Anlegen im September: unsere Einschätzungen in Kürze
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Anlegen im September: unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und der Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. Die wirtschaftliche Erholung hält an. Gleichzeitig setzen die Notenbanken ihre geldpolitische Unterstützung fort. So dürften Aktien trotz der Delta-Variante von COVID-19 die attraktivste Anlageklasse bleiben. Dennoch sollten Anleger Vorsicht walten lassen.

Für eine Aktienübergewichtung ist es noch zu früh

Die Delta-Variante von COVID-19 hat den Aufschwung in einigen Schwellenländern gebremst. Dennoch dürfte die Erholung in den meisten Industrieländern dank des Impffortschritts weiter voranschreiten. Ausserdem ist anzunehmen, dass die geldpolitische Unterstützung anhält, sodass Aktien mittelfristig die attraktivste Anlageklasse bleiben. Für eine breite Übergewichtung ist es aber noch zu früh.

Zwar ist die Stimmung nicht mehr so überhitzt wie vor ein paar Wochen, und die jüngste Berichtssaison war sehr stark. Die Bewertungen sind aber nach wie vor erhöht. Aus diesem Grund empfehlen sich thematische Anlagen wie die Supertrends.

Konjunktur: Schweizer Detailhandel erholt sich

Die Weltwirtschaft erholt sich trotz zahlreicher Risiken weiter, und die Lage im Dienstleistungssektor normalisiert sich dank der Öffnungsschritte zusehends. Daher setzt sich die Konsumerholung in den USA fort. Auch die Industrieerholung dauert trotz Problemen in den Lieferketten an.

In der Schweiz hingegen setzt sich der durch die Pandemie ausgelöste Boom in den Kategorien «Do it yourself / Garten / Autozubehör» und «Freizeit» auch im Jahr 2021 fort. Derweil hat das gebeutelte Bekleidungs- und Schuhsegment zumindest einen Teil des Umsatzeinbruchs aus dem Vorjahr aufgeholt. Zum Vorkrisenniveau fehlten per Ende Juni nach wie vor rund 16 Prozent. Diese Lücke dürfte sich mit der schrittweisen Rückkehr zur Normalität weiter schliessen. Gänzlich erholen wird sich der stationäre Detailhandel wohl trotzdem nicht – zu gross ist die Online-Konkurrenz.

Konjunktur: Umsatzeinbussen im Bekleidungssegment gehen zurück

Das Bekleidungssegment holt einen Teil des Umsatzeinbruchs auf

Entwicklung der saisonbereinigten nominalen Detailhandelsumsätze ggü. dem Vorjahr

Quelle: GfK, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: * Für 2021 wurden die Umsätze bis Juni 2021 berücksichtigt.

Zinsen und Obligationen: SNB interveniert im Devisenmarkt

Die Sichtguthaben der Banken bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) spiegeln die Devisenmarktinterventionen der SNB zur Schwächung des Schweizer Frankens. Seit Anfang August stiegen sie wieder um mehr als eine Milliarde Schweizer Franken pro Woche. Das Interventionsvolumen ist demnach zwar deutlich kleiner als am Tiefpunkt der Corona-Krise. Doch die erneuten Interventionen deuten darauf hin, dass die SNB kein rasches Erstarken des Schweizer Frankens toleriert. Weil Leitzinserhöhungen die Attraktivität des Schweizer Frankens erhöhen würden, sind sie entsprechend noch länger kein Thema.

Zinsen und Obligationen: Die Sichtguthaben bei der SNB steigen wieder an

Sichtguthaben bei der SNB steigen wieder an

Wöchentliche Veränderungen der Sichtguthaben bei der SNB, in Mia. CHF

Quelle: Schweizerische Nationalbank (SNB), Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 13.8.2021

Währungen: vorübergehende Schwäche des Euros

In den vergangenen Monaten hat der Euro gegenüber dem Schweizer Franken wieder etwas an Boden verloren. Diese Schwächephase sollte jedoch lediglich vorübergehend sein. Zumal im Falle einer zu starken Aufwertung des Schweizer Frankens vermehrte Interventionen seitens SNB zu erwarten sind. Es ist davon auszugehen, dass sich der Euro gegenüber dem Schweizer Franken bis Ende Jahr wieder erholt. Denn sichere Häfen wie der Schweizer Franken dürften im Zuge der Wirtschaftserholung und der generellen Normalisierung weniger nachgefragt sein.

Währungen: Der Euro bleibt tief

Das 12-Monats-Ziel für EUR/CHF liegt bei 1.12

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 16.8.2021

Aktien: Gewinnerholung stützt globale Aktien

Aktien haben ihren Aufwärtstrend fortgesetzt und in zahlreichen Regionen neue Höchststände erreicht. Der Aufwärtstrend wurde durch das starke Gewinnwachstum und die günstigen Finanzbedingungen unterstützt. Die Unternehmensgewinne haben bereits wieder das Niveau von vor der Pandemie erreicht; die Gewinne pro Aktie sind auf neuen Höchstständen. Angesichts des starken Gewinnwachstums sind Bewertungsmasse wie die Kurs-Gewinn-Verhältnisse trotz steigender Kurse gesunken. Der positive Trend dürfte im zweiten Halbjahr andauern.

Aktien: Vorkrisenniveau wieder erreicht

Gewinn pro Aktie steigt über das Vorkrisenniveau

Quelle: Refinitiv, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: August 2021

Rohstoffe: Im Rohstoffhandel zeichnet sich Nervosität ab

Die Rohstoffpreise bleiben volatil. Der Ölmarkt sollte durch einen neuerlichen Kompromiss der Organisation erdölexportierender Länder gestützt werden, dennoch kommen jüngst wieder Sorgen hinsichtlich einer schwächeren Nachfrage auf. Edelmetalle fokussieren derzeit stark auf die US-Notenbank sowie auf allfällige Ankündigungen einer Reduktion der geldpolitischen Unterstützung (Tapering). Industriemetalle scheinen in einer Konsolidierungsphase zu sein, und die Agrarpreise sind aufgrund extremer Wetterbedingungen momentan besonders volatil.

Rohstoffe: Derzeit sind die Rohstoffpreise volatil

Die Rohstoffpreise verhalten sich volatil

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 13.8.2021

Immobilien: hohe Nachfrage und knappes Angebot beim Wohneigentum

Wohneigentum erfreut sich gegenwärtig eines erhöhten Interesses von Kaufwilligen, dies als Folge der COVID-19-Pandemie. Da das Angebot gleichzeitig knapp bleibt, hat sich die Preisdynamik in den letzten Quartalen erhöht. Innert Jahresfrist sind die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen um 6,3 Prozent bzw. 6,8 Prozent gestiegen. Dass das Preiswachstum nicht noch höher ausgefallen ist, dürfte auf die strikten regulatorischen Finanzierungsanforderungen zurückzuführen sein, die bremsend wirken.

Beschleunigter Anstieg der Preise für Wohneigentum

Preisentwicklung mittleres Segment; gestrichelte Linien: Durchschnitt 2000–2020

Quelle: Wüest Partner, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 2.Q. 2021

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