa investiert, zeigt exemplarisch, wie staatliche Infrastrukturprojekte integraler Teil der nationalen Geld- und Geopolitik werden.

... und bauen für die Zukunft aus

Auch für die Entwicklung autonomer Mobilität liegt der wichtigste Engpass nicht in der Automobilsoftware, sondern in der zu langsamen Datenübertragungskapazität unserer 4G-Mobilfunk-Infrastruktur. Nur Länder, die eine 5G-Mobilfunk-Infrastruktur (= mobile Datenübertragungsgeschwindigkeiten von Fiberglasleitungen) schaffen, können auch Pioniere für autonome Mobilität werden.

Kein Wunder also, dass viele Unternehmen des Supertrends «Infrastruktur» seit Jahresbeginn eine starke Performance aufweisen, wie beispielsweise Vinci mit plus 24 Prozent.

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Ausgewählte Supertrend-Aktien liegen gegenüber Weltaktien vorn

Indizes in Lokalwährung (01.01.2017= 100)
Quelle: Credit Suisse, Bloomberg